Florian Birken ist einer von acht Auszubildenden der Stadt Stolberg

Von: Leona Otte
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Der Umgang mit Akten gehört dazu: Auf seiner letzten Station der Ausbildung ist Florian Birken im Personalamt tätig. Foto: Leona Otte

Stolberg. Nach der Schule beginnt für die meisten Jugendlichen ein neuer Lebensabschnitt. Bei den zahlreichen beruflichen Möglichkeiten ist es meist schwierig, sich zu orientieren und den richtigen Weg zu finden. Deshalb ist es umso wichtiger, auf die eigenen Talente und Neigungen zu vertrauen, um eine richtige Entscheidung treffen zu können.

Abiturient Florian Birken hat das getan und sich für eine Ausbildung im öffentlichen Dienst entschieden. „Nach 13 Jahren Theorie in der Schule wollte ich endlich mal etwas Praktisches machen”, sagt der 22-Jährige. Doch auch er hatte es nicht leicht.

Während des Zivildienstes bewarb er sich für mehrere Lehren in der Privatwirtschaft- und im öffentlichen Dienst. Dabei wog er das Für- und Wider ab, sprach mit Freunden und Bekannten und merkte, dass ihm eine Ausbildung im öffentlichen Dienst viel mehr gefallen würde. Die Gründe: Ein sicherer- und vielseitiger Arbeitsplatz, in den er seine wirtschaftlichen und politischen Interessen verfolgen kann.

Auf seine Bewerbung bei der Stadt Stolberg hin wurde Birken zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen. Durch sein Interesse, den ersten positiven Eindruck und die schulischen Leistungen bekam er eine Zusage. „Ich habe mich sehr gefreut und mir viel echt ein Stein vom Herzen, weil es heutzutage ja doch nicht so leicht ist, einen Ausbildungsplatz zu bekommen.” Seine Ausbildung als Verwaltungsfachangestellter begann er im Jahr 2007.

In dieser konnte er die größten Abteilungen des Rathauses durchlaufen, bekam einen Einblick in das System und lernte in den jeweils drei bis vier Monaten einiges dazu. Wissen, das in der Berufsschule noch zusätzlich erweitert werden kann - so wird die Praxis mit der Theorie verbunden.

Zurzeit befindet sich Florian Birken in seinem dritten Lehrjahr und arbeitet in seiner letzten Abteilung, dem Personalwesen. Sein Tagesverlauf ist für einen Auszubildenden recht anspruchsvoll und es wird schnell deutlich, dass diese Ausbildung für einen jungen Menschen nach zwei Jahren Erfahrung viel Eigenständigkeit erfordert: Schon am frühen Morgen kommt er ins Büro, dort wartet dann die Post auf ihn, die abzuarbeiten ist.

Er bearbeitet Urlaubs- und Krankenblätter, Beihilfen für Beamte und kümmert sich um das Kindergeld. Dabei erstellt er eine „To do”-Liste, kann sich die Zeit selber einteilen und seinen Tagesablauf individuell Planen. „Mir gefällt diese Abteilung am besten, weil hier ein angenehmes Arbeitsklima herrscht, es ist abwechslungsreich und ich habe sehr nette Kollegen”, sagt er lächelnd.

Ein offenes Ohr für Andere

Generell fühlt er sich im Rathaus sehr wohl und kommt auch mit den anderen fünf Auszubildenden gut aus. Zumal er zusätzlich auch noch Jugend- und Auszubildenden-Vertreter ist, der für die Probleme und Fragen der anderen immer ein offenes Ohr hat.

Doch ob verschuldete Städte wie Stolberg sich die Ausbildung noch leisten können, ist in die Diskussion geraten (siehe Kasten). „Ich fände das wirklich schade, wenn dieser Fall eintreffen würde. Wenn in der privaten Wirtschaft schon gespart wird, muss das nicht auch noch im öffentlichen Dienst sein, zumal die Stadt eine Art Vorbildfunktion besitzt”, sagt der 22-Jährige.

Trotzdem, Florian Birken hat Glück. Nachdem er die Halbjahresprüfung erfolgreich bestanden hat, stehen nun noch im Mai und April die Abschlussprüfungen an. Danach wird er vermutlich in der Abteilung des Personalwesens übernommen. Obwohl er mit diesem Ausbildungsgang auch in andere öffentlichen Einrichtungen wie zum Beispiel in Schulen oder Krankenhäusern arbeiten könnte, bevorzugt er es lieber, im Rathaus zu bleiben: „Ich finde es wirklich toll hier und könnte mir keinen besseren Job vorstellen.” Florian Birken hat also seinen eigenen Weg gefunden und die richtige Entscheidung getroffen.

Weitere Informationen:

Ende vergangenen Jahres hatte die Aussage des NRW-Innenministers Ingo Wolf für Aufsehen gesorgt, der von hoch verschuldeten Städten gefordert hatte, aus Kostengründen in ihren Verwaltungen auf Ausbildung zu verzichten. Protest hatte es daraufhin nicht nur von einer Reihe nordrhein-westfälischer Oberbürgermeister gegeben, sondern auch von der Stadt Oberhausen. Der Stadtrat der am höchsten verschuldeten Kommune in NRW hatte sich einstimmig geweigert, eine entsprechende Verfügung der Bezirksregierung Düsseldorf umzusetzen.

In der Städteregion Aachen wäre neben Würselen auch Stolberg von einer solchen Verfügung betroffen gewesen, die jedoch nach einer Intervention von Städteregionsrat Helmut Etschenberg bei der Bezirksregierung Köln zunächst ausgesetzt wurde. Die Stadt Stolberg bildet zurzeit acht junge Leute aus. Sechs davon werden Verwaltungsfachangestellte, zwei sind Stadtinspektoranwärter.
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