Förderschüler wachsen über sich hinaus

Von: Katrin Haas
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Die Stolberger Filmcrew bei der Arbeit: 15 Minuten ist der Film lang, rund fünf Stunden Rohmaterial haben die Schüler gesichtet und ausgewählt. In dieser Woche wird ihr Beitrag zwei Mal im Kulturzentrum zu sehen sein. Foto: K. Haas

Stolberg. Die Schüler der Stolberger Regenbogenschule sind stolz auf ihre Schule. Sie singen das Schullied mit mehr Enthusiasmus als manch ein Fußballspieler seine Nationalhymne. Ob im Matheunterricht oder mit den Freunden auf dem Pausenhof, sie fühlen sich wohl. Und das wollen sie auch nach außen tragen.

In einem Projekt hat die Deutsch-AG einen Film darüber gedreht, was für sie Schule ausmacht. Gemeinsam mit dem Aachener Filmemacher und Regisseur Michael Chauvistré haben die 40 Schüler der Deutsch-AG sich das Drehbuch überlegt, Interviews geführt und im Medialab des Zeitungsmuseums Aachen die Szenen geschnitten. „Das ist eine super Möglichkeit für die Schüler ein ganz neues Medium kennen zu lernen und sich selber darzustellen“, erklärte die Konrektorin Petra Schnitzler.

Zunächst wurde die wöchentliche AG-Stunde für die Planung genutzt, die Szenen haben die Schüler im Alter von 11 bis 18 Jahre dann während der Projektwoche im Herbst gedreht. Lob gab es von Schnitzler auch für den Filmemacher Michael Chauvistré: „Der hat die Schüler von Anfang an so angesprochen, dass sie sich gut einbringen konnten.“

Das Projekt wurde vom NRW-Programm „Kultur und Schule“ unterstützt. 15 Minuten ist der Film lang, rund fünf Stunden Rohmaterial haben die Schüler gesichtet und ausgewählt. „Die Schüler hatten mehr Sensibilität für den Schnitt als andere Jugendliche“, beobachtete Chauvistré. Wichtig war es den Schülern, dass sowohl die Schulband als auch die Schwerbehinderten-AG im Film vorkommen.

Die größte Herausforderung war die Organisation: Die 40 Schüler wechselten sich in Kleingruppen mit der Arbeit ab. Ein Teil kümmerte sich um das Filmprojekt, während die anderen ihr heiß geliebtes Buch für die Deutsch-AG lasen. Die abwechslungsreichen Dreh- und Schnitttage mit spontanen Änderungen forderten die Schüler mit Förderbedarf und geistiger Behinderung besonders.

Denn die Orientierung an den klaren Strukturen des Schulalltags ist für sie wichtig. „Sie sind über sich hinausgewachsen“, berichtete die Konrektorin stolz. Die Filmcrew stand zwar fast nur hinter der Kamera, ist in der Schule aber schon berühmt geworden. Die anderen Schüler wollen immer wissen: „Wann wird wieder gefilmt?“

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