Fastenzeit: Es geht um so viel mehr als um Abnehmen

Von: Christoph Hahn
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Viele Menschen sind während der Fastenzeit auf der Suche nach einer Methode, um ihr Wunschgewicht zu erreichen. Wer sich für das Fasten entscheidet, sollte seinem Körper aber zumindest ab und zu eine Brühe gönnen, damit er mit den nötigsten Mineralstoffen versorgt wird. Foto: Felix Kästle/dpa
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Fasten – ja, aber mit Bedacht. Das rät Cathy Backes, Ernährungsberaterin und Diätassistentin im Stolberger Bethlehem-Gesundheitszentrum. Foto: H. Eisenmenger
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Die Stolberger Gläubigen empfangen heute vielerorts das Aschenkreuz, unter anderem auch um 17.30 Uhr in St. Franziskus. Foto: S.-L. Gombert

Stolberg. Es geht nicht nur um Aschenkreuze, nicht nur ums Verzichten oder das Abnehmen: Auch in Stolberg bedeutet der Aschermittwoch mehr, viel mehr. Institutionen der Kupferstadt begleiten den Anbruch der 40-tägigen Fastenzeit mit einem vielfältigen Angebot.

Mit dabei ist auch ein wichtiger Träger der Bildungsarbeit, das Helene-Weber-Haus in der Oststraße. Das Programm enthält sowohl Kurse für Heilfasten, das in erster Linie auf eine intensive Reinigung des Körpers abzielt, Angebote zur Gewichtsreduktion wie „Abnehmen – aber mit Vernunft“ und auch solche, bei denen es vorrangig um eine gesunde Ernährung geht.

Aber nicht nur das: Stark in die Tiefe geht es bei den „Kiddix“-Kursen für Eltern und Kinder. In deren Verlauf geht es vor allem um soziales Lernen und dabei auch darum, was es bringt, zu verzichten und zu teilen. Wenn es darum geht, den von vielen Menschen geübten Verzicht auf Fleisch in der Fastenzeit richtig kreativ und ideenreich umzusetzen, kann das Helene-Weber-Haus schon am ersten Donnerstag nach Aschermittwoch, am 2. März zwischen 18 und 21.45 Uhr entscheidend weiterhelfen – mit „Das Feinschmecker-Fisch-und-Seafood-Menü“, für das die Teilnehmer allerlei Leckereien aus dem Meer zubereiten.

Denn damit die Fastenzeit ihren Sinn behält, geben ihr die Bildungsexperten eine kräftigen Spritzer Sinnlichkeit – und das vor allem (aber nicht nur) im März. Von einem ganz anderen Blickwinkel aus gehen die Fachleute des Bethlehem-Gesundheitszentrums das Thema „Abnehmen und Diät“ an, müssen sie doch zuerst die speziellen Bedürfnisse von kranken Menschen im Auge haben. Das bedeutet aber nicht, dass die Experten Gesunden oder denen, die es werden wollen, nichts zu sagen hätten – ganz im Gegenteil.

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Eine, die sich bei den Strategien zum Abnehmen und Gesundbleiben besonders gut auskennt, ist Cathy Backes. Die 22-jährige gebürtige Belgierin tut das auf besonders solidem Fundament: Ihr Metier hat sie im Rahmen eines Studiums mit Bachelor-Abschluss in Lüttich erlernt. Grundsätzlich, meint Cathy Backes, steht dieser Weg jedem offen, der ihn beschreiten will: „Grundsätzlich kann beziehungsweise darf jeder gesunde erwachsene Mensch problemlos fasten.“

 

Allerdings müsse er oder sie dabei eines beachten: „Eine strenge Fastenkur bedeutet gleichzeitig aber auch eine große Belastung für den Körper. Deshalb sollte sie immer mit einem Arzt abgesprochen oder unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden.“ Die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern sei dafür geeignet, denn: „Meistens wird geraten, im Frühjahr oder Herbst zu fasten, um auch saisonalen Verstimmungen entgegenzuwirken.“

Keineswegs sollten Menschen die ganzen 40 Tage lang im strengen medizinischen Sinn fasten – besonders beim ersten Mal: „Experten raten Fasteneinsteigern zu maximal fünf Tagen Vollfasten.“ Für Wiederholer gelte: „Auch Menschen, die regelmäßig unter Eigenregie fasten, sollten die Dauer von sieben Tagen nicht überschreiten. Im Falle einer ärztlichen Überwachung in einer Fastenklinik kann die Dauer auf Anraten eines Arztes verlängert werden.“

Was die Art des Fastens betrifft, äußert Cathy Backes eine eindeutige Option: „Am häufigsten wird das Saftfasten nach der Methode von Buchinger oder auch das Heilfasten empfohlen. Bei dieser Art des Fastens dürfen den ganzen Tag über Wasser, klare Brühe, Gemüse- und Obstsäfte oder auch Früchtetees getrunken werden. Auf Kaffee oder koffeinhaltige Getränke, Limonaden und alkoholische Getränke sollte verzichtet werden.“

Eine grundsätzliche Unterscheidung macht die Fachfrau auch noch geltend: „Fasten bedeutet die völlige oder teilweise Enthaltung von (v.a. fester) Nahrung und Getränken über einen bestimmten Zeitraum. Diät bedeutet ursprünglich „Lebensweise oder Lebensführung“ und stellt eine bestimmte Ernährungsweise zur Gewichtszunahme, -abnahme oder zur Behandlung von Krankheiten dar.“

Für die Christen beginnt mit dem Mittwoch die Zeit der Vorbereitung auf Ostern und für die Katholiken unter ihnen die Fastenzeit. Dafür setzen sie ein sinnenfälliges Zeichen: Ein Priester oder Diakon zeichnet ihnen mit Asche ein Kreuz auf die Stirn. Dazu werden die Palmzweige des Vorjahres mit Weihwasser besprengt und anschließend verkohlt – so auch von Pfarrer Norbert Bolz in Mausbach.

Zur Messe um 19 Uhr werden viele Gläubige erwartet: „Zur Messe um 19 Uhr erwarten wir mehr Gläubige als sonst“, schätzt Pfarrsekretärin Gabi Bauer. Auf ihr Gotteshaus St. Markus müssen die Mausbacher aber noch verzichten: Der Bau in der Dorfmitte wird saniert. Gottesdienste wie der am Abend des Aschermittwochs finden darum nach wie vor im Jugendheim hinter der Kirche statt.

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