Förderpreis für neues Stolberger Kunsttalent

Von: Dirk Müller
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Thorsten Keune neben der Skulp
Thorsten Keune neben der Skulptur „Under Water I”. Foto: Dirk Müller

Stolberg. Die Plastiken der Krake und der Qualle „Under Water I und II” sind Thorsten Keunes erster „Ausflug in die dreidimensionale Welt”, und diese Premiere ist ihm geglückt: In Prüm wurde der Stolberger für die seine Skulpturen mit dem Förderpreis der EVBK (Europäische Vereinigung bildender Künstler in Eifel und Ardennen) ausgezeichnet.

Bei der Ausstellung „Natur ist Ansichtssache” waren die surrealistischen Werke bereits im Museum Zinkhütter Hof zu sehen und beeindruckten die Besucher mit ihrer Form, der tiefgründigen Metaphorik und dem ihnen innewohnenden schwarzen Humor, so dass nicht erst seit der Würdigung der EVBK klar ist, dass die Kupferstadt um ein Kunsttalent reicher ist.

Keune kam zwar in Aachen zur Welt, lebt aber seitdem in Stolberg. Der 31-Jährige besuchte zunächst die Büsbacher Grundschule an der Bischofstraße, dann das Ritzefeld-Gymnasium, wo er im Jahr 2000 Abitur machte. Den Zivildienst absolvierte Keune an der Regenbogenschule und anschließend nahm er ein Studium an der Akademie der bildenden Künste in Maastricht auf. „Innerhalb des Studiengangs ,Visuelle Kommunikation habe ich erst den Schwerpunkt ,Video gewählt, nach einem Jahr aber zu ,Grafik gewechselt”, beschreibt Keune seinen akademischen Werdegang, der mit dem „Bachelor of Art” endete.

Nach seinem Studium in Maastricht kehrte er zurück an eine seiner alten Wirkungsstätten: dem Ritzefeld-Gymnasium. „Bis zum Januar dieses Jahres habe ich dort fünfte und sechste Klassen in Kunst unterrichtet, und die Arbeit mit den Kindern hat mir wirklich sehr viel Freude bereitet”, sagt Keune. Momentan widmet er sich frei seiner Kunst, wobei die Freiheit für ihn in mehrfacher Hinsicht wichtig sei: „Der Betrachter meiner Werke soll völlig frei sein in der Interpretation dessen, was er wahrnimmt. Mal kommt er zum selben Schluss wie ich; das freut mich, weil ich dann gut gearbeitet habe. Je nach Persönlichkeit und Lebenserfahrung aber kann meine Kunst für ihn etwas ganz anderes bedeuten als für mich - und das soll auch so sein.”

Freiheit nimmt Keune sich auch beim Schaffen. Hauptsächlich malt er in Öl und Acryl, beeinflusst von Comics, Schallplattencovern, Street Art und seiner grafischen Ausbildung, allerdings keine Pop Art und stilistisch ohnehin kaum einzuordnen. Zudem fertigt er Holzschnitte, Vektorgrafiken aus dem Computer und Plastiken - Keune schafft Kunst in vielen Disziplinen. „Manchmal habe ich das Gefühl, ich bin noch nicht richtig angekommen. Aber eigentlich will ich das auch gar nicht, sondern mich in vielen künstlerischen Bereichen betätigen und weiterentwickeln”, beschreibt er. Dazu passt seine generelle Einstellung, vieles könne Kunst sein, und man müsse nicht unbedingt in einem Museum oder einer Galerie sein, um ihr zu begegnen:

„Ich sehe zum Beispiel einen Aufkleber oder ein Plakat und finde es toll, weil es für mich Kunst ist, die sich im öffentlichen Raum befindet.” Nach der Premiere im Zinkhütter Hof werden weitere Werke Keunes auch in der Kupferstadt zu sehen sein, verspricht der Künstler. Die ersten Kontakte zur hiesigen Kunstszene seien bereits geknüpft, und Einzelausstellungen sowie Beteiligungen an der Kunstausfahrt „Art Tour de Stolberg” oder dem Kunstspaziergang „Kunst auf dem Weg”, der am Sonntag, 28. August, von 11 bis 19 Uhr in und um Altstadt stattfindet, seien ebenfalls angedacht.

Die 55. Jahresausstellung der Europäischen Vereinigung bildender Künstler in Eifel und Ardennen (EVBK) im Abteigebäude in Prüm ist noch bis zum 5. August zu sehen (Öffnungszeiten: täglich von 9.30 bis 18 Uhr). Gezeigt werden Werke von 120 Künstlern, darunter die ausgezeichneten Skulpturen „Under Water” von Thorsten Keune.
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