Stolberg - Freunde der Geschichte kommen auf ihre Kosten

Freunde der Geschichte kommen auf ihre Kosten

Von: Toni Dörflinger
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Karl Meurer (r.), GeschäftsfÀ
Karl Meurer (r.), Geschäftsführer des Heimat- und Geschichtsvereins, hat die Gestaltung der neuen Ausstellung übernommen und erläutert hier Herbert Jäger (l.) und Günter Jensch die Glasmalereien der Pfarrkirche St. Hubertus Büsbach. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. Glasmalereien aus den katholischen und evangelischen Kirchen Stolbergs stehen im Mittelpunkt einer Ausstellung, die seit dem Wochenende in der Galerie der Burg gezeigt wird.

Eine große Rolle spielen dabei die Ende des 19. und Mitte des 20. Jahrhunderts entstandenen Kirchenfenster. Sie werden in Form von groß- und kleinformatigen Fotografien präsentiert, die durch vier aus dem Deutschen Glasmalerei-Museum beziehungsweise der Firma Oidtmann stammende Originale ergänzt werden.

Die Gestaltung der Ausstellung, die den Titel „Meine Heimat - Stolberger Kirchenfenster - Geschichte(n) in Glas” trägt, hat Karl Meurer, Geschäftsführer des Stolberger Heimat- und Geschichtsvereins, übernommen. Er wurde von einem siebenköpfigen Team unterstützt, das sich darum gekümmert hat, dass die umfangreiche Foto- und Textsammlung, übersichtlich und ansprechend an den Wänden, mitten im Raum und in den Fensternischen platziert wurde. Mit Ausnahme von St. Josef in Werth, St. Brigida in Venwegen, St. Hermann-Josef auf der Liester und St. Josef auf dem Donnerberg wurden alle Kupferstädter Kirchen mit ihren Glasmalereien berücksichtigt. Dementsprechend ist die Liste der Künstler, deren Glasmalereien dargestellt und mit Erläuterungen und Biografien versehen wurden, lang.

Werke von Georg Meistermann

So gehören beispielsweise zu den gezeigten Objekten die Mitte der 1980er Jahre entstandenen Werke von Georg Meistermann in Schevenhütte, die ebenfalls in den 1980er Jahren hergestellten Ludwig-Schaffrath-Arbeiten in Münsterbusch und die Anfang der 1960er Jahre geschaffenen Glasmalereien von Hermann Gottfried in Zweifall. Sie werden durch Abbildungen ergänzt, die die Glasfenster präsentieren, die die Firmen Winkhold und Schneider-Schmolz 1899 für St. Barbara in Breinig und 1905 für St. Lucia in Stolberg künstlerisch gestaltet haben.

Werkzeuge in der Vitrine

Aber auch die in den 1950er Jahren entstandenen Fenster von Johannes Beek in St. Mariä-Himmelfahrt und von Walter Benner in St. Rochus, Zweifall, werden durch Abbildungen dokumentiert. Des weiteren werden in einer Vitrine Werkzeuge präsentiert, die für die in einer Glasmalereiwerkstatt erforderlichen Arbeitsschritte wie Schablonieren, Zuschneiden, Verbleien und Verkitten, benötigt werden. Da Kirchenfenster in bildlicher Form auch Geschichten erzählen können, wurden die in der Vichter Pfarrkirche St. Johannes Baptist Anfang des 20. Jahrhunderts geschaffenen Glasmalereien besonders hervorgehoben. Ihnen liegen Gleichnissen zugrunde.

Eröffnet wurde die sehenswerte Ausstellung im Rahmen einer Vernissage. Dabei skizzierte der Vorsitzende des Geschichtsvereins, Helmut Schreiber, den Werdegang der 1989 gegründeten Ausstellungsreihe und dankte dem Helferkreis und dem Ausstellungsmacher für die geleistete Arbeit. Das in der Kupferstadt vorhandene große Geschichtsinteresse lobte Bürgermeister Ferdi Gatzweiler und stellte fest: „Die Darstellung geschichtlicher Abläufe und Ereignisse hat in unserer Stadt einen hohen Stellenwert.”

Eine weitere Ausstellung gibt es in dem in der Torburg beheimateten Heimat- und Handwerksmuseum. Dort zeigt der Apotheker Hartmut Kleis - die offizielle Eröffnung fand am Sonntagnachmittag statt - unter dem Motto „600 Jahre Kultur- und Pharmaziegeschichte des Mörsers” zahlreiche Haushalts- und Apothekenmörser aus Holz, Bronze, Messing und Keramik, die unter anderem in Afrika, Asien und Europa entstanden sind und in ihrer Geschichte von der Gotik bis hin zur Neuzeit reichen.

Zu den gezeigten Objekten - platziert sind sie im Vorführ- und Holzraum des kleinen Museums - gehören beispielsweise ein großer afrikanischer Holzmörser, ein indischer Betelmörser, ein gusseiserner Mörser zum Zermalen von mineralischen Gesteinen und ein einfacher Steinmörser, der dem Verreiben von Gewürzen diente.
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