„Fun“-Projekt: Erste Bilanz des Jugendamtes fällt positiv auf

Von: ds
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In der Kita Gressenich wurden den beteiligten Familien jetzt die „Fun“-Diplome überreicht. Zuvor hatten sie an dem vom Jugendamt angebotenen, achtwöchigen Programm teilgenommen. Foto: D. Kinkel-Schlachter

Stolberg-Gressenich. Kindertagesstätten im jeweiligen Sozialraum noch besser verankern und Menschen in die Kitas holen – das ist das Ziel von „Fun“. Das Projekt ist ein präventiv wirkendes Familienprogramm zur Förderung der Elternkompetenz.

Durch das Programm wird ein gemeinsamer Lern- und Erfahrungsort für Eltern mit ihren Kindern geschaffen. Ein Programm, das Spaß (englisch: fun) macht und das den Familien hilft. In der Gressenicher Kita wurden jetzt die ersten „Fun“-Diplome überreicht. Acht Wochen lang trafen sich acht Familien im wöchentlichen Rhythmus, um verschiedene Dinge gemeinsam zu meistern. Durch die Struktur des Programms lernten sie von Mal zu Mal mehr voneinander. An diesen dreistündigen Nachmittagen standen Spiel und Spaß an oberster Stelle. „Jedes Treffen beginnt mit einem Begrüßungsritual. Es folgt ein Kommunikationsspiel, ein Kooperationsspiel und abschließend ein gemeinsames Essen am Familientisch“, erklärt Sebastian Heyn, Leiter der sozialpädagogischen Sonderdienste im Jugendamt.

Kleine Aufträge für Nachwuchs

„Fun“ spricht besonders die Eltern an und stärkt sie in ihrer Bedeutung für das Familienleben. Die Eltern erklären ihren Kindern die Spielregeln, geben kleine Aufträge an den Nachwuchs weiter und sorgen dafür, dass alle mitmachen. Bei diesen Aufgaben werden sie von den sogenannten Fun-Teamern durch intensives Training unterstützt.

Im Gressenicher Kindergarten sind Kita-Leiterin Vicky Rogas, Erzieherin Hanna Schadole und Jugendamt-Mitarbeiterin Hannah Schmitz in die Rolle der Teamer geschlüpft und haben die Familien durch die Arbeits- und Spielphasen geleitet. „Heute haben viele Menschen nicht mehr so viel Zeit füreinander. Wir müssen bei den Familien die Stärken hervorheben“, sagte Hanna Schadole.

In den vergangenen acht Wochen haben sich die teilnehmenden Familien aber auch untereinander einfach besser kennengelernt. Beispiel: Zwei Familien wohnen in Werth, die Kinder besuchen die Kita in Gressenich. Eine Familie fährt mit dem Auto, die andere mit dem Bus. So ist eine Fahrgemeinschaft entstanden – und vielleicht auch eine Freundschaft.

Im Vorfeld werden die Familien von den ihnen vertrauten Erziehern oder Sozialarbeitern in der Kita geworben, um an diesen dreistündigen Nachmittagen mit viel Spaß und Spiel teilzunehmen. Sie werden persönlich bei einem extra vereinbarten Termin angesprochen. „Wir vermitteln ihnen, dass es der ganzen Familie Spaß machen wird und wir uns ebenfalls freuen, wenn sie teilnehmen“, erläuterte Schadole das Konzept. Hier gelte es, Anerkennung und Wertschätzung auszusprechen statt auf Defizite hinzuweisen.

Die Erfahrungen nach dem achtwöchigen Projekt sollen die innere Struktur der Familie stärken. Hinzu kommen die Eindrücke, die die Familien von den anderen Familien haben, und der Austausch untereinander. Sie lernen, dass Familienleben nicht leicht ist, dass nicht nur sie ihre Schwierigkeiten damit haben, und eben auch, dass man viel voneinander lernen kann. „Das stärkt die Nachbarschaft, die Stellung der Familie im sozialen Umfeld und den Kontakt sowie die Beziehungen zu anderen Familien“, so Sebastian Heyn.

Die Teams, die das „Fun“-Familienprogramm anbieten, sind multiprofessionell zusammengesetzt. Es sind Mitarbeiter von Kindertages- und Familienbildungsstätten, Jugendamt und familienbezogenen Diensten im Sozialraum. In Stolberg haben im vergangenen Jahr 15 „Fun-Teamer“, zusammengesetzt aus dem Allgemeinen sozialen Dienst (ASD) des Jugendamtes, Kitas, Helene-Weber-Haus und der Arbeiterwohlfahrt, die Weiterbildung absolviert. „Fun“ fand im Jahr 2013 in fünf Kindertagesstätten statt: Steinweg, Pirolweg, Holderbusch, Franziskusstraße und jüngst in Gressenich.

Dabei soll es nicht bleiben, wie Sebastian Heyn ankündigt: „Dieses Angebot soll in den nächsten Jahren kontinuierlich ausgebaut werden.“ Und Hannah Schmitz ergänzt: „Es heißt Fun, weil es Fun macht!“

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