„Frittierte Fische” in der Altstadt

Von: Dirk Müller
Letzte Aktualisierung:
Erwin Görres, Dieter Nitsche,
Erwin Görres, Dieter Nitsche, Wolfgang Wynands, Winni Rüland und Majid Salama (v. l.) servieren als „Saturday Night Fish Fry” ein stimmiges Blues-Programm, mit dem sie das große Publikum in der Stolberger Altstadt vollauf begeistern. Foto: D. Müller

Stolberg. Den Blues kann man nicht einfach spielen - man muss ihn fühlen, ihn haben, ihn leben. Dass die Eschweiler Band „Saturday Night Fish Fry” eben dies tut, bewiesen die erfahrenen Musiker am Samstag in der Kupferstädter Altstadt.

„Herzlich willkommen im schönsten Wohnzimmer von Stolberg”, begrüßte Frontmann Wolfgang Wynands (Gitarre und Gesang) das Publikum in der Musikkneipe „Piano”, die pünktlich zu Konzertbeginn überfüllt war, wie das Wohnzimmer einer Großfamilie am neunzigsten Geburtstag des reichen Erbonkels.

Ein heißes Ständchen

Die „frittierten Fische” ließen sich daher nicht lange bitten und präsentierten ein heißes Ständchen, das sich zur Begeisterung der „Blues-Familie” bis Mitternacht zog. Stücke wie Tommy Tuckers „High Heel Sneakers”, Johnny Cashs „Folsom Prison Blues” oder B.B. Kings „You upset me Baby” würzte Erwin Görres mit dem gefühlvollen Spiel seiner Mundharmonika. Die Interpretationen zeugten von der Urgewalt des Blues, den die Band als musikalisches Glaubensbekenntnis verinnerlicht hat und so äußerst authentisch vermittelt.

Winni Rüland (Schlagzeug) und Dieter Nitsche am Bass lieferten das kraftvolle Rhythmus-Fundament, auf dem Majid Salama und Wynands wechselweise Lead- und Sologitarre spielten. Songs wie Popa Chubbys „Stop down Baby”, „Messin with a Kid” von Junior Wells und Johnny Winters „Diving Duck Blues” lieh Görres seine bärige Stimme, die dem Publikum durch Mark und Bein ging. Ob das Country lastige „Any Road up” von Steve Gibbons, Eddie Cochrans rockiger „Twenty Flight Rock” oder Willy DeVilles „Cadillac Walk” - alle Songs kamen im typischen Blues-Sound von „Saturday Night Fish Fry” daher und brachten das volle „Piano” zum Brodeln.

Geradliniges Programm

Nahtlos fügten sich die auch die Eigenkompositionen der Band in das geradlinige Programm. Diese erzählten Geschichten von „Me and the Devil” oder dem „Whopbabeloolopbebopaloolop Girl”. Die „frittierten Blues-Fische” luden zum dynamischen „Rollin Kitchen Boogie” ein und forderten auf: „Dizzy the Lizzy” und „Sweat up my Nose”. Für den auf der Bühne sehr präsenten Wynands war es eigentlich überflüssig zu betonen, „Im the Man”.

Nach einem fast dreistündigen Konzert, das für das dicht gedrängt stehende Publikum ebenso schweißtreibend war wie für die leidenschaftlich aufspielende Band, erklang die letzte Zugabe im heißen „Piano”. Mit „Sweet Home Chicago” verabschiedeten sich „Saturday Night Fish Fry”, die den Gästen in der Altstadt gehörig Appetit auf die nächste Portion Blues gemacht haben.

Das nächste Konzert in der Gaststätte „Piano” bestreitet „Final Virus”. Am Samstag, 8. Oktober, spielt die kultige Formation um den Stolberger Bass-Guru Peter Sonntag ab 21 Uhr bei freiem Eintritt. Der Auftritt von „Final Virus” in der Altstadt ist zugleich das letzte „Heimspiel” der Lokalmatadoren, bevor sie zu einer großen Japan-Tournee aufbrechen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert