Stolberg - Für die Sicherheit der Stolberger Jecken ist gesorgt

Für die Sicherheit der Stolberger Jecken ist gesorgt

Von: Sarah-Lena Gombert
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Viele Monitore, viele Telefone, viele Informationen: Christian Jansen (vorne im Bild) und sein Kollege Mark Sturz behalten in der Einsatzzentrale der Stolberger Feuerwehr in Münsterbusch auch zu Karneval alles im Blick. In den vergangenen Jahren gab es je rund 100 Einsätze während der jecken Tage. Foto: S.-L. Gombert
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Brandoberinspektor Karl Köhnen wird am Montag mit seinen Kollegen im Einsatzleitwagen am Kaiserplatz die Stellung halten.
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Kleine blaue Koffer für wichtige Leute: Der SAE, Stab für außergewöhnliche Ereignisse, ist für den Fall der Fälle vorbereitet.

Stolberg. Wenn am kommenden Montag wieder die jecken Stolberger die Straßen säumen, auf einem der Wagen mitfahren oder in einer der Fußgruppen unterwegs sind, wollen sie vor allem Spaß haben und sich keine Sorgen machen müssen. Damit hinter den Kulissen alles glatt läuft, haben sich Stadtverwaltung unter der Leitung des Amtes für Recht, Sicherheit und Ordnung, Zugveranstalter und auch die Stolberger Feuerwehr im Vorfeld zusammengesetzt und ein Sicherheitskonzept erarbeitet.

So werden nach Angaben der Stadtverwaltung beispielsweise mehr Sicherheitskräfte als sonst unterwegs sein, nicht nur auf dem Rosenmontagszug in der Innenstadt, sondern auch bei den Umzügen in den Ortsteilen. Auch schon beim Rathaussturm am Altweiberdonnerstag hatte die Polizei die Präsenz ihrer Einsatzkräfte rund um den Kaiserplatz deutlich erhöht. Von Sicherheitsvorkehrungen wie großen Betonklötzen, die in anderen Städten vor Anschlägen wie dem auf dem Berliner Weihnachtsmarkt schützen sollen, hat man in Stolberg jedoch abgesehen. Auch wenn viele Karnevalsfans die Umzüge anschauen: In Städten wie Aachen, Eschweiler oder gar Köln haben die diversen Veranstaltungen des Straßenkarnevals eine andere Dimension.

Trotzdem sind die jecken Tage keine Zeit, in der die Feuerwehrkräfte die Füße hochlegen können. „Für uns sind die Karnevalstage durchaus arbeitsreiche Tage“, erklärt Andreas Dovern, Leiter der Stolberger Feuerwehr. In den vergangenen Jahren gab es für die Wehr im Zeitraum von Fettdonnerstag bis Rosenmontag immer rund 100 Einsätze. Wenn diese etwas mit Karneval zu tun hatten, dann war meistens Alkohol im Spiel.

„Darum werden wir beispielsweise an Rosenmontag auf der Wache mehr Leute im Einsatz haben als normalerweise.“ Denn auch für den Fall, dass die Feuerwehr oder der Rettungsdienst im Zusammenhang mit Karneval ausrücken muss: Das „ganz normale“ Tagesgeschäft, also Brände, technische Hilfen und andere Einsätze, kann es zu Karneval geben wie an jedem anderen Tag auch.

Neben den Einsatzkräften auf der Wache werden sich auch hauptamtliche und ehrenamtliche Feuerwehrleute unter die Feiernden mischen: „Wir werden mit unserem Einsatzleitwagen am Kaiserplatz sein“, sagt Brandoberinspektor Karl Köhnen. In dem Fahrzeug laufen am Montag alle Fäden zusammen. Dieses ist mit acht Leuten besetzt, deren Aufgabe vor allem darin besteht, alle möglichen Vorfälle zu koordinieren, bei dem die Feuerwehr mit dem karnevalistischen Treiben in Berührung kommt. „Das kann zum Beispiel ein Rettungseinsatz sein, bei dem wir mit dem Rettungswagen schnell zum Krankenhaus kommen müssen“, erklärt Köhnen.

Helfer bleiben im Hintergrund

Das habe zwar nicht direkt mit dem Rosenmontagszug zu tun – wohl aber mit der Wegstrecke: „Gegebenenfalls müssen wir in einem solchen Fall den Zug kurz unterbrechen, damit der Rettungswagen die Rathausstraße passieren kann.“ Inklusive der Sanitätstrupps vom Deutschen Roten Kreuz werden am Montag rund 50 Einsatzkräfte den Stolberger Rosenmontagszug flankieren. Auch in den Ortsteilen, ob bei den Umzügen oder rund um die Festzelte, stellen die Freiwilligen Feuerwehren die benötigten Brandsicherheitswachen und Sanitätsdienste.

In der Feuerwache selbst sind ebenfalls weitere Vorkehrungen getroffen worden: Hier ist in einem großen Seminarraum bereits seit Tagen alles für den SAE vorbereitet, den Stab für außergewöhnliche Ereignisse. „Der SAE wird immer bei großen Ereignissen vorbereitet“, erklärt Andreas Dovern. Das können neben Unwetterlagen, also Hochwasser oder massiven Schneefällen, auch Veranstaltungen sein wie Karneval oder auch die Stadtparty. „Im Fall der Fälle ist über den SAE gewährleistet, dass die Stadtverwaltung, die Feuerwehr und der Rettungsdienst weiter einsatzfähig bleiben“, erklärt Andreas Dovern.

Sollte es zu einer besonderen Lage kommen, sitzen innerhalb kürzester Zeit der Bürgermeister, die Leiterin des Ordnungsamtes, der Leiter der Feuerwehr sowie weitere, sicherheitsrelevante Fachämter und Einrichtungen und die obere Führungsebene der Feuerwehr zusammen an einem Tisch. Bis ins kleinste Detail ist geregelt, wer in diesem Stab welche Aufgabe übernimmt. „So können wir auch bei einer Vielzahl von Einsätzen den Überblick behalten“, sagt Dovern und erinnert an das Hochwasser im Jahr 2014, bei dem vom SAE aus mehrere hundert Kräfte gleichzeitig koordiniert wurden.

An den vorbereiteten Arbeitsplätzen liegen kleine blaue Koffer, die alles Wesentliche für die Führung großer Einsätze enthalten. Über Beamer hält sich der Stab beispielsweise über Wasserpegel und weitere Lageentwicklungen auf dem Laufenden. Telefone gibt es kaum. Auch die Einsatzzentrale der Feuerwehr stellt zum SAE nur die Anrufe durch, die wichtig sind. Kommunikation mit Stift und Papier – in diesem Falle Vierfachvordrucke – ist für den SAE das Mittel der Wahl. „Das ist immer noch sehr effizient. Und es bleibt gut nachvollziehbar, wer wann über welchen Vorgang informiert worden ist“, so Dovern.

Auch wenn in den vergangenen Jahren nie die Notwendigkeit bestanden hat, an Karneval den SAE einzuberufen, und der Raum auch in diesem Jahr während der jecken Tage wahrscheinlich leer bleibt: „Wichtig ist, dass wir vorbereitet sind“, sagt Andreas Dovern.

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