Stolberg - FC Columbia will ein Ende des Abwärtstrends

FC Columbia will ein Ende des Abwärtstrends

Von: Lukas Franzen
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Die neu gewählte Führungsriege wird entscheiden müssen, wie es mit dem FC Columbia Stolberg weitergehen soll: Dirk Keese (Fußballobmann, v. links), Peter Nießen (stellv. Obmann), Christoph Lohrsträter (2. Kassierer), Adem Basol (Kassierer), Bernd Pidancet (2. Vors.), Dennis Kaufmann (2. Geschäftsführer), Franz-Josef Schlepütz (1. Vors.), René Schlepütz (Geschäftsführer) und Günter Lamm (Ehrenvorsitzender). Foto: L. Franzen

Stolberg. Zwei Abstiege musste der FC Columbia Stolberg im vergangenen Jahr verkraften, und auch in dieser Saison werden beide Seniorenteams der Blau-Weißen wohl den bitteren Gang in eine tiefere Spielklasse antreten müssen.

Es ist ein Schicksal, mit dem der Klub aufgrund der bevorstehenden Kreisliga-Reform nicht alleine dasteht. Und dennoch scheinen die Gründe für den tiefen Fall des Stolberger Traditionsvereins vielschichtiger zu sein. Dies wurde auf der Jahreshauptversammlung deutlich.

„Wir haben uns in der Fußball-Kreisliga A gut geschlagen und sind erhobenen Hauptes abgestiegen“, sprach Spielertrainer Veysel Igneci in seinem sportlichen Bericht dem kleinen Kader für die zurückliegende Saison ein großes Lob aus. „Dennoch fehlen uns die finanziellen Mittel, um den Kader in die Breite zu entwickeln.“ Hinzu käme nun auch die schlechte Trainingsbeteiligung bei der 1. Mannschaft, so seine Kritik. „Dann muss man sich nicht wundern, wenn man wieder absteigt.“ Und zwar in die Kreisliga C.

Besser ist es im Augenblick auch nicht um die zweite Garde der Columbia bestellt, die aller Voraussicht nach in die neu geschaffene Kreisliga D „durchgereicht“ wird. „Im Laufe der Saison haben sich acht Spieler abgemeldet. Diese Verluste können wir nur noch mit Spielern der Altherren-Mannschaft auffangen“, hatte Trainer Peter Nießen ebenfalls wenig Positives zu berichten. Als wäre die sportliche Talfahrt noch nicht genug, zeichnete sich im letzten Jahr auch eine Führungskrise bei der Columbia ab, als der frisch gewählte 1. Vorsitzende Murat Burgut nach wenigen Wochen seinen Aufgaben nicht mehr nachkam – „aus beruflichen Gründen“, so die offizielle Darstellung des Klubs.

Kommissarisch übernahm Bernd Pidancet das Amt des Vorsitzenden und griff nach eigenen Angaben härter gegen „Fehlverhalten auf und neben dem Platz“ durch. „Ich kann damit leben, dass mit diesen Maßnahmen nicht alle einverstanden waren. In dem Amt brauche ich keine Freunde, sondern muss schauen, dass es im Verein rundläuft“, rechtfertigte Pidancet seine Entscheidungen.

Die 32 anwesenden Mitglieder bestätigten ihn in seinem ursprünglichen Amt als 2. Vorsitzender – wenn auch mit einer Gegenstimme und drei Enthaltungen. Einstimmig wurde hingegen Franz-Josef Schlepütz zum neuen 1. Vorsitzenden des Klubs gewählt. Sohn René Schlepütz wurde – ebenfalls einstimmig – im Amt des Geschäftsführers bestätigt, Dennis Kaufmann zu seinem Vertreter bestimmt. Die neuen Fußballobmänner der Columbia heißen Dirk Keese und Peter Nießen. Adem Basol bleibt 1. Kassierer des Vereins, Christoph Lohrsträter rückt als sein Stellvertreter neu in den Vorstand.

In der Führungsetage des Vereins stellte die Jahreshauptversammlung also wieder klare Verhältnisse her, während ein Thema überraschenderweise gänzlich auf der Tagesordnung fehlte. „Wir sind selber verwundert, dass eine mögliche Fusion noch nicht mal unter dem Tagesordnungspunkt ‚Verschiedenes‘ zur Sprache kam“, äußerte sich Geschäftsführer René Schlepütz unmittelbar nach der Versammlung überrascht. „Unter unseren Mitgliedern und Spielern wird dieses Thema immer wieder diskutiert.“

So geht Bernd Pidancet aktuell davon aus, „dass eine Fusion bei den nächsten Vorstandssitzungen auf jeden Fall thematisiert wird.“ Und auch Columbias neuer 1. Vorsitzender Franz-Josef Schlepütz weiß um die Bedeutung der Angelegenheit für seinen Verein: „Wir sind für eine Fusion. Wenn Ende 2015 die Nutzungsverträge mit der Stadt Stolberg für die Sportplätze auslaufen, kann wohl kein Verein mehr alleine überleben.“

Dennoch stelle sich die Frage, welche Vereine zu einer Fusion bereit seien, sind sich die drei Vorstandsmitglieder einig. „Aus dem näheren Umfeld bleiben der TSV Donnerberg, ASA Atsch und Adler Büsbach übrig“, nennt Pidancet konkrete Namen.

Der TSV Donnerberg, dessen Sportplatz nur wenige hundert Meter Luftlinie von „Krakau 1“ entfernt liegt, empfiehlt sich mit einer großen Jugendabteilung und einer 1. Mannschaft, der aller Voraussicht nach der Durchmarsch in die Kreisliga A gelingen wird. „Doch im Falle einer Fusion mit dem TSV müsste uns die Stadt ein neues Gelände stellen oder das Terrain der Donnerberger vergrößern. Ein einziger Platz ist für 15 bis 19 Teams einfach zu wenig“, rechnet Franz-Josef Schlepütz vor.

Allerdings bestehen große Zweifel an der Erweiterbarkeit des Sportgeländes an der Birkengangstraße. Der „Schlackeberg“ hinter dem Sportplatz müsste nach Einschätzung des Vorstands abgetragen werden und gilt als belastet. „Gegen die Kosten für eine solche Maßnahme ist die Schaffung eines Kunstrasenplatz nichts“, meint der Vorsitzende.

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