Stolberg - Freefight Stolberg: Gefährliche Situationen ohne Probleme meistern

Freefight Stolberg: Gefährliche Situationen ohne Probleme meistern

Von: Merve Polat
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Gefährliche Situationen können die Teilnehmer des Selbstverteidigungskurses nun meistern. Vor den Prüfungen für den gelben Gurt wärmen sich die Lehrgangsteilnehmer auf. Foto: Merve Polat

Stolberg. „Ich habe einige gute Sachen gesehen, die ihr schon instinktiv macht“, lobt Amaro Bento die Teilnehmer des Selbstverteidigungslehrgangs nach einer Übung, in der er die 22 Teilnehmer in zwei Gruppen aufteilte und miteinander trainieren ließ.

Diese instinktiven Verteidigungsmechanismen galt es beim Training im Amaro Bento Combat Defense System (ACDS) gezielt einzusetzen, um sich in Gefahrensituationen effektiv selbst schützen zu können.

Zusammen mit dem Verein Freefight Stolberg bot der Kampfsport- und Selbstverteidigungslehrer aus Portugal am vergangenen Wochenende eine Schulung in dem von ihm entwickeltem ACDS an, das unter anderem moderne Kampfsporttechniken aus Krav Maga Tactical, Kick- und Thaiboxen sowie Mixed Martial Arts vereint.

„Es ist ein Bewegungssystem mit relativ wenigen Techniken, die man auf möglichst viele unterschiedliche Situationen anwenden kann“, sagt Stefan Heinen, Gründer des Vereins Freefight Stolberg. Indem die Teilnehmer zum Beispiel lernen, sich mit der immer gleichbleibenden Bewegung aus einem unerwünschten Griff zu lösen, egal ob der Angreifer beide Hände dazu benutzt oder nur die rechte Hand, solle die realistische Selbstverteidigung möglichst einfach und schnell erlernt werden.

Dies führe zu dem positiven Effekt, dass man in Stresssituation wenige Entscheidungsschritte treffen müsse, führt Heinen weiter aus, dessen Verein unter dem Namen „Ambo Training Martial Arts Stolberg“ der erste Vertreter von ACDS in Deutschland ist. So wurden im Lehrgang verschiedene Szenarien in Treppenhäusern über Parkplätze bis hin zu Bars trainiert, in denen die Teilnehmer beispielsweise Schläge von oben abwehren, sich aus Würgegriffen befreien oder sich im Sitzen verteidigen mussten.

Dies wurde durch Gegenangriffe, aber auch durch deeskalierende Kommunikation erreicht: „Denn 99 Prozent der Gefahrensituationen kann man durch eine selbstbewusste Körperhaltung, Augenkontakt sowie bestimmenden Aufforderungen wie: ‚Geh zurück!‘, lösen“, weiß Bento, der seine erste Schule 1994 in der Schweiz eröffnete und mittlerweile etliche Schulen in Portugal und der Schweiz führt.

Dem portugiesischen Lehrer ist dabei außerdem besonders wichtig, ein System entwickelt zu haben, dass für alle funktioniert – egal ob Mann oder Frau, klein oder groß, Zivilist oder Polizist. So tritt beim Verteidigungslehrgang auch die kleinste Teilnehmerin gegen angehende Polizisten an: „Ich finde es gut, dass ich mit großen und kräftigen Männern trainiere, denn so hat man in realen Situationen keine Angst mehr vor gewaltiger Kraft“, erzählt Hikmat Halabi. Seit August hat sie die Selbstverteidigung im Verein Freefight Stolberg für sich entdeckt und gehört wie die meisten anderen Teilnehmern zu denjenigen, die nach dem Lehrgang zusätzlich eine Prüfung bei Bento ablegen, um den gelben Gurt zu erhalten.

Auch die Entwaffnung und Abwehr von Messern, Stöcken und Pistolen wurde im Rahmen des praxisorientierten Lehrgangs trainiert. Eine besondere Rolle spielte der von Bento entwickelte Plastikgegenstand „Chameleon“, der in seiner Form tatsächlich an ein Chamäleon erinnert und sich auf bestimmte Druckpunkte am Körper des Gegners anwenden lässt.

Am Ende des Lehrgangs gab es für alle Teilnehmer eine Urkunde und für Bento durchweg positives Feedback. So wolle der Verein Freefight Stolberg in Zukunft weitere Lehrgänge mit dem Lehrer aus Portugal anbieten, betont Heinen. Im Verein neu entstanden ist beispielsweise auch eine Kindergruppe, mit der ACDS trainiert wird.

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