Fünf Gänge auf dem Weg nach Krakau

Von: Toni Dörflinger
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Die Gäste Ingeborg und Bernd Schorr sowie Edeltraud und Günter Peeters (v.l.) werden von den Kellnern Nathalie Baumanns, Rike Faber, Leonie Pohl und Steffen Fuß, (v.l.) beim Fine Dining aufmerksam und sorgfältig bewirtet. Foto: T. Dörflinger
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Die Chefköche Christoph Baumanns und Marcel Kinkel (v.l.) sorgen dafür, dass beim Fine Dining nur erstklassige Speisen auf dem Tisch kommen. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. Nino Keilhauer ist die Ruhe selbst. Schließlich hat er schon den Start im Jahre 2010 miterlebt. Denn das Fine Dining im Rolandshaus, bei dem der 23-Jährige ebenso wie elf weitere junge Männer und Frauen in eine Kellnerrolle schlüpft, geht immerhin schon in die vierte Runde.

Wie auch in den Jahren zuvor, soll der Erlös des exklusiven Fünf-Gänge-Menüs jungen Katholiken aus Stolberg und Düren eine Teilnahme am Weltjugendtag ermöglichen, der diesmal für 2016 im polnischen Krakau geplant ist. Doch bevor es soweit ist, wird noch ein weiterer Fine-Dining-Abend im Frühjahr 2015 folgen, bestätigt Monsignore Norbert Glasmacher, der die 55-köpfige Gruppe betreut.

Für Nino Keilhauer ist die kommende Veranstaltung aber noch Zukunftsmusik. Vorerst steht für ihn der gerade gestartete Abend im Vordergrund, bei dem er für die Bewirtung der mehr als 60 Gäste mit erlesen Weinen zuständig ist. „Es macht riesigen Spaß. Aber auf Dauer kann ich mir einen Job in der Gastronomie nicht vorstellen“, sagt der junge Mann, der ansonsten im Gärtnerberuf tätig ist und jetzt von Tisch zu Tisch eilt, um die an festlich gedeckten Tafeln sitzenden Besucher mit Getränken zu versorgen.

Mit fachmännischen Rat werden „Oberkellner“ Keilhauer und „seine“ Truppe dabei von Beate Baumanns und Edi Gather bedacht. Denn Gather weiß als Gastronom, wie man einen Teller richtig hält, ohne dass die Finger in den Speisen landen, und wie man ein Glas stilvoll und elegant füllt.

Während im Saal alles noch relativ gemächlich zugeht – schließlich hat man gerade mal den Begrüßungscocktail serviert – herrscht eine Etage tiefer Hektik pur. Denn dort in der ehemaligen Gaststätte des Rolandshauses haben Marcel Kinkel und Christoph Baumanns ihre Küche aufgeschlagen. Aus riesigen Töpfen zischt und brodelt es. Schließlich soll in wenigen Augenblicken als Küchengruß und Einstimmung auf die nachfolgenden Gänge Rauchlachs-Tatar serviert werden.

Dazu haben die beiden Chefköche drei Tische mit zahlreichen kleinen Tellern bestückt, die von den „Assistenten“ Michael Schulden, Gisela Kloubert, Ingrid Heyer und Birgit Pohl mit Tomatenstücken, Dill und dem gewürfelten, marinierten Lachs gefüllt werden. „Oh, erfrischend. Das tut gut“, ist der Kommentar von Petra von den Brincken, Leiterin der Mobilen Sozialen Dienste St. Lucia, die als ihren persönlichen Gast Juanita Koil­pillai aus Washington präsentiert.

„Es ist erstaunlich, was die jungen Leute jedes Jahr auf die Beine stellen und wie engagiert sie dabei zu Werke gehen. Ich komme immer wieder gerne hierher. Es ist bereits das vierte Mal“, sagt von den Brincken, die ebenso wie alle anderen im Saal mit ihrer Teilnahme das Anliegen der Jugendlichen, den Weltjugendtag in Krakau zu besuchen, unterstützen will.

Damit der Abend neben den exquisiten Speisen – im Verlaufe des Ereignisses werden von den jungen Menschen unter anderem gegrillte Jakobsmuscheln, Wirsingkrautwickel mit Kaninchenfilets sowie Orangen-PannaCotta mit Vanillesoße auf dem Tisch gebracht – unterhaltsam bleibt, hat Glasmacher, der seit September 2011 als Pfarrer die Gemeinschaft der Gemeinden Düren-Nord leitet, die Moderation übernommen.

Moderation heißt für den sympathischen Priester, der vor seiner Tätigkeit in Düren auch ein Jahr in Stolberg wirkte, dass er die Musikstücke, die Speisenfolge und die Power-Point-Präsentation über die Romfahrt im vergangenen Jahr ankündigen sowie mit Kommentaren und humorvollen Anekdoten anreichern muss.

Für die Musik sind Diana Jianu und Uwe Böttcher zuständig, die auf Geige und Klavier die passenden Hintergrundmelodien liefern. Ein Höhepunkt ist dabei der Auftritt der neunjährigen Lucia Baumanns, die auf ihrer Geige ein selbstkomponiertes Lied präsentiert.

Überhaupt ist an diesem Abend die gesamte Familie Baumanns im Einsatz. Während Vater Christoph mit Freund und Feuerwehrkollege Marcel Kinkel in der Küche den Kochlöffel schwingt und Mutter Beate die Organisation fest im Griff hat, sind die Töchter Nathalie und Lucia entweder als Musikinterpreten oder als Kellner tätig.

In den Dienst der guten Sache haben sich auch Udo und Andra Meisen gestellt. „Der Auftakt in 2010 hat uns so gut gefallen, dass wir auch beim vierten Mal mit dabei sein wollten. Außerdem ist das Menü hervorragend und liebevoll zubereitet“, sagt Andra Meisen, die für Kellner und Küchenchefs, die bei ihrer Vorbereitung auf Achim Deserno, Koch und Leiter des Restaurants Solchbachtal, zählen konnten, nur Lob übrig hat.

Dankesworte bekommt aber auch Nino Keilhauer zu hören, der sich ebenso wie seine eifrigen Kollegen nach fast fünfstündigem Engagement – so lange dauert das Fine Dining – beruhigt und entspannt zurücklehnen kann. „Geschafft. Beim nächsten Mal bin ich wieder dabei“, sagt der junge Mann, als der Zeiger der Uhr nahezu 23 Uhr erreicht hat.

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