Stolberg-Werth - Friedhof Werth: Vandalen ruinieren Gräber nach Plan

Friedhof Werth: Vandalen ruinieren Gräber nach Plan

Von: oha
Letzte Aktualisierung:
10256540.jpg
Komplett mit Wachs oder einer ähnlichen Flüssigkeit ist dieser Grabstein beschmiert. Selbst wenn man die Schweinerei abgewischt bekommen sollte, es bleiben Fettflecken für immer übrig. Foto: O. Hansen

Stolberg-Werth. Unbekannte Täter haben im Laufe der Woche mehr als ein Dutzend Grabstätten auf dem Friedhof von Werth schwer beschädigt.

Die Vandalen sind bei ihrem Tun außergewöhnlich planvoll vorgegangen. Zwar wurden die Grabsteine fast irreparabel mit großen Wachspfützen beschmiert, doch haben die oder der Täter die offenbar zu diesem Frevel benutzten Kerzen anschließend wieder ordnungsgemäß in die Grableuchten am Fuße des Grabareals zurück gestellt.

Einfach ratlos

„Wer macht bloß so etwas?“, standen die CDU-Ratspolitiker Rita Felden und Adolf Konrads am Freitagmittag ratlos vor den Verwüstungen. Manch ein Betroffener hatte bereits versucht, das Familiengrab von den Schmierereien zu befreien, der Erfolg hielt sich jedoch eng in Grenzen.

Über den halben Friedhof verteilt wurden Grabsteine beschmiert. Vermutlich mit hellem Kerzenwachs, der im großen Bogen über den Stein mit den Daten der Verstorbenen verschüttet wurde. Das Problem bei der jetzt erforderlichen Reinigung der Steine: Das Fett des Wachses hat sich regelrecht in die Steine hinein gefressen. Selbst wenn das Kerzenwachs von den Grabsteinen und Grabumrandungen entfernt werden könnte, verbleiben hässliche Fettflecken, die in den Naturstein einziehen und nie mehr zu reparieren sein werden. Hässliche Streifen sind selbst nach der Waschprozedur noch ewig sichtbar.

Kein Racheakt

„Die Grabsteine wurden nicht bewusst, sondern eher zufällig ausgewählt“, vermutet Rita Felden. „Es handelt sich nicht um einen Racheakt an bestimmten Personen.“ Die beiden Politiker haben schon so manche Verwüstung auf Stolberger Friedhöfen gesehen, doch die Aktion in Werth gibt ihnen dann doch ein Rätsel auf. Da seien vermutlich keine Kinder oder junge Erwachsene im Volltrunk am Werk gewesen. Vielmehr müsse da jemand im vollen Bewusstsein und planvoll gehandelt haben. Konrads: „Da wurde hinterher nichts ins Gebüsch geworfen. Nicht eine einzige Blumenvase wurde umgeworfen.“ Der oder die Täter hätten auch keine Grablaternen mitgenommen, um das Metall zu Geld zu machen. Dies ist inzwischen schon fast die Regel bei Friedhofverwüstungen. Im Gegenteil. Wie gesagt, die auf dem Friedhof in Werth auf den Monumenten ausgeleerten Kerzen wurden wieder schön in die dazu gehörigen Laternen gestellt. „Allerdings zuvor bis auf den letzten Tropfen geleert“, so Conrads.

Der Ratspolitiker hat Anzeige gegen Unbekannt bei der Polizei erstattet. „Ob die Täter gefasst werden, ist noch offen. Die Polizei hat uns aber zunächst einmal versprochen, künftig mehr Streifen rund um den Friedhof zu fahren“, so Rita Felden.

Ansonsten sind die Besucher des Werther Friedhofes mit der Grabstätte in ihrem Ortsteil inzwischen durchaus zufrieden. Nachdem das Areal zuletzt etwas ungepflegt und verwildert aussah, hatten Anwohner die Grünflächenarbeiter der Stadtverwaltung informiert. Die kamen dann auch prompt und brachten den Friedhof in einen ansehnlichen Zustand zurück.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert