Stolberg-Donnerberg - „Friederichs Ecke“ wird zum nächsten Stolberger Bürgerhaus

„Friederichs Ecke“ wird zum nächsten Stolberger Bürgerhaus

Von: Jürgen Lange
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Die derzeit geschlossene Gaststätte soll zum Donnerberger Bürgerhaus werden. Foto: J. Lange
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Der Saal der „Friederichs Ecke“ wurde oft von Vereinen genutzt. Foto: J. Lange

Stolberg-Donnerberg. Tradition als Zuhause der Vereine hatte die „Friederichs Ecke“ schon immer. Aber seit fast zwei Jahren ist die Saalgaststätte geschlossen. Nun wird aus der „Kneipe“ Stolbergs nächstes Bürgerhaus. Die IG Donnerberger Vereine hofft damit an die guten früheren Zeiten eines zentralen Treffpunktes anknüpfen zu können.

Der Stadtrat entscheidet am Dienstag über den Ankauf und einen Nutzungsvertrag. Die letzte große Veranstaltung im Saal war im Februar 2015 die Planungswerkstatt, die dem Neubaugebiet an der Stadtrandsiedlung erste Konturen geben sollte. Schon damals gab es erste Gedanken an ein Dorfgemeinschaftshaus – seinerzeit noch als Neubau im größten Entwicklungsgebiet der Kupferstadt. Wenige Wochen später schloss die Saalgaststätte des Donnerbergs ihre Pforten.

Nachfolgepächter waren nicht in Sicht, und bereits in der Vergangenheit hatten die Eigentümer des Gebäudes es nicht immer einfach, seriöse Pächter für die Traditionsgaststätte zu finden.

Nun steht die „Friederichs Ecke“ vor einer Wiedergeburt: als Bürgerhaus für den Donnerberg. Im Laufe der vergangenen Monate sind die Überlegungen gereift, eine neue zentrale Begegnungsstätte für Vereine und Bürger eben aus Kostengründen und der wenig optimalen Lage eben nicht im Neubaugebiet zu errichten, sondern dafür auf die vorhandene Substanz im Schatten der Kirche zurückzugreifen.

Bereits bei der Teilnahme des Donnerbergs am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ hat sich diese Perspektive abgezeichnet. Und dem am Dienstag tagenden Stadtrat empfiehlt die Verwaltung nun, die „Friederichs Ecke“ anzukaufen und einen Nutzungsvertrag mit der IG Donnerberger Vereine abzuschließen.

Der Donnerberg entwickele sich bereits seit Jahren zu einem Siedlungsschwerpunkt des Stadtgebietes, erklärt Tobias Röhm. „Diese Tendenz wird sich mit der Realisierung des Neubaugebietes Stadtrandsiedlung weiter verstärken“, sagt der Technische Beigeordnete und verweist auf die seit längerem bestehenden Bestrebungen der Donnerberger Vereine, ein Bürgerhaus betreiben zu können.

Röhm verweist auf die vorhandene Infrastruktur links der Vicht, wo Vereine in Büsbach, Münsterbusch, Dorff und Venwegen seit langen Jahren Gemeinschaftshäuser betreiben. Rechts der Vicht würde ein Bürgerhaus – über den Donnerberg mit seinen mehr als 5600 Einwohnern hinaus – einen breiten Siedlungsbereich abdecken können.

„Derzeit verfügt der Stadtteil über keine geeigneten Räumlichkeiten“, konstatiert Röhm. Die Nutzung des Pfarrheims – hier residiert die KOT St. Josef – sei räumlich und zeitlich limitiert. Auch die gute Zusammenarbeit mit der Bundeswehr bei der Nutzung von Liegenschaften in der Donnerberg-Kaserne stoße an Grenzen.

Dagegen sei die „Friederichs Ecke“ geradezu optimal für die Zwecke der Vereine, die ja über Jahre dort mit ihren Veranstaltungen und Versammlungen als Gäste wie Zuhause waren. Der Saal mit Bühne und Schiebewände misst rund 300 Quadratmeter, der Gastraum mit Versammlungszimmer, Küche und Nebenräumen weitere 140 Quadratmeter. Keller- und Obergeschoss bieten zusätzliches Potenzial. Auf insgesamt 625 Quadratmeter summiert sich die Nutzungsfläche.

Und weil sich die Eigentümer mittelfristig ohnehin von dem Gebäude trennen wollen, möchte die Stadt die Gelegenheit zum Ankauf nutzen. Zum 1. Februar wird der Eigentumsübergang angestrebt. Voraussetzung sei allerdings, das die IG Donnerberger Vereine – analog zu den anderen in Vereinsregie geführten Bürgerhäusern – bereit und in der Lage sei, eine „für die Allgemeinheit attraktive und wirtschaftlich tragfähige Nutzung zu etablieren und zu erhalten“, so Röhm.

Zudem müsse die IG ein Nutzungskonzept vorlegen. Ein Nutzungsvertrag regelt die Modalitäten. Demnach übernimmt die Stadt Verkehrssicherungspflicht, Winterdienst, laufende Betriebskosten und Substanzerhaltung der Immobilie.

Die IG trägt die Haftpflichtversicherung und muss ab 2019 jährlich mindestens 2500 Euro für Ausbau- und Verschönerungsarbeiten investieren. Der Rat beschließt eine Entgeltsatzung für die Nutzung, die Stadt vereinnahmt die Mieten. Dabei wird Mitgliedsvereinen der IG in der Regel ein 50-prozentiger Rabatt gewährt. Es sei denn, für die Benutzung des Saales werden Eintrittsgelder erhoben und oder Getränke verkauft. Davon wiederum ausgenommen werden Gemeinschaftsveranstaltungen, deren Reinerlös zur Instandhaltung des Bürgerhauses bestimmt sind.

„Wir sind unendlich froh, dass unsere Vereine nun eine eigene Heimat gewinnen“, sagt Hans-Josef Schneider. Der Vorsitzende der IG Donnerberger Vereine ist sich sicher, mit diesem Deal an die glorreichen alten Zeiten im Schatten des Senders anknüpfen zu können. „Wir sind bereits in der Vorplanung“, sagt Schneider. So habe die Karnevalsgesellschaft bereits ein Interesse an der dauerhaften Nutzung von zwei Räumen im Obergeschoss bekundet.

Und auch die übrigen Vereine freuen sich, wieder eine zentrale Anlaufstelle nebst einem Saal im Zentrum des Orts zu finden, betont Schneider. „Man muss doch einmal bedenken, dass es auf dem ganzen Donnerberg nur noch eine einzige Gaststätte gibt“. Dort fehle allerdings ebenso das räumliche Potenzial, das die Vereine benötigten, wie im Pfarrheim. „Wir freuen uns darauf, wenn es im nächsten Jahr losgehen kann“, betont der IG-Sprecher. Im Gebäude selbst sind nur wenige Verschönerungsarbeiten erforderlich, damit es losgehen kann ...

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