Stolberg - Für Radfahrer in Stolberg bleibt viel zu tun

Für Radfahrer in Stolberg bleibt viel zu tun

Von: Jürgen Lange
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Überaus vielversprechend war die Beteiligung an der ersten Bürgerinformation per Fahrrad in Stolberg. Sie zeigte, dass das Radfahren in Stolberg nicht überall ein Vergnügen ist. Foto: J. Lange
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Angeregte Diskussionen nach der Passage des Bastinsweiher: Die Schutzstreifen für Radfahrer wurden schmerzlich vermisst. Foto: J. Lange

Stolberg. So etwas hat es in dieser Form zwar noch nicht in Stolberg gegeben, aber die Premiere beweist, dass der eingeschlagene Weg zumindest viel versprechend ist. Gut 40 Bürger schwangen sich jetzt auf die Sättel ihrer Fahrräder, um teilzunehmen an dieser „Bürgerbeteiligung der anderen Art“, wie es Tobias Röhm formulierte.

Der Technische Beigeordnete selbst radelte mit weiteren Spezialisten an der Spitze des Trosses, bei dem es Informationen über bereits angelassene Projekte ebenso gab wie die Anregungen der Teilnehmer einfließen sollen in eine weitere, wenn auch stationäre Bürgerversammlung, die im Zuge der Erarbeitung eines klimafreundlichen Mobilitätskonzeptes für Stolberg am Mittwoch, 20. September, um 18 Uhr im großen Sitzungssaal des Rathauses beginnt.

Eindrücke und Anregungen konnten der Stolberger Klimamanager Georg Trocha und Dr. Katja Engelen vom begleitenden Planungsbüro Baier bei der Tour schon reichlich entgegennehmen. Angefangen von den verblichenen und nicht verbindlichen roten Streifen entlang der Landesstraße 23 bis hin zum gänzlichen Fehlen einer Radwegeführung im neugestalteten und neu zu gestaltenden Innenstadtbereich über fehlende Abstellmöglichkeiten bis hin zum mangelhaften Straßenbelag in diversen Bereichen, reichten die Handlungsempfehlungen und Kritikpunkte.

Insbesondere der Verzicht auf eine klar definierte Radwegeführung im Bereich des Entwicklungskonzeptes Talachse sorgte für angeregte Diskussionen. Unsicher fühlten sich die Radler mangels eigenen Weges bei der Passage des Bastinsweihers. „Hier hätte vielleicht noch ein Radweg hingepasst“, erklärte Röhm, aber im übrigen Teil sei der Straßenraum einfach zu schmal, um über Bürgersteige, Fahrbahn und Parkstreifen hinaus noch einen Radweg berücksichtigen zu können.

„Der Stadtrat hat abgewogen und sich mit Blick auf die Geschäfte zugunsten von Parkplätzen entschieden“, berichtete der Beigeordnete. Tempo 30 für die Innenstadtachse und reduzierte Kreuzungen gelten dabei als Zugeständnis an die Verkehrssicherheit auch für Radfahrer. Im Rahmen des Mobilitätskonzeptes soll nun näher untersucht werden, ob und wie in den Seitenstraßen eine Fahrradführung sinnvoll eingerichtet werden kann. Ein Beispiel dafür bei der Tour war der Vorschlag einer Teilnehmerin, entgegen der Einbahnführung in Richtung Europastraße durch die Rosentalstraße abkürzen zu dürfen.

Doch an anderer Stelle tut sich absehbar bereits einiges in Sachen Fahrradfreundlichkeit und Mobilität. Neben dem Parkplatz am Hauptbahnhof entstehen 16 abschließbare Fahrradboxen neben diversen weiteren überdachten Abstellplätzen. Zudem werden drei Ladestationen für Elektrofahrzeuge errichtet.

Wenige Meter weiter ab Probsteistraße beginnt dann auch auf der Rhenaniastraße der Einstieg in ein geführtes Radwegenetz, das auf der Eisenbahnstraße hinter der Einmündung der Schneidmühle auch in einem zeitgemäßen Zustand fortgeführt werden soll. Für diese Landesstraße 23 und zudem für die Eifelstraße (L 238) in Vicht laufen die Zuschussanträge bei der Kölner Bezirksregierung, den Ausbau der Nebenanlagen – sprich Bürgerstreifen, Radwege, Parkplätze – gefördert zu bekommen. „Wenn wir einen positiven Bescheid erhalten“, so Röhm weiter, „will sich der Landesbetrieb Straßenbau dranhängen und auch die Fahrbahn erneuern“.

An der Eisenbahnstraße entsteht zudem ein weiterer Knotenpunkt zur Verbesserung der Mobilität: Mit dem Bau der P+R-Anlage am Haltepunkt Schneidmühle soll noch in diesem Jahr begonnen werden – sobald nach der bereits erfolgten Einplanung der Bewilligungsbescheid des Zweckverbandes Nahverkehr Rheinland im Rathaus eintrifft. Acht verschließbare Fahrradboxen neben Unterstellmöglichkeiten sowie gut 80 Stellplätze für Umsteiger auf die Eisenbahn entstehen.

Nachbesserungen für Radfahrer am Mühlener Bahnhof sind ebenso im Gespräch wie Willy-Brandt-Platz und Zweifaller Straße zu einem einheitlichen Raum mit geführtem Verkehr werden, in dem Radfahrer gleichberechtigt sind. Details über Abstellmöglichkeiten für Fahrräder sollen im Rahmen der weiteren Planungen erfolgen, die auch zusätzliche Ladestationen für die E-Mobilität beinhalten.

Und auch für Bus- und Bahnfahrer soll im Stadtgebiet der Öffentliche Personennahverkehr attraktiver werden: Sechs sogenannte DFI-Säulen, die die Abfahrt von Zügen und Linienbussen in Echtzeit zeigen, sollen an den Haltestellen Hauptbahnhof, Schneidmühle, Mühlener Bahnhof, Rosental, Rathaus und Altstadt möglichst noch in diesem Jahr aufgestellt werden – sobald die bereits eingeplanten Mittel auch bewilligt sind.

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