Für den Notfall ist die Feuerwehr bestens ausgerüstet

Von: Sonja Essers
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Der Generator auf dem großen Bild ist in der Hauptwache zu finden. Die Gerätehäuser werden ebenfalls mit Generatoren ausgestattet. Foto: Sonja Essers

Stolberg. Folgendes Szenario: Ein Stromausfall schneidet Stolberg von der Außenwelt ab. Licht und Heizung funktionieren genauso wenig wie das Telefon. Doch was macht die junge Mutter, die ihr Baby mit warmer Milch versorgen muss, in einer solchen Situation? Und wie wird der ältere Herr im Pflegeheim, der Beatmungspatient ist, nun mit Sauerstoff versorgt? Für ein solches Szenario ist die Stolberger Feuerwehr bestens ausgerüstet.

Der Grund: Von der Städteregion wurde sie mit Notstromaggregaten ausgestattet, die nun mit und mit in alle Gerätehäuser eingebaut werden sollen. Schließlich sind diese bei einem großflächigen Stromausfall Anlaufstelle für die Bürger.

Dass ein solches Szenario nicht unwahrscheinlich ist, weiß Andreas Dovern. Der Leiter des Amtes für Brandschutz, Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz weiß: „Es ist ein Thema, das oft unterschätzt wird. Man kann sich gar nicht vorstellen, was eigentlich alles mit Strom in Verbindung steht.“ Betroffen sei in solchen Fällen die gesamte Infrastruktur, schließlich fallen nicht nur Strom und Heizung in den eigenen vier Wänden aus. Fahrstühle bleiben stecken und elektrische Türen verschlossen. Eine Mammut-Aufgabe für die Feuerwehr.

Dovern erinnert sich noch gut an das so genannte Münsterländer Schneechaos, das Ende November 2005 in den Kreisen Steinfurt und Borken einen Katastrophenalarm auslöste. 250.000 Menschen in 25 Gemeinden waren davon betroffen. Selbst vier Tage nach dem Ende des Schneefalls waren noch nicht alle Orte wieder an das Stromnetz angeschlossen. Eine derartige Katastrophe gab es in Stolberg bisher noch nicht.

Stromausfälle gibt es jedoch immer wieder. Vor rund zehn Jahren ereilte die Kupferstadt ein flächendeckender Stromausfall. Im Jahr 2010 war auch Stolberg von massivem Schneefall betroffen. Vor rund drei Jahren traf es den Ortsteil Atsch, im vergangenen Jahr waren Büsbach sowie Zweifall und Vicht betroffen. Mit Lautsprecher- und Radiodurchsagen sowie über die Sozialen Netzwerke klärten die Mitglieder der Feuerwehr die Betroffenen auf.

Die Aufgabe der Gerätehäuser in einem solchen Fall: Sie dienen als „Inseln“ in den einzelnen Ortschaften, erklärt Andreas Dovern. Alle Gerätehäuser sind mit einer Küche ausgestattet, die von den Betroffenen genutzt werden kann. Natürlich nur im absoluten Notfall. Und dazu zählt beispielsweise nicht ein halbstündiger Stromausfall. „Den muss man schon überbrücken können“, meint Andreas Dovern. Bei einem mehrstündigen Ausfall sieht das anders aus. Betrieben wird das Gerätehaus in dieser Zeit mit einem Notstromaggregat. Auf einem extra dafür angefertigten Fahrgestell werden die Generatoren, die mit Kraftstoff angetrieben werden, ins Freie gebracht und versorgen so die Gerätehäuser mit Strom. Fünf Gerätehäuser sind bereits ausgerüstet, der Rest soll folgen. „Stolberg ist also bestens versorgt“, resümiert Andreas Dovern.

Die Hauptwache ist gleich mehrfach abgesichert. Fällt der Strom aus, springt automatisch ein Generator ein. Ist das nicht der Fall, helfen Aggregate in den Feuerwehrwagen weiter. Auch das Bethlehem-Gesundheitszentrum besitzt eine eigene Notstromversorgung. Bei der Überschwemmung vor einigen Wochen forderte Andreas Dovern vorsichtshalber größere Kontingente von Notstromanhängern an, um für den Ernstfall gewappnet zu sein. Eingesetzt wurden diese allerdings nicht.

Auch die Hilfe zur Selbsthilfe, die Bundesinnenminister Thomas de Maizière auf seiner Agenda hat, spiele eine wichtige Rolle. Für seinen Vorschlag, dass jeder Haushalt für den Ernstfall mit genügend Wasser und Lebensmitteln ausgerüstet sein sollte, erntete der Bundesinnenminister eher Spott als Lob. Eine Einstellung, die Andreas Dovern nicht nachvollziehen kann. „Wir werben dafür, dass das in den Köpfen verankert wird. Ich kann verstehen, dass sich nicht jeder einen eigenen Stromerzeuger in die Garage stellt, aber LED-Taschenlampen und Batterien oder Vorräte an Holz für den Kamin kann man schon vorhalten. Natürlich sollte man für den Notfall genug Wasser und Konserven vorhalten“, sagt Dovern.

Das Bundesministerium des Innern hat übrigens für alle interessierten Bürger einen Ratgeber für Notfallvorsorge herausgebracht, der auf der Internetseite unter www.bmi.bund.de heruntergeladen werden kann. Dort finden Interessierte alle Informationen rund um das Thema Katastrophen-Alarm.

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