Filigranes Schnitzen mit der groben Motorsäge

Von: Heike Eisenmenger
Letzte Aktualisierung:
Kettensägenkunst ist das Meti
Kettensägenkunst ist das Metier von Oliver Schulz. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg. Wenn sich Oliver Schulz seiner Kunst widmet, wird es laut. Für seine Umwelt, nicht für ihn: Er selbst trägt einen Hörschutz, wenn er loslegt. Der 45-Jährige ist Kettensägenkünstler.

Mit seiner Kettensägen-Kunst rundete er das Weihnachtsschmieden auf dem Kaiserplatz ab. Das Schmieden und das Sägen zogen zahlreiche Besucher zu den Kupferstädter Weihnachtstagen. Zwischen Holzbuden und im Schutz des Christbaumes hatte der Schreiner aus Sinzig-Löhndorf sein provisorisches Atelier aufgebaut.

Mitgebracht hatte er Tierskulpturen mit Motiven aus der Vogelwelt. Mit rund 60 Zentimetern waren das recht imposante Holzvögel, die naturgetreu gearbeitet sind. Man fragt sich, wie kriegt er das nur hin, all die Feinheiten mit einer Motorsäge in das Holz einzuarbeiten. „Für Feinarbeiten nehme ich eine ganz feine, kleine Säge”, verriet der 45-Jährige. Zugegeben, für eine Kettensäge mag dieses Modell, das er zeigt, ja klein sein; für jemanden, der eine Kettensäge nur von Weitem in Aktion erlebt, aber eher nicht.

Es ist nicht nur das Gefieder, auch die Augen der Vögel wirken echt. Das liegt an den Glasaugen, die wohl extra für Raubvögel-Imitate gemacht sind. Für seine Kunstwerke verwendet Schulz unterschiedliche Holzarten. Am liebsten sei ihm jedoch die gute alte Eiche. „Dieses Holz ist feinfaserig und ungemein haltbar.”

Gift ist für jeder seiner Skulpturen - egal aus welchem Holz sie sind - ist trockene Heizungsluft. „Holz trocknet durch die Wärme aus, wird spröde und reißt.” Seine Holzskulpturen seien für draußen gemacht und dementsprechend mit einem Lack imprägniert. Irgendwie passt das auch: Ein Adler, selbst wenn er nur aus Holz ist, kommt umgeben von der Natur doch erst richtig zur Geltung.
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