Finale der Trial-Europameisterschaft: Knifflige Situationen überstehen

Von: Dirk Müller
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Mit viel Geschicklichkeit meistern die besten Trial-Fahrer Europas die anspruchsvollen Sektionen am Kalvarienberg. Foto: D. Müller
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Auch die Gespanne garantieren für viel Action beim von der MSIG ausgerichteten Finale der Trial-Europameisterschaft. Foto: D. Müller

Stolberg-Gressenich. Das Knattern der Zwei- und Viertakter ist allgegenwärtig, Benzingeruch liegt in der Luft, und das Areal rund um das Vereinsgelände der Motor-Sport-Interessengemeinschaft Gressenich (MSIG) gleicht einem Campingplatz.

Am Kalvarienberg sind zahlreiche Wohnmobile und -wagen zu bestaunen, auf dem Vereinsgelände selbst Motorsport vom Feinsten, denn die besten Trial-Fahrer des Kontinents messen sich beim Endlauf des Eurocups. Statt Geschwindigkeit sind Balance und absolute Fahrzeugbeherrschung gefragt, und es gilt enge und winklige Sektionen über Stock und Stein und mit atemberaubenden Steigungen und Abfahrten zu meistern.

Nicht abwürgen

Neun knifflige Sektionen fordern die Solo-Fahrer heraus, sieben die Gespanne. Wer patzt, also mit einem Fuß den Boden berührt, die Sektion verlässt, die Maschine „abwürgt“ oder „hinlegt“, erhält Strafpunkte – und bedankt sich dennoch, selbst nach verkorkster Sektion, bei den Punktrichtern. „Trial-Fahrer sind freundliche Menschen“, sagt Bernd Kreutz, Geschäftsführer der MSIG. Davon können sich Besucher bei freiem Eintritt an dem Trial-Wochenende hautnah überzeugen. Sie erleben bei dem Finale der Europameisterschaft sportliche Wettkämpfe auf hohem Niveau und eine sehr gesellige, freundschaftliche Atmosphäre.

Große Familie

„Man kennt und mag sich. Wir sind quasi eine große Trial-Familie“, meint Kreutz. Da am Wochenende zuvor ein Eurocup-Lauf in den Niederlanden stattgefunden hat, kampieren viele Sportler schon seit einer Woche am Gressenicher Kalvarienberg. Bereits am Dienstag seien drei Österreicher bei Familie Kreutz zum Abendessen eingeladen gewesen, und „am Donnerstagabend waren elf Engländer bei uns zu Gast“, beschreibt der MSIG-Geschäftsführer, dass „wir umgekehrt in England und vielen anderen Ländern selbstverständlich gerne gesehen Gäste sind.“

Viele Freundschaften seien durch den Trial-Sport entstanden. Die „Trial-Familie“ umfasst, wie es sich für eine echte Familie gehört, mehrere Generationen. Während der jüngste Fahrer Sam Janssens aus Belgien gerade einmal 12 Jahre alt ist, zählt der älteste Teilnehmer, George Greenland aus Großbritannien, stolze 82 Lenze. Wobei der älteste Teilnehmer eigentlich eine Maschine ist: Da sowohl moderne „Twinshocker“ mit zwei Federbeinen am Hinterrad, als auch Oldtimer der Klasse „Pre 65“, also Motorräder mit Baujahr bis 1965, an den Start gehen können, hält heute eine „Indian“ den Altersrekord, die 1928 vom Band lief.

Ob die Fahrer aus Frankreich, Polen, Italien, Belgien oder den Niederlanden kommen – sie fühlen sich offensichtlich wohl bei dem Eurocup-Endlauf in der Kupferstadt. Was nicht nur in dem Rahmenprogramm mit Bilderschau und Oldie-Party, der guten Verpflegung und dem familiären Charakter der Veranstaltung begründet ist, sondern auch in der perfekten sportlichen Organisation. Von den insgesamt 150 Mitgliedern der MSIG sind alleine am Samstag 50 im Einsatz.

Als Punktrichter fungieren 32 Vereinsmitglieder, weitere kümmern sich um die Auswertung der Ergebnisse, den Getränkeausschank und die Küche. Rund 120 Fahrer aus ganz Europa nehmen an dem Trial-Wochenende am Kalvarienberg teil, und die Gressenicher Motor-Sport-Interessengemeinschaft hat mit der Ausrichtung der Großveranstaltung alle Hände voll zu tun. Aber dank der Mitgliederstärke des Vereins ist es einigen Fahrern dennoch möglich, aktiv am sportlichen Geschehen teilzunehmen.

Etwa Bernd Kreutz Junior, der in der „Pre 65“-Königsklasse auf seiner „Royal Enfield“ wieder sehr gute Leistungen zeigt. Obwohl er in der Eurocup-Saison an mehreren Läufen nicht teilnehmen konnte, belegt Kreutz Junior am Ende immer noch den starken vierten Platz bei der Europameisterschaft. Auch bei den modernen „Twinshock“-Maschinen brauchen die Fahrer der MSIG den europäischen Vergleich nicht zu scheuen: Klaus Treptow und Peter Schmitz erreichten punktgleich den zehnten Platz, und Inga Vyskocil belegte den zwölften Rang beim Eurocup.

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