Fastenzeit: Stolberger Arzt verspricht Erfolg mit Insulin-Diät

Von: Lukas Franzen
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Genug essen, um schlank zu werden: Das empfiehlt Dr. Friedhelm Peters den Teilnehmern seines VHS-Kurses pünktlich zu Beginn der Fastenzeit. Foto: L. Franzen

Stolberg. Eine alte Volksweisheit besagt: „Morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein König und abends wie ein Bettler speisen.” Der Stolberger Arzt Dr. Friedhelm Peters ist sogar der Überzeugung: „Wer abnehmen will, muss viel essen.”

Klingt gut, doch haben wir uns bisher umsonst mit „Weight Watchers”, „Low-Fat” oder Nulldiäten gequält, wenn abspecken doch so einfach geht?

„Schlank im Schlaf” heißt das Konzept, das auf Insulin-Trennkost basiert und bis zu vier Kilo Gewichtsreduzierung pro Monat verspricht. Wie es geht, erklärte Dr. Friedhelm Peters kurz vor Beginn der Fastenzeit bei seinem Vortrag an der VHS Stolberg.

135 Interessenten

„Ganz Stolberg will offenbar schlank werden”, scherzte Peters, als er in den gut gefüllten Raum blickte. 135 Interessenten gab es für seinen Vortrag. Kapazitäten waren lediglich für gut 25 Teilnehmer vorhanden, so dass Peters und die VHS bereits weitere Termine vereinbart haben.

Ursprünglich stammt das Konzept, das er präsentierte, aus der Diabetesforschung. Bei Zuckerkranken konnte durch die Insulin-Trennkost die Ausschüttung dieses Stoffes reduziert und die Bauchspeicheldrüse geschont werden.

Ein netter Nebeneffekt: Die Patienten nahmen dabei auch ab.

Während überschüssige Mengen an Insulin die Entleerung der Fettzellen verhindern, kann die Insulinproduktion durch die Trennkostmethode in Schach gehalten werden und wirkt der Verfettung des Körpers entgegen.

Der Essener Arzt, Dr. Detlef Pape, griff diesen Ansatz auf und entwickelte das Konzept „Schlank im Schlaf”.

„Eine Diät ist das nicht”, erklärte der Experte Peters. Vielmehr eine optimale Ernährungsumstellung, bei der möglichst wenig Insulin produziert wird und man zur richtigen Zeit des Tages das Richtige ist.

„Drei Hauptmahlzeiten, keine Zwischenmahlzeiten und fünfstündige Pausen dazwischen”, rät Peters. „Morgens zum Frühstück beispielsweise drei bis vier Brötchen mit Nutella”.

Wie so oft blickt Peters nach dieser Aussage in ungläubige Gesichter, doch die passende Erklärung lässt nicht lange auf sich warten: Morgens benötigt der Körper rund 75 - 100 Gramm Kohlenhydrate, um fit für den Tag zu sein und gut arbeiten zu können. Umgerechnet sind das drei bis vier Brötchen oder Brote.

Müsli und Obst ist ebenfalls möglich. Vermeiden sollte man hingegen Milch, Käse oder Aufschnitt.

Nach einer fünfstündigen Pause steht dann das Mittagessen auf dem Programm und auch hier erleben viele Zuhörer eine Überraschung: „Mittags ist fast alles erlaubt”, behauptet Peters. Ob Nudeln, Reis oder Kartoffeln mit Fisch oder Fleisch, auch ein Nachtisch ist möglich, denn der Körper benötigt bis zu 125 Gramm Kohlenhydrate. Zwischen 11 und 16 Uhr verbraucht er in der Regel am meisten Energie.

Nachdem der Körper über Tag viele Kohlenhydrate verbrannt hat, sind diese für die dritte und letzte Malzeit des Tages tabu. Abends kein Brot, Obst oder Reis, keine Brötchen, Nudeln oder Süßigkeiten mehr, sondern ausschließlich eiweißhaltige Produkte wie Fleisch, Fisch, Geflügel oder Salat.

„Sogar ein Glas Bier oder Wein ist in Ordnung”, sagt der Arzt. Wenn der Körper in der Nacht dann weitere Energie für seine Regeneration benötigt und keine Kohlenhydrate mehr vorhanden sind, nutzt er die Fettreserven des Körpers, Fett wird abgebaut und wir nehmen ab. „Durch die richtige Ernährung kann man den Körper also dabei unterstützen, besser an die leidigen Polster heranzukommen”, schwört Dr. Peters.

Vielen Patienten habe er so schon helfen können die Kilos purzeln zu lassen, berichtet Friedhelm Peters, der sich selbst seit Jahren nach dieser Idee ernährt.

„Meine Patienten haben durch diese Methode teilweise 20 - 30 Kilo abnehmen können.” Viele Diäten hingegen bringen oft nur kurzfristigen Erfolg.

Während viele Menschen nach strengen Diäten rückfällig werden und durch den einsetzenden Heißhunger wieder zunehmen, ist man nach den drei ausgewogenen Malzeiten immer satt.

Somit bleibe der so genannte „Jojo-Effekt” bei der Ernährungsidee von „Schlank im Schlaf” meist aus, erzählt er.

„Schlank im Schlaf” sei aber eine langfristige Sache, betont der Fachmann. Aus Berufserfahrung weiß er: „Patienten sind oft ungeduldig.”

Wer abspecken möchte sollte allerdings auch die sportliche Bewegung nicht vernachlässigen, denn durch walking oder schwimmen werden zusätzliche Kalorien verbrannt.

Bei den Getränken sollten zuckerhaltige Säfte vermieden werden. Wasser ist eindeutig die beste Lösung, aber auch „Light”-Getränke sind möglich.

Eine gesunde Mischung aus Ernährungsumstellung, kalorienarmen Getränken und sportlicher Bewegung macht also den Unterschied auf dem zu einem gesunderen Leben und einer schlankeren Figur.

„Übergewicht kann beispielsweise zu ernsthaften Erkrankungen wie Schlaganfällen, Herzinfarkt, Krebs oder Hormonstörungen führen”, mahnt Friedhelm Peters und hofft, dass sich möglichst viele Menschen seine Tipps zu Herzen nehmen. Schließlich ist bald ja auch wieder Fastenzeit.
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