Förderklasse für Flüchtlinge in Mausbach: Akute Platznot lindern

Von: Michael Grobusch
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„Wir haben ein sehr engagiertes Kollegium und eine übersichtliche Schulen“, begründet Leiterin Charlotte Eßer das Ja der Realschule Mausbach zu einer internationalen Förderklasse. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Die gute Nachricht gibt‘s vorweg: In der Realschule Mausbach wird zum neuen Schuljahr eine internationale Förderklasse für Flüchtlinge in der Sekundarstufe 1 eingerichtet. Das ist das Ergebnis eines Spitzengespräches, an dem Vertreter der Stadt Stolberg, der Städteregion sowie die Leiter aller weiterführenden Schulen in der Kupferstadt teilgenommen haben.

Damit kann der akute Platzmangel kurzfristig entschärft werden. Dass mit einer neuen Klasse die Probleme aber längst noch nicht alle und dauerhaft gelöst sind, das wurde im Schulausschuss vielfach zum Ausdruck gebracht.

Zwar gab es ein kollektives Lob für die Mausbacher Realschule, die auch nicht den Aufwand scheuen wird, mangels eigener freier Räume die Förderklasse in der benachbarten Grundschule unterzubringen. Vertreter aller Fraktionen unterstrichen aber, dass noch weit mehr passieren müsse, um eine mittelfristig ausreichende Versorgung sicherstellen zu können.

Und nicht nur das: „Die Initiative kommt ein bisschen spät“, kritisierte etwa Bernd Engelhardt und stellte fest: „Es müssen viel größere Anstrengungen unternommen werden, um dem steigenden Bedarf entsprechen zu können.“ Entsetzt zeigte sich der FDP-Vorsitzende angesichts des Berichtes der Verwaltung, die eingeräumt hatte, dass für mittlerweile neun Kinder und Jugendliche noch kein Schulplatz gefunden werden konnte.

„Die Beratungsgespräche mit dem kommunalen Integrationszentrum haben in Einzelfällen schon im August 2014 stattgefunden“, erklärte der Erste Beigeordnete Robert Voigtsberger. Was Bernd Engelhardt mit der Feststellung kommentierte: „Das heißt, wir machen uns seit August 2014 strafbar, weil wir die Erfüllung der Schulpflicht nicht gewährleistet haben.“

Damit dies in Zukunft nicht mehr vorkommt, hat der Schulausschuss der Verwaltung auf Initiative von SPD und CDU einen Arbeitsauftrag erteilt, der über den ursprünglichen Beschlussvorschlag weit hinausgeht. So soll im Gespräch mit der Städteregion geklärt werden, inwieweit in der auslaufenden Propst-Grüber-Hauptschule für die kommenden zwei Schuljahre zusätzliche internationale Förderklassen eingerichtet werden können. Gleiches gilt, voraussichtlich allerdings für einen längeren Zeitraum, „für eine Schule des gemeinsamen Unterrichts“, also Sekundar- und/oder Gesamtschule.

Stärker in die Pflicht nehmen will die große Koalition zudem die beiden Gymnasien, wie die schulpolitischen Sprecher Patrick Haas (SPD) und Hans Bruckschen (CDU) betonten: „Mit ihnen sollen intensive Gespräche geführt werden, um möglichst weitere Förderklassen einzurichten.“

Diese Vorschläge fanden nicht nur bei der FDP (Engelhardt: Warum eigentlich nicht am Goethe- oder Ritzefeld-Gymnasium eine Förderklasse einrichten?“) Zustimmung. Am Ende votierten alle Ausschussmitglieder für den erweiterten Beschlussvorschlag und die unmissverständliche Aufforderung an die Verwaltung, zeitnah weitere Optionen aufzuzeigen. Robert Voigtsberger zeigte sich zuversichtlich, dem entsprechen zu können: „Im Kreise der Schulleiter gibt es eine konstruktive Atmosphäre und einen sehr positiven Umgang mit dem Thema.“

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