Flüchtlinge: Zelte und Baucontainer werden knapp

Von: oha
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In der Stolberger Propst-Grüber-Schule sind derzeit rund 150 Flüchtlinge untergebracht. Foto: O. Hansen

Stolberg. Die Städte und Gemeinden in NRW sind, was die Aufnahme der Flüchtlinge angeht, inzwischen an ihren Leistungsgrenzen abgekommen. Die Bürgermeister haben deshalb einen „Brandbrief“ an Bundeskanzlerin Angela Merkel und Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (NRW) verschickt.

Der Städte- und Gemeindebund fordert europaweite steuer- und planbare Quoten für die Zuweisung der Flüchtlinge. Den Forderungskatalog der Bürgermeister hat auch Dr. Tim Grüttemeier aus Stolberg unterschrieben. „Es ist richtig, dass die Bundesrepublik ihrer Verpflichtung zur Hilfe von zufluchtsuchenden Menschen gerecht wird. Unsere Erfahrungen in Stolberg und die enorme Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung zeigen, dass die Integration der Flüchtlinge in unsere Gesellschaft gelingen kann“, betonte Grüttemeier am Mittwoch auf Nachfrage.

Um hinzuzufügen: „Insbesondere aufgrund der hohen Geschwindigkeit und der Größe der uns zugewiesenen Flüchtlingskontingente geraten wir vor Ort jedoch zunehmend an unsere Kapazitätsgrenzen. Ohne eine gesamteuropäische Lösung und ein neues, der veränderten Weltlage angemessenes Asylgesetz laufen wir Gefahr, die Kontrolle über die Entwicklung zu verlieren und durchaus vorhandene Chancen für unsere Gesellschaft zu verspielen.“

In Stolberg sind derzeit rund 750 Flüchtlinge untergebracht. 150 leben in der Propst-Grüber-Schule, 400 sind dezentral in unterschiedlichen Mietwohnungen untergekommen. Die Stadt betreut derzeit 50 minderjährige Flüchtlinge. Auf Stolberger Gebiet sind in die Turnhalle der Berufsschule außerdem 150 Flüchtlinge in Verantwortung der Städteregion eingezogen.

Bis zum Jahresende rechne die Stadt mit der Zuweisung von weiteren 200 Flüchtlingen, teilte Pressesprecher Robert Walz am Donnerstag auf Nachfrage der Redaktion mit. Die Stadt sei bemüht, möglichst viele Flüchtlinge dezentral unterzubringen. Wichtiges Ziel sei es, keine weiteren Sporthallen in Stolberg mit Flüchtlingen zu belegen, um den Schul- und Vereinssport nicht noch mehr zu belasten. Wie berichtet, läuft eine neue Anfrage der Stadt bei der Bundeswehr zur möglichen Nutzung des Kasernengeländes.

Kapazitätsgrenze erreicht

Weitere Grundstücke für die Errichtung von Zelten für neue Flüchtlinge ließen sich schon finden. Auch wenn die Erschließung mit Strom und Wasser nicht immer einfach ist. Doch entscheidend sind andere Probleme, die auch die übrigen Städte, die sich an die Kanzlerin gewandt hatten, kaum noch geregelt bekommen. Robert Walz: „Es wird zunehmend schwerer, Zelte, Klappbetten oder Duschkabinen zu bekommen. Der Markt ist praktisch leer gefegt.“ In ganz Deutschland seien die Kapazitätsgrenzen so gut wie erreicht. Habe man bis vor wenigen Wochen noch Baucontainer für die Unterbringung von Flüchtlingen kaufen oder mieten können, sei dies momentan kaum noch möglich. Inzwischen würden auch die Zelte knapp. Und das betreffe eben nicht nur Stolberg, sondern fast alle Städte, begründet Walz den Notruf der Kommunen.

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