FC Stolberg erwartet weiteres Geld von der Stadt

Von: Jürgen Lange
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Mit 400.000 Euro engagieren möchte sich die Stadt bei der Umwandlung des Aschenplatzes an der Birkengangstraße in ein Kunstrasenspielfeld für den FSV Columbia Donnerberg. Dies veranlasst den FC Stolberg, um eine Aufstockung der ihm gewährten 500.000 Euro zu bitten. Foto: J. Lange

Stolberg. Die Schlagzeilen der vergangenen Tage hat der Vorstand des FC Stolberg mit großem Interesse verfolgt. Nach der Vereinigung der beiden Vereine vom Birkengang und von Krakau zum FSV Columbia Donnerberg soll auf Vorschlag der Verwaltung der Stadtrat am Dienstag dem Fusionsverein ein Zuschuss in Höhe von 400.000 Euro gewähren, um Donnerberger den Aschenplatz an der Birkengangstraße in ein Kunstrasenspielfeld zu verwandeln.

Die Gesamtkosten inklusive Sanierung des Sportheims werden auf 620.000 Euro beziffert, die der FSV durch Spenden (10.000 Euro), Eigenleistung (60.000 Euro) und Kredit (150.000 Euro) decken will. Im Gegenzug werden Heim und Platzanlage am Trockenen Weiher aufgegeben, damit die Stadt dort mit der Entwicklung des Neubaugebietes Stadtrandsiedlung beginnen kann.

Doch diese Rechnung kann der FC Stolberg nicht nachvollziehen. Er erwartet „eine Gleichbehandlung bei der Zuschussbewilligung“, wie es in einem Schreiben an den Bürgermeister heißt. „Es ist nicht hinnehmbar, dass die Stadt bei der Fusion von drei Vereinen und der Aufgabe von zwei Tennenplätze, eines Tennisplatzes und von zwei Vereinsheimen einen Zuschuss von 500.000 Euro gewährt, bei der Fusion von zwei Vereinen und der Aufgabe eines Tennenplatzes und eines Vereinsheims aber einen Zuschuss von 400.000 Euro gewähren will“, argumentiert Dieter Hassler.

„Noch seltsamer“ erscheint dem 1. stellvertretende Vorsitzende des FC Stolberg die in unserer Zeitung für den FC Adler Büsbach angedeutete Perspektive, „ohne Fusion und nur aufgrund des Verkaufs einer alten Tennisanlage einen Zuschuss zur Errichtung eines Kunstrasenplatzes erhoffen“ zu dürfen.

Sicherlich sei der FC Stolberg der Stadt nachhaltig dankbar für die finanzielle Unterstützung beim Ausbau der Sportanlage Glashütter Weiher, betont Hassler ausdrücklich. Aber der Vizepräsident macht der Stadt auch noch einmal die Rechnung auf. Ihr sei „die Bereitstellung eines Geländes für die Errichtung eines Kunstrasenplatzes nach der ersten Fusion zwischen DJK Frisch-Froh und Stolberger Sportverein erspart“ worden. Außerdem sei ja auch nicht alles so reibungslos verlaufen beim FC-Projekt am Glashütter Weiher.

Dort habe die Stadt ihre anfängliche Zusage zurückgezogen, den Altlast-Hügel auf dem Sportgelände abzutragen, weil ihr die Kosten aufgrund der Schadstoffbelastung zu hoch gewesen seien. Damit sei der Plan des FC gescheitert, an dieser Stelle ein Kunstrasen-Kleinspielfeld mit DFB-Norm anlegen zu können. Geblieben ist den Rot-Grünen nun lediglich ein Bolzplatz zwischen Grillhütte und Volleyballfeld mit Naturrasen ohne DFB-Norm.

Zusätzlich habe der Verein aufgrund der Nichtabtragung der Halde die Anlegung einer Baustraße stemmen müssen. Weitere Zusatzkosten seien entstanden, weil der Baugrund unter dem Tennenplatz nicht ausreichend tragfähig gewesen war, durch die Erneuerung der Flutlichtanlage und dem Versetzen von Garagen zur Aufbewahrung von Sportgerät von der Rotsch zum Glashütter Weiher. Ohne die zusätzlichen Eigenleistungen der Vereinsmitglieder, die Hassler auf 1500 Stunden beziffert, belief sich der Mehraufwand auf 100 000 Euro. Deshalb habe der FC die Erneuerung der Heizungsanlage und Renovierung seines Vereinsheims bisher nicht realisieren können.

Die Konsequenz für Hassler ist klar. Er erwartet im Sinne einer Gleichbehandlung, dass die Stadt den Zuschuss an den FC „in Höhe der Zusatzkosten“ aufstockt. Mit dieser Forderung werden sich in der kommenden Woche zumindest der Verwaltungsvorstand und der Ausschuss der Großen Koalition beschäftigen.

„Jeder kann mehr brauchen“

Bereits jetzt kursiert der Vorstoß des FC intensiv diskutiert in Fußballer-Kreisen. Zurückhaltend äußern sich Vorsitzende von Vereinen, die die Stadt bei ihren Projekten gefördert hat. „Kein Kommentar“, sagt dazu Michael Frey. „Es ist nicht unsere Aufgabe, uns in andere Projekte und Verträge einzumischen“, betont der Vorsitzende des VfL Vichttal, der als erster Club überhaupt von der Stadt einen Zuschuss über 250.000 Euro zur Realisierung der Kunstrasenanlage auf dem Dörenberg erhalten hatte.

Ebenfalls mit dieser Summe unterstützt hat die Stadt die SG Stolberg bei der Umwandlung des Gressenicher Tennenplatzes in eine Kunstrasenanlage. Und auch die SG Stolberg möchte lieber nicht den Vorstoß des FC kommentieren. „Wir haben uns mit der Stadt auf einen Vertrag geeinigt“, so sagt es Vorsitzender Axel Wirtz, „und den haben beide Partner auf Heller und Pfennig erfüllt.“ Alles andere sei kein Thema für die Spielgemeinschaft.

Und auch der SV Breinig hat „kein Problem mit dem Zuschuss an den FSV Columbia Donnerberg“, wie es der Projektverantwortliche Dieter Jollet auf den Punkt bringt. Mit einem Zuschuss über 900.000 Euro und weiteren Leistungen für Grundstücke und Ausgleich im Wert von 500.000 Euro hatte die Stadt die Entwicklung des Sportzentrums Breinig unterstützt, während die alten Aschenplätze jetzt als Bauland vermarktet werden.

Wesentlich mehr als den Zuschuss an den FSV erwirtschafte die Stadt nun bei der Entwicklung des Neubaugebietes Stadtrandsiedlung. Und der neue Fusionsclub bringe wie alle anderen auch Eigenleistung in die neue Kunstrasenanlage ein. „Wir haben kein Problem damit“, sagt Jollet. Und fügt augenzwinkernd hinzu: „Klar kann jeder etwas mehr Zuschuss brauchen“. So hatten die Breiniger mangels Finanzen den Bau der geplanten Fußballhalle erst einmal zurückgestellt.

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