Fusion geplant: Zwei Dörfer, eine Feuerwehrtruppe

Von: Sarah-Lena Gombert
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Wollen ihre Schlagkraft mit einer fusionierten Löschgruppe verstärken: Die Feuerwehrleute Rebecca Breuer (von links)und Torsten Pilz-Breuer aus Gressenich sowie Dirk Janowski aus Schevenhütte. Der Schritt ist wohl überlegt, bestätigen Günter Krings und Michael Konrads. Foto: S.-L. Gombert

Stolberg-Gressenich. „Wer der Freiwilligen Feuerwehr beitritt, der tut das aus absoluter Überzeugung und sieht darin viel mehr eine Lebenseinstellung als ein bloßes Hobby“, sagt Rebecca Breuer, und Torsten Pilz-Breuer aus Gressenich und Dirk Janowski aus Schevenhütte nicken eifrig.

Die drei Feuerwehrleute sitzen gemeinsam mit Zugführer Günter Krings und Feuerwehr-Sprecher Michael Konrads beim Pressegespräch, um deutlich zu machen, dass sie in Zukunft gemeinsame Sache machen werden: Die beiden Löschgruppen Gressenich und Schevenhütte werden zusammengelegt.

„Der Schritt der Zusammenlegung erfolgt auf ausdrücklichen Wunsch der Löschgruppe Schevenhütte“, erklärt Michael Konrads im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Wehrleute aus dem östlichsten Stolberger Ortsteil seien mit dem expliziten Wunsch auf die Amtsleitung zugegangen, mit den Kameraden aus Gressenich fusionieren zu dürfen. Der Grund: Ihre Löschgruppe ist, trotz intensiver Bemühungen um Nachwuchs, einfach zu klein geworden. Werbeaktionen, Wurfsendungen und Präsenz bei Festen haben nicht geholfen, die Truppe im Ort zu verstärken.

Mehr Leute, mehr Power

„Das hat unterschiedliche Konsequenzen nach sich gezogen“, erläutert Konrads. Zum einen kann eine Löschgruppe, die – wie in Schevenhütte der Fall – bei kritischen Einsätzen alleine gar nicht tätig werden. „Das bedeutet, dass die Löschgruppe beispielsweise bei einem kritischen Wohnungsbrand ohnehin auf Verstärkung hätte warten müssen“, sagt Konrads. Und auch gewisse Übungen hätten nicht alleine durchgeführt werden können, so dass die Feuerwehrarbeit recht frustrierend werden könne.

Und da es mit dem nur wenige Kilometer entfernten Gressenich ohnehin eine enge Verbindung gibt, keimte der Wunsch nach einer Fusion auf. Es folgten zahlreiche Gesprächsrunden aller Beteiligten, um das Für und Wider abzuwägen und die notwendigen Schritte für eine Zusammenlegung abzusprechen. Denn: Ganz einfach rückgängig machen lässt sich die Fusion nicht.

„Den Schritt hat sich niemand leicht gemacht“, betont Michael Konrads. Mehrere Aspekte seien dabei zu berücksichtigen gewesen: Zum einen natürlich die Sicherheit der Einwohner von Schevenhütte. „Wir haben Kontrollfahrten gemacht“, sagt Konrads, eine spürbare Verzögerung habe es nicht gegeben. Sprich: Auch wenn die Feuerwehr aus Gressenich kommt, kann in Schevenhütte schnell und effektiv geholfen werden.

Dadurch, dass nun beide Löschfahrzeuge in einem Gerätehaus untergebracht sind und die Summe der Wehrleute, die alarmiert wird, größer ist, ist die Schlagkraft der Gruppe sogar höher als zuvor. „Die beiden Fahrzeuge ergänzen sich ganz wunderbar“, sagt Konrads.

Auch die Sicherheit der eigenen Wehrleute sei gewährleistet. „Was uns außerdem ein Herzensanliegen war, ist das Dorfleben von Schevenhütte“, ergänzt Dirk Janowski und stellt klar, dass die Feuerwehr sich weiterhin an den Veranstaltungen wie Martinszug oder Karneval beteiligen wird.

Gressenich freut sich

Indes freut man sich in Gressenich bereits auf die Verstärkung aus dem Nachbardorf. Ohnehin kennt man sich, da sowohl die praktischen als auch die theoretischen Übungen bereits seit Jahren stets gemeinsam durchgeführt werden. Derzeit sind alle Wehrleute dabei, gemeinsam das Feuerwehrhaus zu ertüchtigen. Die ehemalige Wohnung oberhalb der jetzigen Gressenicher Wache wird ausgebaut: Hier entstehen der neue Sozialraum, Büros und eine Küche. Auch die Sanitäranlagen werden neu gemacht. „Wir machen möglichst viel in Eigenleistung“, erklärt Torsten Pilz-Breuer, jedes Mitglied der Feuerwehr helfe nach seinen Möglichkeiten. In den jetzigen Sozialraum im Erdgeschoss werden die Kameraden künftig ihre Uniformen und Anzüge hängen – um so auch mehr Platz für die beiden großen Feuerwehrautos im Gerätehaus zu schaffen.

Inklusive der hauptamtlichen Wehrleute auf der Wache gibt es in Stolberg rund 350 aktive Feuerwehrkräfte. 100 Mitglieder zählt die Jugendfeuerwehr, das sind so viele wie noch nie. „Ich denke nicht, dass wir in anderen Bereichen ein ähnliches Problem wie in Schevenhütte haben werden“, sagt Michael Konrads. Dennoch freut sich die Feuerwehr stets über neue Mitglieder, egal welchen Alters: „Es ist ein großartiges Gefühl, anderen Menschen wirklich helfen zu können“, beschreibt Günter Krings, und Rebecca Breuer ergänzt: „Die Kameradschaft in der Feuerwehr ist großartig.“

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