Französischer Literaturabend in der Stadthalle

Von: Toni Dörflinger
Letzte Aktualisierung:
12048010.jpg
Heribert Leuchter (v.l.) sowie Sylvie Schenk, Katharina Fischer und Nicole Müller-Jansen, versorgten die Besucher eines Literaturabends sowohl mit Musik wie mit Lektüre. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. Die Jüdin Natalie ist einem Geheimbund auf der Spur, dessen Ursprünge in Frankreich des Zweiten Weltkriegs liegen. Eine Rolle spielen dabei auch ihre Eltern, die Natalie nie kennen gelernt hat, da sie in einem Waisenhaus aufgewachsen ist. Das Rätsel ihrer Herkunft kann sie lösen als sie die Bekanntschaft eines alten Priesters macht, dem die damaligen, mysteriösen Vorgänge bestens vertraut sind.

 Oder: Jacques Morlac ist im Ersten Weltkrieg mit einer Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet worden. Doch der Kriegsheld lehnt die Auszeichnung ab und heftet sie stattdessen seinem treuen Hund ans Halsband. Dieser Vorgang brüskiert den französischen Staat, der den tapferen Soldaten daraufhin in den Kerker sperrt. Als ein Untersuchungsrichter die Hintergründe dieses rätselhaften Falles erfahren will, offenbart sich ihm ein dunkles Geheimnis.

Diese Auszüge aus den Büchern „Falsche Haut“ von Leon Sachs und „Das rote Halsband“ von Jean-Christophe Rufin, spielten jetzt im Wintergarten des Hotels Stadthalle eine Rolle, als das Partnerschaftskomitee Stolberg-Valognes und die Bücherstube am Rathaus einen französischen Literaturabend präsentierten.

Im Mittelpunkt standen neben den beiden genannten Werken sechs weitere Bücher von französischen und französischsprachigen Autoren. Protagonisten des Abends waren der Musiker Heribert Leuchter sowie als Vortragende der Literatur die Schriftstellerin Sylvie Schenk und von der Bücherstube am Rathaus die Mitarbeiterinnen Nicole Müller-Jansen und Katharina Fischer.

Sie stellten den rund 40 Gästen Passagen aus den acht Büchern vor und versorgten die Besucher mit passender Hintergrundmusik. Neben dem Thriller „Falsche Haut“ und dem Drama „Das rote Halsband“ wurden auch die Bücher „Das Leben reparieren“ (Maylis de Kerangal), „Die kleine Kommunistin, die niemals lächelte“ (Lola Lafon), „Der Name meines Bruders“ (Larry Tremblay), „Alles Licht, das wir nicht sehen“ (Anthony Doerr), „Weine nicht“ (Lydie Salvayre) und „111 Orte in der Normandie, die man gesehen haben muss“ als Lesung bekannt gemacht.

Den Anfang machte Nicole Müller-Jansen mit dem Normandie-Reiseführer, den sie dazu nutzte, um sich unter anderem mit einen der traditionsreichen Stadtpalais in Stolbergs nordfranzösischer Partnerstadt Valognes auseinander zu setzen. Danach widmete sich Sylvie Schenk dem Buch „Die kleine Kommunistin, die niemals lächelte“.

Das Werk schildert eindringlich und gefühlvoll den Lebensweg einer rumänischen Turnerin, die als 14-Jährige 1976 bei den olympischen Spielen in Montreal gleich drei Goldmedaillen errang. Danach zitierte Katharina Fischer Passagen aus dem Buch „Alles Licht, das wir nicht sehen“. Das Buch befasst sich mit der Funktion des Radios als Element des Widerstandes und zum Aufspüren von Feindsender. Zu Ende ging die zweistündige Veranstaltung mit tosendem Applaus der Gäste.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert