Für Flüchtlinge: Internationale Klasse am Stolberger Gymnasium

Von: Laura Beemelmanns
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Viele Schüler, Eltern und Lehrer bilden das Team, das sich den Flüchtlingen in der Internationalen Klasse am Ritzefeld-Gymnasium annimmt.

Stolberg. Am Ritzefeld-Gymnasium wird im Februar Deutsch gepaukt – und zwar sechs Stunden täglich. Deutschunterricht ist an einer Schule natürlich nichts Ungewöhnliches, aber in dieser Form ist es das doch. Denn elf Flüchtlingskinder werden die sogenannte Internationale Klasse (IK) besuchen und im Februar ihren ersten Schultag an einer deutschen Schule beginnen.

Damit sie sich darauf vorbereiten können, haben die Gymnasiasten ein erstes Treffen organisiert und die neuen Schüler begrüßt. Aufgrund der sprachlichen Barriere geschah dies mit einem Mix aus Englisch, Deutsch, Französisch, Türkisch und Russisch sowie mit Händen und Füßen. Doch es funktionierte – nicht zuletzt, weil die Paten es kaum erwarten konnten, ihre „Patenkinder“ endlich kennenzulernen und ihnen die Schule zu zeigen.

Daher wurde gar nicht lange gesprochen, sondern gleich zur Tat geschritten. „Wir haben viele Spiele zum Kennenlernen vorbereitet“, sagt Pia Kraushaar, Schulsprecherin. Sie und ihr Team haben beispielsweise Luftballons besorgt, auf die jeder Schüler seinen Namen schreiben musste. Die Ballons wurden dann im Anschluss wild umher geworfen und jeder musste den gefunden Ballon mit Namen wieder seinem ursprünglichen Besitzer zurückbringen. „So lernen wir die Namen schneller“, sagt Kraushaar.

Außerdem hatten die Gymnasiasten noch eine Rallye durch die Schule organisiert, bei der Räume gefunden und einfache Fragen wie „Welche Farbe haben die Türen der Kunsträume?“ beantwortet werden mussten. Jedem Flüchtling stand bei diesen Spielen mindestens ein Pate zur Seite – und weitere Schüler stehen bereits in den Startlöchern, wenn die nächsten Flüchtlinge ankommen. Denn neben den elf neuen Schülern können noch weitere sieben in die Internationale Klasse aufgenommen werden.

Die Flüchtlinge, die ab Februar unterrichtet werden, sind teils mit ihren Eltern und teils als unbegleitete Minderjährige nach den Strapazen der Flucht in Stolberg angekommen. Sie stammen aus Westafrika, Marokko, Afghanistan und Syrien. Manche von ihnen sprechen schon ein paar Worte Deutsch, andere noch nicht.

Nun beginnen sie ein neues Leben in der Kupferstadt. Und damit sie das nicht alleine meistern müssen, hat die Schülervertretung des Ritzefeld-Gymnasiums gemeinsam mit einigen Lehrern und Eltern dieses Patenprojekt auf die Beine gestellt. „Die Paten dienen den Schülern der Internationalen Klasse in den Pausen und nach dem Unterricht als Ansprechpartner“, sagt Susanne Körfer, Deutsch- und Biologie-Lehrerin am Ritzefeld-Gymnasium. Dieser Pate solle dann dabei helfen, dass sich die neuen Schüler bestmöglich in die Schülerschaft integrieren und im besten Falle gleich Anschluss finden.

Nach den ersten Fortschritten werden die Flüchtlinge dann mit und mit auch Unterrichtsstunden der Regelklassen suchen. Denn in Fächern wie Musik oder Sport, in denen die Sprache nicht eine so wichtige Rolle spielt, können sie sich trotz Sprachbarriere einbringen.

Darüber hinaus haben sich einige Oberstufenschüler als sogenannte Unterrichtshelfer zur Verfügung gestellt. Sie werden die Flüchtlinge bei Bedarf in ihren Freistunden individuell fördern. Die Paten und Unterrichtshelfer wurden zudem von Schulsozialarbeitern auf die möglichen emotionalen Rahmenbedingungen ihrer Tätigkeit vorbereitet. Denn auch Trauer und Traumata werden eine Rolle im Alltag mit den Flüchtlingskindern spielen.

Und auch dabei wollen die Schüler des Ritzefeld-Gymnasiums ihren „Patenkindern“ zur Seite stehen.

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