Für Veronique gibt es endlich die Chance auf einen Job

Von: Heike Eisenmenger
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Endlich eine realistische Chance: Das Projekt „Unterstützte Beschäftigung” soll Menschen wie Veronique Leineßer in den Arbeitsmarkt integrieren. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg. Von einer berufsvorbereitenden Maßnahme zur nächsten weitergereicht zu werden, um am Ende doch ohne Arbeit zu Hause zu sitzen: Das ist ein Schicksal, das vielen Menschen mit Handicap droht. Auch für Veronique Leineßer aus Stolberg sah die Zukunft wenig rosig aus: Nach der Schule hatte sie eine Maßnahme durchlaufen und war danach arbeitslos.

Dass die 20-Jährige nun doch eine gute Aussicht auf eine feste Anstellung hat und sich derzeit als Praktikantin in der Wäscherei im Bethlehem-Krankenhaus bewährt, ist einem neuen Projekt zu verdanken. „Unterstützte Beschäftigung” ist der Titel des Projektes, das auf Menschen mit Handicap zugeschnitten ist.

„Im Fokus stehen vor allem Schulabgänger im Grenzbereich von Lernbehinderung zur geistigen Behinderung sowie Menschen mit psychischer Behinderung”, beschreibt Karin Bauermeister von der Lewac-Projektleitung die Zielgruppe. Lewac ist ein Zusammenschluss der „Lebenshilfe Werkstätten & Service GmbH” und der „Wabe e.V. Diakonisches Netzwerk Aachen”.

Arbeitsvorbereitende Projekte gibt es viele, aber dieses unterscheidet sich von anderen: „Erst platzieren, dann qualifizieren”, das ist der Slogan, der eine klare Marschrichtung vorgibt.

„Unser Ziel ist es, einen Nischenarbeitsplatz zu finden, indem wir schauen, wo eine Entlastung des Fachpersonals im Betreib durch unseren Praktikanten möglich ist”, schildert Birgit Frenz, die sich als Qualifizierungstrainerin um die Bewerber kümmert, den Ablauf.

Damit die Projektteilnehmer den Aufgaben in den Betrieben gerecht werden, werden sie je nach Arbeitseinsatz individuell trainiert, sie lernen etwa den Umgang mit der EDV-Anlage oder erwerben den Gabelstaplerschein.

Ist einmal der Fuß in der Tür und hat sich der Praktikant im betrieblichen Alltag integriert, stehen nach Ende des 24-monatigen Praktikums die Chancen auf eine Übernahme gut. „Wir haben vorab mit den Betrieben gesprochen und das Bethlehem-Krankenhaus war einer unserer ersten Kooperationspartner”, sagt Bauermeister. Die teilnehmenden Betriebe reichen von der Lackiererei über den Supermarkt bis zum Dachdecker.

Die Aufgabe der 20-Jährigen im Stolberger Krankenhaus ist es, die Betten frisch zu beziehen. Dabei müssen penibel die hygienischen Verordnungen beachtet werden. „Die Arbeit macht mir Freude, und mit den Kollegen komme ich gut aus”, erzählt Veronique Leineßer schüchtern. Ihre Betriebspatin Susanne Raakow attestiert der 20-Jährigen Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit. „Es klappt prima”, bilanziert Raakow.

Grünes Licht

Grünes Licht gibt auch Helmut Drummen von der Personalabteilung: Wenn Veronique Leineßer wie bisher auch in Zukunft weiter mache, stünde einem festen Arbeitsverhältnis am Ende des 24-monatigen Praktikums nichts im Wege. Das Problem von Menschen wie Leineßer war bis dato, dass sie durchs Raster fallen. Die Arbeit in einer Behindertenwerkstatt unterfordert sie.

Genau das Gegenteil sei bei einer „normalen Ausbildung” der Fall, erklärt Bauermeister. Die Wirtschaftskrise und die Tatsache, dass es aufgrund der Automatisierung immer weniger Arbeitsplätze mit einfachen Tätigkeiten gibt, verschärfen die Lage zusätzlich.

Seit Juni ist das Projekt am Start: 12 der 22 Teilnehmer, die gestaffelt beim Projekt mitmachten, sind bereits in Unternehmen in der Region untergebracht. Infos erteilt Karin Bauermeister unter 0241/9494032.
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