Fragebogen zur Gesamtschule „ist reine Bedarfsermittlung”

Von: Kolja Linden
Letzte Aktualisierung:
spd-gesamt-bu
Es geht um den Durchblick: Die Mehrheit aus SPD, FDP und Grünen will wissen, wie groß der Bedarf für eine Gesamtschule in Stolberg ist. Foto: ddp

Stolberg. Sie haben viel Kritik einstecken müssen, die Koalitionäre von SPD, FDP und Grünen im Schulausschuss. Nicht nur von der Opposition, die den von der Verwaltung erstellten Fragebogen nach dem Gesamtschulbedarf kritisierte. Sondern auch von den Leitern der Stolberger Schulen, die an der Erstellung des Fragebogens gerne beteiligt worden wären.

Doch nun wehrt sich die Koalition gegen die Vorwürfe. „Egal, welcher Vorschlag vorgelegt worden wäre, das Ergebnis im Schulausschuss wäre immer 8:7 gewesen”, sagt dessen Vorsitzender Patrick Haas (SPD). CDU und Linke hätten den Fragebogen so oder so nicht mitgetragen, „egal ob dieser mit Anhang fünf oder 30 Seiten umfasst hätte”. Es handele sich schließlich um eine Bedarfserhebung und nicht um eine umfangreiche Ermittlung sozialer Umstände.

Die Stolberger Schulleiterkonferenz hatte unter anderem dafür plädiert, durch die Befragung auch die Wahrnehmung der bestehenden Stolberger Schulen durch die Eltern zu ermitteln. Das jedoch geht der Koalition zu weit, man wolle schließlich wissen, ob der Bedarf für die Errichtung einer Gesamtschule besteht.

„Den Fragebogen in epischer Breite auszufahren, würde am Ziel vorbeiführen”, sagt Arndt Kohn, schulpolitischer Sprecher der SPD. Und Patrick Haas ergänzt: „Warum sollen wir 5000 Euro investieren, um eine Ja- oder Nein-Antwort zu erhalten?” Ein Frage in Richtung der CDU, die genau dieses Geld für eine professionelle Fragebogen-Erstellung ausgeben wollte.

Der Schulausschussvorsitzende ist überzeugt, dass der Fragebogen in seiner jetzigen Form den Zweck der Bedarfsabfrage voll erfüllt. „Wir haben ja auch über den Tellerrand geschaut”, gibt er zu Protokoll. Von zehn Fragebögen anderer Kommunen, die das gleiche Ziel hatten, sei kein einziger umfangreicher als der jetzt für Stolberg erstellte. Man dürfe aber auch nicht vergessen, dass die Befragung repräsentativ sein soll, das heißt, dass man einen hohen Rücklauf an Antworten brauche. „Die kriegt man nicht mit einem 30-seitigen Fragebogen, dann hören die Leute irgendwann auf.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert