Fortpflanzungsverhalten: Gastspiel im Zinkhütter Hof

Letzte Aktualisierung:
14641232.jpg
Der aus dem TV bekannte Kabarettist, Jürgen Becker, befasst sich bei seinem Gastspiel in Stolberg mit dem Fortpflanzungsverhalten von Mensch und Tier. Foto: Simin Kianmer

Stolberg. Jürgen Becker, einer von Deutschlands bekanntesten Kabarettisten und Moderator der „Mitternachtsspitzen“ im WDR, kommt mit seinem brandneuen Live-Programm „Volksbegehren - Die Kulturgeschichte der Fortpflanzung“ nach Stolberg.

„Mitternachtsspitzen“ sind im gleichnamigen Film mit Doris Day und John Garvin Dessous und so wagt der Moderator derselben einen kabarettistischen Beischlaf mit dem Eros, dem wohl mächtigsten aller Götter. Das Publikum spürt dabei geflissentlich, dass schöne Schenkel nicht nur im Bett betören. Gelegentlich darf man sich auch darauf klopfen.

Jürgen Becker bittet zum Blick durchs Schlüsselloch am Donnerstag, 1. Juni, um 20 Uhr im Zinkhütter Hof am Bernhard-Kuckelkorn-Platz. Zum Programm: Blattläuse haben es leicht: Wenn ihnen nach Fortpflanzung zumute ist, gebären die Lausmädels, ohne Zutun eines Lausbuben, bis zu zehn Töchter am Tag. Sie müssen nicht fragen: „Zu mir oder zu dir?“ Sie fragen: „Zu mir oder zu mir?“ So einfach kann das Leben sein.

Doch etwas muss ja dran sein am Sex. Jedenfalls hat sich der Austausch von Körperflüssigkeiten zwecks Fortpflanzung bei 99 Prozent der Tierarten durchgesetzt. Geschlechtliche Fortpflanzung findet man gar bei Obstbäumen, Topfpflanzen, Ziersträuchern und in Blumenrabatten, wenn darin Herren- und Damenkegelclubs des Nachts bei ihren feucht-lustvollen Ausflügen übereinander herfallen. Wir sind Tiere und werden es immer bleiben. Daran erinnert uns der Sex, weshalb er so beunruhigend, aufwühlend, elektrisierend, schockierend, bedrohlich und ... so angenehm ist.

So wundern wir uns über das Tierhafte unserer Körper und empfinden sie gelegentlich als peinlich, abstoßend und vulgär. Wir schämen uns ihrer, es sei denn, wir sind im Internet. Kann die Religion diese Scham erklären oder erklärt die Scham gar die Religion? Denn in der bunten Götterwelt finden wir bereits alle Spielarten der Sexualität wieder, auch die Homoerotische.

Und schon immer hat die Religion das versucht, was wir heute endlich geschafft haben: Wir können Kinder zeugen ohne Zeugungsakt und Sex genießen ohne Kinder zu zeugen. Früher musste man dafür beten: „Heilige Maria, die du empfangen hast ohne zu sündigen, lass mich sündigen, ohne zu empfangen!“ Aber was macht sexy? Was lehrt uns die Erotik über uns selbst? Und welche Lebensweisheiten können wir aus ihr gewinnen?

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert