Franz-Willi Hirtz: Geschenke und etwas Platt für den guten Zweck

Von: Leona Otte
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Ein bisschen Stolberger Platt für den guten Zweck: Hans-Willi Hirtz sammelte im Vichter Pfarrheim Lebensmittelpakete für die Stolberger Tafel und damit für viele bedürftige Menschen. Foto: L. Otte

Stolberg-Vicht. Geschenke über Geschenke türmen sich auf den Tischen im Vichter Pfarrheim, gerade passend zum ersten Advent. Doch so überwältigend der Anblick auch ist, ruft er gleichzeitig Bedauern hervor, denn diese Päckchen sind alles Spenden für die Stolberger Tafel.

Es ist eine gute Sache, kein Zweifel, aber so idealistisch es scheint, wäre es doch viel besser, wenn es nicht so viele Menschen gäbe, die auf diese Päckchen angewiesen sind. Wer hilfsbedürftig ist, hat es nicht leicht und davon sind rund 700 Familien sind in der Kupferstadt betroffen.

Mit dem eigenen Talent helfen

Franz-Willi Hirtz hat sich dazu entschieden, mit seinem Talent zu helfen. So veranstaltete der 63-Jährige jüngst eine Benefizveranstaltung im Vichter Pfarrheim.

Die Mundart spiegelt sich in seiner Leidenschaft wider, obwohl Hirtz sich auch mit Prosa und Lyrik beschäftigt, begeistert er am liebsten mit seinen selbst geschriebenen Texten auf Platt sein Publikum. „Angefangen hat alles schon vor langer Zeit: Intensiv mache ich das seit nun mehr als 40 Jahre, aber in der Öffentlichkeit zu sprechen, das kam erst in den 80ern”, erinnert sich Hirtz. Die Zuschaueranzahl wuchs stetig mit seinen Auftritten und demnach ist auch an diesem Abend das Pfarrheim voll besucht. Unter dem Motto „Wenn et ischte Kääzje brännt” fasziniert der Redner mit der Unterstützung von Egon Kneer am Akkordeon seine Gäste.

Es ist ein gut abgestimmtes Zusammenspiel der beiden Künstler: Franz-Willi Hirtz präsentiert seine Anekdoten locker, selbstsicher sowie souverän und Egon Kneer, der für seine Musik lebt, rundet das Programm durch seine musikalischen Einlagen ab. Es sind Geschichten aus dem Alltag, die Hirtz verwendet, um die Leute zum Lachen zu bringen. „Die Themen finde ich überall, ich habe immer etwas zu schreiben dabei und wenn ich etwas Passendes finde, sei es aus der Natur oder bei Interaktionen, so macht es plötzlich klick”, erklärt Hirtz weiterhin. Die Leute jedenfalls haben ihren Spaß und lachen zum Beispiel über Mann/Frau Konflikte und tollpatschige Erlebnisse.

Marianne Kuchem, eine Zuschauerin, zeigt sich erfreut: „Es ist so wunderbar, ihm zuzuhören, seine ganze Art, wie er sich präsentiert, sagt sehr viel über sein Wissen, seinen Humor und sein Können aus.” Weiterhin ergänzt Anni Kohn: „Hier kann ich noch mal richtig von Herzen lachen.” Anhand der Resonanz ist deutlich erkennbar, wie sehr die Leute es mögen, das Stolberger Platt zu hören, denn diese Form der Mundart verschwindet langsam aus der Welt der Sprache. Der Ansicht ist auch Hirtz: „Die Mundart soll erhalten bleiben und nicht aussterben. Nachfolgende Generationen haben kaum noch die Möglichkeit dazu, diese sprechen oder schreiben zu lernen und in 60 oder 70 Jahren ist sie dann ganz von der Bildfläche verschwunden.” Dieser Tatsache versucht er, entgegen zu wirken und indem er seine zweite CD am Abend der Lesung vorgestellt hat, kam er seinem Ziel wieder ein Stück näher.

Nicht nur für die Sinne

Die Benefizveranstaltung ist also nicht nur eine Sache für die Sinne gewesen, sondern auch für das Herz: Denn neben der Unterhaltung ging es hauptsächlich um die vielen engagierten Besucher, die eine Vielzahl von Lebensmittelspenden zusammen gebracht haben, um den Hilfsbedürftigen ihre Weihnachtszeit ein bisschen zu versüßen.
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