Stolberg - Faustdicke Überraschungen in Kreisliga B

Faustdicke Überraschungen in Kreisliga B

Von: Lukas Franzen
Letzte Aktualisierung:
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ASA Atsch will „den ein oder anderen Favoriten ärgern. VfL Vichttal II hat mittelfristig ehrgeizige Ziele: die nächste Saison soll in die Kreisliga A führen. VfL Vichttal III ist bereit „jede Woche ans Limit“ zu gehen. Foto: L. Franzen

Stolberg. Egal welchen der drei B-Ligisten aus der Kupferstadt man betrachtet – eine Veränderung hat es bei jeder Mannschaft gegeben. Neuer Trainer, alte Liga, so lautet die Kurzfassung dieser Neuerungen für ASA Atsch und den VfL Vichttal II.

Neue Liga, alter Trainer, heißt es beim einzigen B-Liga-Neuling aus Stolberger Sicht: Aufsteiger VfL Vichttal III.

Die Anzahl der Stolberger Vereine, die in der anstehenden Saison noch in dieser Spielklasse an den Start gehen, hat sich trotz des Vichttaler Aufstiegs weiter reduziert. Die Stolberger stellten vor zwei Jahren fast 50 Prozent aller Teams, gingen in der letzten Saison aber nur noch mit vier Mannschaften an den Start – ein Aderlass, der vordergründig mit der Kreisligareform zu erklären ist.

Die Reserve des SV Breinig II schaffte in der letzten Saison den Aufstieg in die Kreisliga A, während sich der FC Stolberg II in die Kreisliga C verabschiedete. Von der ehemaligen Stolberger „Derbyliga“ ist nicht mehr viel übrig. Lediglich ASA Atsch und Vichttal II werden sich in der Staffel 2 noch ein Stadtduell liefern.

VfL Vichttal III

Für Frank Freialdenhoven, der den Aufstieg mit dem VfL direkt im ersten Jahr seines Trainerengagements auf dem Dörenberg perfekt machen konnte, ist die Staffel 1 die stärkere der beiden B-Ligen. Seine Mannschaft wird sich in den kommenden Monaten vor allem mit Vereinen aus Würselen, Alsdorf und Eschweiler messen, von denen der Coach die Eschweiler Clubs, allen voran den neufusionierten SC Berger-Preuß sowie SV St. Jöris und Sportfreunde Hehlrath, zu den Favoriten zählt.

Tabellenregionen, mit denen die Vichttaler Drittvertretung aller Voraussicht nach nichts zu tun haben wird, wie Freialdenhoven betont. „Der Klassenerhalt hat Priorität“, stellt der Trainer klar. „Wir wollen uns so schnell wie möglich an die neue Liga gewöhnen, in der wesentlich schneller und robuster gespielt wird.“

Auch von den hohen Siegen aus der letzten Saison müsse sich das Team wohl verabschieden, bleibt der Aufstiegstrainer realistisch. „Wir sind die einzige Drittvertretung in der neuen Liga und treffen auf viele erste Mannschaften. Wir müssen jede Woche ans Limit gehen.“

Positiv sei, so Freialdenhoven, dass das Aufstiegsteam fast komplett zusammengeblieben sei und das Mannschaftsgerüst mit fünf Neuzugängen weiter verstärkt wurde. Schleppend verlief dagegen die Vorbereitung, da die Trainingsbeteiligung seines 19er-Kaders aufgrund dreier Langzeitverletzter sowie urlaubs- und schichtbedingt nur mittelmäßig gewesen sei.

ASA Atsch

Einen positiven Eindruck hinterließ dagegen der einzige Club aus der Kupferstadt, der noch mit einer ersten Mannschaft in der Kreisliga B antritt, in der Vorbereitung. Besonders mit ihrem 4:3-Sieg in der ersten Runde des Jacobs-Cups in Vicht gegen Landesligist Sportfreunde Düren sorgte ASA Atsch für eine faustdicke Überraschung.

Jenseits der Stolberger Sommerturniere habe man jedoch weitestgehend auf Testspiele verzichtet, wie Daniel Lillot, der neue Übungsleiter der Schwarz-Gelben berichtet. „Ich bin kein Anhänger von zu vielen Testspielen. Es ist besser, wenn die Mannschaft heiß auf den ersten Spieltag bleibt“, ist der 35-Jährige überzeugt.

Lillot steht in dieser Saison als Nachfolger von Achim Sarlette an der Seitenlinie, der in der letzten Saison seinen Rückzug bekanntgegeben hatte. Ein Unbekannter ist „der Neue“ jedoch keineswegs. Denn der ehemalige Mittelfeldspieler, wechselte bereits 2010 in die Atsch und wurde vor der Sommerpause bereits als Co.-Trainer an seine neue Aufgabe herangeführt.

„Ich bin davon überzeugt, dass wir eine sehr gute Mannschaft haben“, gibt sich Lillot selbstbewusst. „Unter den ersten vier Teams sehe ich uns nicht, aber die Plätze 5 bis 8 halte ich für realistisch.“ Damit peilt der Coach einen sicheren Mittelfeldplatz wie in der vergangenen Spielzeit an, als ASA Atsch in der Endabrechnung Rang 7 belegte.

Mit 21 Feldspielern und drei Torhütern soll dieses Vorhaben gelingen: Zwei Abgänge stehen sieben Neuverpflichtungen gegenüber. „Ein guter Mix aus Jung und Alt“, meint Lillot. „Und obwohl wir keine Aufstiegsambitionen haben, wollen wir den ein oder anderen Favoriten ärgern.“

Dazu zählt der Trainerneuling Clubs wie Raspo Brand und SV Eilendorff II. Ersterer Club wartet bereits am vierten Spieltag. Das einzige Stadtderby dieser Saison gegen Vichttal II komplettiert das harte Auftaktprogramm der Atscher am dritten Spieltag. „Danach ist eine wirkliche Standortbestimmung möglich“, so Lillot.

VfL Vichttal II

Die Einschätzung der Meisterschaftskandidaten – auch der VfL-Trainer tippt auf Brand oder Eilendorf – ist nicht die einzige Gemeinsamkeit zwischen ASA Atsch und der Vichttaler Zweitvertretung in dieser Saison. So zeichnet mit Frank Kohl ebenfalls ein neuer Mann verantwortlich für die Leistungen seines Teams, der wie sein Atscher Trainerkollege einen gesicherten Mittelfeldplatz als Saisonziel ausgegeben hat.

Kohl, der zudem die A-Jugend des Fusionsclubs trainiert, hatte kurzfristig Manfred Pomp als Trainer beerbt, da dieser sich in Zukunft wieder verstärkt seiner Aufgabe als sportlicher Jugendleiter widmen wolle, hieß es. „An unserem U23-Projekt der zweiten Mannschaft halten wir aber weiter fest“, so Kohl.

„Unsere zweite Mannschaft soll als Auffangbecken für Jugendspieler dienen, die den Sprung in die Landesligamannschaft nicht auf Anhieb schaffen.“ Gut ausgebildete A-Jugendliche hätten in der Kreisliga B in der Regel keine großen Probleme, ist Frank Kohl überzeugt. Mittelfristig sind die Ziele auch ehrgeiziger formuliert: „In der nächsten Saison peilen wir den Aufstieg in die Kreisliga A an.“

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