Freiwillige Helfer: Päddchenskolonn hält den Ort in Schuss

Von: Naima Wolfsperger
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Willi Müller und Eduard Joßet (v.l.) arbeiten auch im Wald. Hier machen sie einen Weg wieder passierbar, auf den ein Baum gefallen ist. Foto: N. Wolfsperger

Stolberg- Schevenhütte. Eine Gruppe von freiwilligen Helfern verschönert Schevenhütte. Einmal in der Woche trifft man sich zur Arbeit. Dafür geht „Päddchenskolonn“ auch im Wald.

Etwas steil geht der Wanderpfad vom Wendehammer am Sender ab, schlängelt sich durch ein dichtes Waldgebiet, das zwischen der Straße Zum Backofen und Joaswerk liegt. „Eine Abkürzung wenn man ins Dorf will“, sagt Eduard Joßet, Mitglied der „Päddchenskolonn“ die eine Unterabteilung im Heimat und Bürgerverein Schevenhütte e.V (HBV) ist. Kaum noch erkennbar, scheinen Holzbalken unter Erde und Laub hervor. Hier waren einmal Stufen angelegt, um den Abstieg auch weniger agilen Menschen zu ermöglichen. Aber das ist nicht der Grund dafür, dass der Pfad nicht mehr begehbar ist. „Ein paar Meter weiter ist ein Baum umgekippt“, sagt Joßet, „der blockiert schon seit geraumer Zeit den Wanderweg.“ Bald ist der Weg wieder frei. Der Stufen wollen sich die engagierten Schevenhütter auch noch annehmen.

Seit über 30 Jahren gibt es die „Päddchenskolonn“. Engagierte Schevenhütter treffen sich einmal in der Woche und kümmern sich um die Wanderwege in ihrem Ortsteil. Mit Motorsäge, Laubschneider, Rechen und vielen weiteren Geräten. Eben allem was dazu gehört, wenn man sich um die Pflege von Grünflächen kümmert.

Brücken reparieren

Ziel ist es, die Wanderwege begehbar zu halten. Nur die Pflanzen am Wegrand zu stutzen oder einen Baum zu beseitigen, reicht da nicht. Wie bei dem Weg, der wenige Meter vom Sendemast entfernt in den Wald führt, müssen manchmal Stufen angelegt, Bänke und Brücken repariert werden.

Nicht nur die Einsatzkraft und Freizeit opfern die Kupferstädter dabei ehrenamtlich. Auch die Geräte werden zum Teil von der Gruppe bezahlt. „Da muss dann jeder ein wenig den Geldbeutel öffnen“, sagt Joßet. Das Gerät gehört dann allen. Und Neuanschaffungen sind auch nicht drin. „Das sind ganz schön teure Produkte“, sagt Joßet. Ist eines kaputt, dann stellt Joßet eine Anfrage an den Bürgermeister, ob denn ein solches auf dem Betriebshof ausgelagert wurde. „Manchmal sind die Sachen kaputt“, sagt Joßet, „wir fahren dann hin und prüfen, ob wir das Gerät reparieren können.“

Rund 15 Kilometer der Wanderwege in Schevenhütte werden von der „Päddchenskolonn“ gepflegt. Welche Stellen bearbeitet werden müssen, wissen die Herren recht gut; die meisten von ihnen sind Hundebesitzer und viel im Wald unterwegs. „Da sehen wir dann die Missstände“, sagt Willi Spiegelmacher, der sich seit 20 Jahren bei der „Päddchenskolonn“ engagiert. Manchmal würde ihnen aber auch die Arbeit vom Heimat- und Bürgerverein (HBV) Schevenhütte angetragen. Der ehrenamtliche Einsatz kommt bei der Bevölkerung gut an. „Manchmal kommen Anwohner und spenden 10 Euro“, sagt Joßet, „oder sie stellen uns für den Feierabend ein paar Flaschen Bier an den Wegrand.“

Die aktiven Mitglieder werden aber immer weniger. „Am Anfang waren das knapp 25 Leute“, sagt Spiegelmacher. Er selbst war noch berufstätig, als er sein Engagement begann. Die meisten würden erst im Rentenalter beitreten. Das ist prinzipiell kein Problem, aber es hakt mit dem Nachwuchs. „Heute sind wir noch zu zehnt“, sagt Spiegelmacher. Dabei sei es doch gerade für Rentner eine super Beschäftigung. „Vielleicht ist die Päddchenskolonn so entstanden“, sagt Spiegelmacher und lacht herzlich, „dass die Leute lieber was mit ihrer Zeit anfangen wollten, als aus dem Fenster zu gucken und Autos zu zählen.“

Nicht immer ist die Truppe vollzählig. „Es kommt aber immer jemand“, sagt Spiegelmacher. So schaffen sie mal mehr, mal weniger. Um kurz vor 16 Uhr treffen sie sich und arbeiten etwa zwei bis drei Stunden.

„Wir sind auch nicht alle vom Fach“, sagt Joßet. Eingeteilt wird die Arbeit eben nach den individuellen Möglichkeiten. „Der eine schneidet dann mehr und der mit dem Schein macht sich eben mit der Motorsäge an den Baum“, sagt Joßet.

Den Baum und so einiges an Geäst schaffen sie an diesem Nachmittag. Für die Treppe werden sie wohl wiederkommen müssen. Einige Wege kontrollieren sie auch regelmäßig. Alle 14 Tage, beispielsweise, den Wiesenweg vom Farmkreuz bis zur Hohlstraße nördlich parallel zu dem Teerweg. „Das ist eigentlich der schönste Weg in Schevenhütte“, sagt Joßet, „weil es ein Wiesenwanderweg ist. Da kann man ganz Schevenhütte überblicken.“

„Wir haben aber auch Hinweistafeln zu besonderen Sehenswürdigkeiten in Schevenhütte aufgestellt“, sagt Willi Müller. Die Tafeln wurden von René Sauer und dem Vorstand des HBV entworfen und 2013 installiert. „Nicht zuletzt weisen wir auch die Wanderwege aus“, sagt Willi Müller. Körperliche, und nicht immer einfache Arbeit, die sich die Mitglieder der „Päddchenskolonn“ zum Hobby gemacht haben. Aber sie nehmen es gelassen: „Wir sind eine lustige Truppe, die für jeden Spaß zu haben ist“, sagt Willi Müller.

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