Stolberg - Frühjahrsputz: Altstädter kämpfen für mehr Rücksicht

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Frühjahrsputz: Altstädter kämpfen für mehr Rücksicht

Von: Alexander Barth
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Gemeinsam zum Frühjahrsputz: Yvonne Muzek (l.), Jutta Schmidt (3.v.l.) und Sylke Skrobek (4.vl.) haben Nachbarn und Mitstreiter um sich geschart, um am 3. Mai das Müll sammeln zum Gemeinschaftserlebnis zu machen. Foto: A. Barth
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Die Tonnen stehen bereit: Auf Altstadtpfaden wie der Klatterstraße sollte künftig weniger Müll landen, wünscht sich das Kehraus-Team. Foto: A. Barth

Stolberg. Der Aufruf der Stadt ist für sie die Initialzündung. Der Ärger über Müll, Hundekot und andere unangenehme Hinterlassenschaften schwelt allerdings schon länger bei den Bewohnern der kleinen Einfallwege zur Stolberger Altstadt.

„Das Problem ist ja nicht neu“, sagt Sylke Skrobek. Am 3. Mai – dem Tag des großen Stolberger Frühjahrsputzes – will sie mit Nachbarn aus der Mühlen- und Klatterstraße das Aufräumen zum Gemeinschaftserlebnis machen. Unter dem Motto „Dreck muss weg“ laden sie zum Kehraus in ihrem Viertel ein – Gaudi, Grillen und Live-Musik inklusive. Treffpunkt ist die Mühlenstraße 1 um 9 Uhr.

Mit Jutta Schmidt und Yvonne Muzek hat Sylke Skrobek engagierte Mitstreiterinnen gefunden. „Wir teilen das gleiche Schicksal“, sagt die Unternehmensberaterin, „immer wieder finden wir uns mit Schaufel und Müllsack auf der Straße wieder, um den Dreck rücksichtsloser Mitmenschen aufzusammeln.“ Anstatt sich nur auf den Unmut zu beschränken, gehen die Nachbarinnen jetzt aktiv vor – nach einem einfachen Prinzip, das Jutta Schmidt so formuliert: „Einfach mal machen, nicht nur beschweren!“

Überall sei ständig Müll zu finden, sagen die Frauen – auf dem Pflaster, in den Hauseingängen, in den Blumenbeeten oder rund um die erkleckliche Anzahl von Bäumen. „Man muss mehrmals in der Woche raus, um zu kehren oder um irgendwelches Zeug aufzusammeln“, ärgert sich Jutta Schmidt. Die städtischen Maßnahmen sieht sie ebenso kritisch wie die anderen Initiatorinnen des Nachbarschaftsprojekts. „Mir kommt es vor, als würden die kleinen Gässchen in der Beachtung durch die Stadt hinter den größeren, offenen Straßen rangieren“, findet Sylke Skrobek.

Einige Tage vor der Aktion gibt es noch reichlich Organisatorisches zu regeln. Dazu treffen sich die ehrenamtlichen Stadtreiniger nach Feierabend. Besprochen wird, wie viel Grillgut eingekauft werden muss, was an Getränken beschafft werden soll – und nicht zuletzt, wann und wo die Rock‘n‘Roll-Band Rumble Cat den Soundtrack zum gemeinsamen Feiern nach dem Aufhübschen der Straße liefern soll. Für die Treffen stellt Sylke Skrobek ihre Geschäftsräume zur Verfügung, einige der Helfer hat sie im Mitarbeiterkreis gefunden: „Eine tolle Sache, dass die Kollegen auch in ihrer Freizeit etwas tun wollen.“

Außer den Menschen im direkten Umfeld hat die Gruppe auch die Nachbarn angesprochen – mit Flugblättern in den Briefkästen. „Die Reaktion ist noch etwas verhalten“, berichtet Sylke Skrobek, „aber wir setzen darauf, dass noch mehr Leuten etwas an der Sauberkeit und Attraktivität der Altstadt liegt. Schließlich haben saubere Straßen auch etwas mit Lebensqualität zu tun.“

Für den Frühjahrsputz, zu dem die Stadt mit der Gesellschaft für Stadtmarketing (SMS) aufruft, haben sich laut Stadtsprecherin Petra Jansen bereits viele Vereine und Institutionen angemeldet. An den Treffpunkten und Sammelplätzen im gesamten Stolberger Raum können sich auch Kurzentschlossene am Samstagmorgen um 9 Uhr einfinden. In den meisten Stadtteilen seien die Treffpunkte besetzt, sagte Jansen, „aber in Werth, Venwegen und Donnerberg freuen wir uns noch über Helfer“.

Die Realschule in Mausbach beteiligt sich mit leichter Verspätung am 5. Mai an der Putz- und Aufräumaktion. Bereits in den vergangenen Wochen haben Gruppen von Freiwilligen in ihrem Umfeld aufgeräumt. Die Jugendabteilung der SG Stolberg etwa säuberte mit 30 Helfern das Gelände rund um den Sportplatz Werth, der in einem Naturschutzgebiet liegt.

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