„Fiesta”: Altstadt wird zur Partymeile

Von: Dirk Müller
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Carlos Cacahfeiro (rechts) roc
Carlos Cacahfeiro (rechts) rockte mit seinem Sohn Sabino und den „Los Barstados” im „Piano”. Foto: D. Müller

Stolberg. Szenen, die an eine Völkerwanderung erinnerten, spielten sich am Samstagabend in der Altstadt ab. Zahlreiche Musikfans waren auf den Straßen und Gassen unterwegs. Grund dafür boten drei Livekonzerte mit vier Interpreten, oder anders ausgedrückt: die „Fiesta del Carlos”.

Die einzelnen Konzerte fanden zeitversetzt im „Piano”, „The Savoy” und der Burg-Galerie statt, so dass die Gäste der „Fiesta” keine Minute der mehr als fünfstündigen, abwechslungsreichen Musikveranstaltung versäumen mussten.

„Die Fiesta hat prima funktioniert, weil alle Beteiligten wirklich großartige Arbeit geleistet haben”, zeigt sich Melanie Esser, Partnerin und Managerin von Carlos, am Ende erleichtert. Beginnen konnte die dritte „Fiesta del Carlos” in der Musikkneipe „Piano”, die bei dem Konzert von „Los Barstardos” mehr als gut gefüllt war.

Die „Barstardos” rockten erstmalig in der Kupferstadt, obwohl ihr Bassist verletzungsbedingt ausgefallen war. Das Problem löste Carlos Cachafeiro, der als „Carlo Bandito” die Saiten zupfte und auch sang.

Das Trio in einmaliger Formation präsentierte den Gästen harte, raue Rockmusik mit viel Humor in ansprechenden Outfits. Stücke wie „Country Roads”, das nur beim Refrain wie John Denver klang, in den Strophen aber eher an „Led Zeppelin” erinnerte, und eigene Kompositionen wie das „Liebeslied” mit dem klangvollen Titel „Halt die Fresse, mi Amor” kamen sehr gut an.

Laute „Bino, Bino”-Rufe bewiesen, dass bei Songs wie „RocknRoll all Night” von „Kiss” ein kleiner „Gringo” den großen „Barstados” die Schau stahl: Unter dem Künstlernamen „Bino Bambino” ergänzte teilweise Sabino, der gerade einmal vierjährige Sohn von Carlos, die Band und wurde frenetisch für seine engagierte Rockshow gefeiert. Den Bass legte Carlos bei Neil Youngs „Rockin in the free World” beiseite, um das Schlagzeug zu bedienen und das Publikum zu begeistern.

Akustisch, aber ebenso temperamentvoll ging das Festival im „The Savoy” weiter. Spanische Klänge von „Los Meles” sorgten für Partystimmung in der ebenfalls randvollen Gaststätte. Ob mit Klassikern wie „Santa Esmeralda” und „Volare” oder mit Liedern von Santana und den „Gipsy Kings” - das Trio aus zwei Gitarristen und einem Schlagzeuger wurde für sein virtuoses Flamenco-Spiel mit tosendem Applaus belohnt.

Besonders als es zu einem Quartett gereichte, denn Carlos ergänzte „Los Meles” bei einigen Stücken stimmlich und an der Bassgitarre: „Entre dos Tierras”, „La Bamba” oder „Tage wie diese” riefen bei den Gästen wahre Begeisterungsstürme hervor.

Das große Finale der rauschenden „Fiesta” erlebten mehr als 200 Musikfreunde dann in der Burg-Galerie, wo das Trio „Lagerfeuer” mit Gitarre, Kontrabass und Cajón auf die Fans wartete. Gut zwei Stunden lang unterhielt die Band glänzend mit akustischen Interpretationen von Songs wie „Haus am See” von Peter Fox oder Michael Jacksons „Thriller” und Genre-Klassikern wie „The Boxer” und „Horse with no Name”.

Diesmal griff Carlos zur Gitarre, um bei „Lagerfeuer” mitzumischen und „Shout” und „Fly away” zum Besten zu geben. Solistisch dankte er den „Fiesta”-Gästen mit „Stairway to Heaven” und „Verdamp lang her” und ließ die gelungene Veranstaltung atmosphärisch ausklingen.

Anschließend war noch langes „Schulterklopfen” angesagt: „Super Party”, „Tolle Musik” oder „Machst Du das bitte nächste Woche wieder!” - der Zuspruch der Gäste war durchweg positiv, wie auch das Fazit, das Carlos selbst aus der dritten Fiesta zog: „Mehrere Generationen haben ausgelassen und friedlich miteinander gefeiert. Und für mich war es ein großes Erlebnis zu spüren, wie gut die ganz unterschiedlichen Musikrichtungen bei dem fantastischen Stolberger Publikum angekommen sind.”
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