Früher Mühle, heute Wohnung für die Stolberger

Von: Toni Dörflinger
Letzte Aktualisierung:
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Der untere Bereich der Straße In der Schart im Jahr 1972. Foto: Stadtarchiv
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Und so sieht der selbe Bereich heute aus. Foto: T. Dörflinger

Aachen. In unserer Serie „Stolberger Ansichten über Jahrzehnte“ geht es heute um die Gebäude rund um die Scharter Mühle. Bei der Scharter Mühle macht bereits der Verfall bemerkbar. Wenig später nach der Entstehung des historischen Fotos ist die Scharter Mühle abgerissen worden.

In der Folgezeit war dort ein Parkplatz untergebracht. Die Scharter Mühle hatte in der Vergangenheit eine große Bedeutung. Sie unterstützte die Produktionsprozesse, die die gewerblich organisierten Stolberger Messingproduzenten für die Herstellung ihres Metalls benötigten. Oberschlächtige Mühlräder konnten nämlich Hammerwerke und Zerkleinerungsmechanismen antreiben.

Die Mühlräder waren im hinteren Bereich des alten Gebäudes untergebracht. Dort verlief einst ein vom Vichtbach abgeleiteter Mühlgraben. Ein Reststück dieses ehemaligen Grabens hat man Mitte der 1980er Jahre anlässlich der Altstadtsanierung freigelegt: Zu sehen ist dieses Rudiment – heute ohne Wasserfüllung – unter dem Haus In der Schart 10.

Von Bedeutung für die gewerbliche Nutzung dieses Viertels – Mittelpunkt war der ebenfalls dort liegende Kupferhof Schart – war auch das Gebäude In der Schart 8. Das dreigeschossige Gebäude besitzt nämlich im oberen Bereich eine große Ladegaube.

44 Jahre später hat sich das Bild gewandelt. Das aus dem 18. Jahrhundert stammende Gebäude In der Schart wurde 1981 fachgerecht saniert und kann seitdem wieder genutzt werden. Die Sanierung war auch Anlass, um das historisch bedeutende Gebäude drei Jahre später in die Denkmalliste der Stadt einzutragen. 1984 erfolgte die Neubebauung des Geländes, wo einst die Scharter Mühle gelegen hatte.

Bauherr und Eigentümer des Geländes war die in Aachen ansässige Bauunternehmung Grünzig. Sie hatte den ebenfalls in Aachen beheimateten Architekten Winfried Wolks mit der Erstellung des dreigeschossigen Neubaus beauftragt. Wolks erstellte ein Gebäude, das aus zwei großen Wohnhäusern bestehend, über eine Tiefgarage verfügte. Um die Tiefgarage anlegen zu können, waren umfangreiche Fundamentierungsarbeiten erforderlich.

Schließlich liegt das Gebäude In der Schart 5 - 5 a in unmittelbarer Nähe des Finkenbergfelsens. Verschwunden ist inzwischen das eingeschossige, mit einem Flachdach versehene Ziegelsteingebäude, das auf dem historischen Foto in der Bildmitte zu sehen ist. Es musste Platz machen für die Wiederherstellung einer alten Wegverbindung, die einst die beidseitig des Vichtbaches liegenden Werksteile des Offermannschen Tuchgewerbes miteinander verbunden hatte.

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