Fünf Jahre Haft für Messerstecher

Letzte Aktualisierung:
Symbol Justiz Gericht Richter Gerichtssaal JVA Gefängnis Haft Prozess dpa
Für die blutige Auseinandersetzung in Stolberg sind vier Beteiligte verurteilt worden. Symbolbild: dpa

Stolberg/Aachen. Antonio M. (24) hatte im Verfahren gestanden, am 5. Juli 2014 gegen 17.50 Uhr einen serbischen Landsmann mit zwei Stichen verletzt zu haben. Es war das Ende einer schweren Prügelei, die seit mehreren Verhandlungstagen mit der Anklage „versuchter Totschlag“ vor dem Aachener Schwurgericht verhandelt wurde.

Mit dabei im Juli waren sein Freund Srdan M. (33), dessen Freundin Maria S. (24) und der Vater des 24-Jährigen, Cazim M. (44). Am Dienstag ist das Urteil gegen die vier Täter gefallen. Die Kammer verurteilte die Stolberger jedoch nicht wegen versuchten Totschlags, sondern wegen gefährlicher Körperverletzung. Der Vater des Haupttäters kam mit einer zweijährigen Bewährungsstrafe davon. Die anderen aber müssen Haftstrafen hinnehmen. Antonio M. die höchste mit fünf Jahren, sein Freund, dem man zunächst die Stiche zugeschrieben hatte, erhielt drei Jahre und sechs Monate, und die junge Frau wird zwei Jahre und acht Monate einsitzen müssen.

Die Kammer unter Vorsitz von Richter Arno Bormann sprach von einem „Puzzle“, das man nach und nach und selbst gegen Widerstände des Opfers und Nebenklägers habe zusammensetzen müssen. Das Opfer war ein Bekannter von Srdan M., der an jenem Tag mit dem Mann in Streit geriet, der dann eskalierte.

„Die Hintergründe der Tat sind zu keiner Zeit offengelegt worden. Wir sind der Überzeugung, dass hier Zeugen gelogen haben. Das gilt auch für den Nebenkläger“, machte der Vorsitzende Richter aus seinem Unmut kein Hehl. An einem Kiosk am Rande der Stolberger Altstadt habe man sich damals getroffen, es ging wohl um Meinungsverschiedenheiten. Dann habe sich das Geschehen zur Straße hin verlagert. Das spätere Opfer habe Pfefferspray und das spätere Tatmesser dabei gehabt, schilderte das Gericht den Ablauf. Antonio M. und Srdan M. hätten das Opfer zurückgedrängt und verfolgt, während der Vater dem Mann den Weg mit seinem Wagen abschnitt.

Als er dies tat, griffen die beiden anderen an und entrissen dem Kontrahenten das Messer. „Dann hat Antonio M. zwei Mal in den Rücken gestochen“, stellte die Kammer fest. Anschließend hätten die Angreifer den verletzt am Boden liegenden brutal in den Leib und auf den Kopf getreten. Hieran habe sich auch die Angeklagte beteiligt, die sich vorher nicht eingemischt hatte, stellte die Kammer fest und begründete damit ihre Haftstrafe.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert