Forstwirtschaftsjahr schließt mit einem Plus ab

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
13759088.jpg
Warmer Segen: Einen Überschuss von diesmal über 150 000 Euro hat Stolbergs Förster Theo Preckel erwirtschaftet. Foto: J. Lange

Stolberg. Erneut mit einem Plus schloss das vergangene Forstwirtschaftsjahr ab. Diesmal lag der Überschuss bei 150.492 Euro und damit knapp 30.000 Euro unter dem Ergebnis von 2015, als über 50.000 Euro mehr durch Holzverkäufe erzielt werden konnten.

„Die Preise für Nadelholz fielen zum Vorjahrespreis erneut um zehn Prozent“, erläutert Förster Theo Preckel in seinem Bericht für den am 18. November tagenden Ausschuss für Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt. Zudem stagnierten die Preise für das Laubholz.

Doch er wäre wohl nicht Theo Preckel, wenn der Stolberger Forstrat selbst in schwierigen (holz-)wirtschaftlichen Zeiten ein gutes Händchen bei der Bewirtschaftung der 1423 Hektar umfassenden städtischen Forstbestände ein erfolgreiches Händchen beweisen würde. Sogar in früheren Jahren, als Stürme für ein Überangebot an Holz sorgten, sprudelten gute Erlöse in die Stadtkasse.

Mit 342.842 Euro machen die Erlöse aus dem Holzverkauf den dicken Batzen des Etats aus. 3100 Festmeter (Fm) Fichte, 445 Fm Kiefer, 465 Fm Buche, 960 Fm Eiche und 32 Fm Lärche – macht 5002 Fm – wurden im vergangenen Jahr im Stadtwald geerntet; im Vorjahr waren es 5606 Fm.

Von rückläufig bis entspannt wegen des günstigen Heizölpreises kennzeichnet der Förster die Nachfrage nach Brennholz. Immerhin verdoppelte sich nahezu der Erlös aus dem Verkauf von Kaminholz, Pflanzen und Maibäumen auf 25.021 Euro. Die Einnahmen aus Jagdpacht bleiben mit rund 53.000 Euro konstant. Neben kleineren Gebühren erhielt Stolberg 22.610 Euro an Zuschüssen für Unterhaltung von Naturschutzgebieten, Tourismusangeboten und Reitwegen. 448.817 (2015: 495.596 )Euro stehen unter dem Strich der Einnahmeseite.

Mit 430.859 (2015: 453.746) Euro lagen die Ausgaben leicht unter Vorjahresniveau. Allerdings werde ein Viertel der Unternehmer- und Sachkosten von 133.032 Euro sowie ein Drittel der Personalkosten von 297.826 Euro zu Lasten der Naturschutzarbeiten sowie als Leistungen für Dritte (wie Betriebsamt, Kindergärten oder Schulen) verbucht. Somit verbleibt für den Forst eine Ausgabenposition in Höhe von 298.352 (2015: 316.214) Euro.

Einen erheblichen Teil des Aufwandes verursachten Waldschäden. Während Buchdrucker, Kupferstecher, Mäuse und die üblichen Pilze dem Förster im vergangenen Jahr keine Sorgen bereiteten, so registriert er zunehmende Schälschäden durch eine weitere Erhöhung der Rotwildbestände im Stadtwald. Spätfrost im April verursachte große Schäden in Buchen-Kulturen.

„4000 Pflanzen mussten nachgebessert werden“, sagt Preckel, der die Bestände umfangreich durchforsten ließ. „Das müssen wir intensiv beobachten“, sagt der Förster zu einem noch jungen Phänomen im Stadtwald: Der Pilz Nectria Ditissima, der so genannte „Buchenkrebs“, sorgte für Schäden in den rund 50-jährigen Buchenbeständen. Die Infektion durch den Pilz führt zu einem Absterben von Rindengewebe; der Baum versucht die Wunde durch ein Gewebe zu überwallen. Wucherungen entstehen.

Mit weit über 20.000 Setzlingen – nahezu ausschließlich Laubbäume – hat Theo Preckel im vergangenen Jahr die Bestände aufgeforstet. Dazu zählten 17.500 Rotbuchen, 1500 Stieleichen, je 500 Traubeneichen und Wildkirschen sowie je 100 Ebereschen und Feldahorne.

Auch für dieses Jahr ist die Anlage neuer Bestände geplant. 3000 Douglasien und 5000 Rotbuchen stehen auf dem Kulturplan des Forstwirtschaftsplanes. Die Kosten werden auf rund 21.000 Euro inklusive Setzlöhne und Flächenvorbereitungen geschätzt. Zum Einschlag kommen sollen rund 4710 Fm Fichte, 590 Fm Kiefer, 180 Fm Eiche und 200 Fm Buche.

Die Einnahmen kalkuliert Theo Preckel mit 250.000 Euro Holzerlöse, 50.000 Jagdpacht und 10.000 Zuschüsse. An Gesamtkosten erwartet er 448.500 Euro, wobei diese rund 135.000 Euro enthalten für die Pflege von Parkanlagen, Naturschutzgebieten sowie Arbeiten für andere Ämter. „Das bedeutet, dass die Bewirtschaftung der eigentlichen Forstbetriebsflächen kostendeckend erfolgt“, sagt Preckel. Der Aufwand zur Pflege von Stadtwald, Münsterwald, Gressenicher und Zweifaller Wald sowie Flächen an Steinbachshochwald und Camp Astrid rechnet sich.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert