Familienfest: Für soziale Gerechtigkeit und gegen rechts

Von: dim
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Das Familienfest von IG Metall, IG BCE und der SPD auf dem Kaiserplatz war gut besucht und hatte für Jung und Alt viel zu bieten. Neben den politischen Botschaften gab es Musik, kühle Getränke und viele Attraktionen für Kinder.
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Stefan Kämmerling (v. l.), Arndt Kohn, Peter Alt, Claudia Moll und Martin Peters sprechen sich am Tag der Arbeit für mehr soziale Gerechtigkeit und gegen rechte Tendenzen aus. Foto: D. Müller

Stolberg. Das ganz große Besteck aufgefahren haben die Industriegewerkschaften Metall und Bergbau, Chemie und Energie (IG BCE) und die SPD bei dem großen Familienfest am Tag der Arbeit. Die Organisatoren boten den zahlreichen Besuchern ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm auf dem Stolberger Kaiserplatz, bei dem zum Beispiel die Showtanzgruppe der KG Fidele Bessemskriemer aus Gressenich das Publikum begeisterte.

Sehenswert waren auch die Zumba-Demonstration mit Meral Haubrich und die Judo-Show der Hochschulsportgruppe Aachen.

Für gute Stimmung dank Livemusik waren „De Rebelle“ und Carlos zuständig, kühle Getränke, ein Imbisswagen und eine Cafeteria standen auf der kulinarischen Agenda. Besonders viel geboten wurde den jüngeren Besuchern des Familienfests: Eine Hüpfburg, Kinderschminken, ein pittoreskes Karussell und ein Minibagger lockten die Kleinen an, und „Clownerike“ erfreute die Kinder mit einem heiteren Mitmachprogramm.

Strukturwandel

In dem vom stellvertretenden Bürgermeister Patrick Haas moderierten politischen Teil der Veranstaltung sprachen die Redner sich unisono für mehr soziale Gerechtigkeit und gegen rechte Tendenzen aus. Martin Peters, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Stolberg/Eschweiler, betonte, im Strukturwandel, der der Arbeitsgesellschaft in den nächsten Jahren bevorstehe, könne es für die Menschen Sicherheit nur mit sicheren Arbeitsplätzen geben. Um Langzeitarbeitslosen zu helfen, forderte Peters den Ausbau eines sozialen Arbeitsmarkts. „Denn wir bleiben dabei: Es ist besser, Arbeit zu finanzieren als Arbeitslosigkeit!“

Der Schlüssel zur Beschäftigung sei Bildung, und diese dürfe nicht von der sozialen Herkunft abhängig sein. „Die Unausgebildeten von heute sind die Langzeitarbeitslosen von morgen“, sagte Peters. In Nordrhein-Westfalen werde außerdem nicht genug in Forschung und Entwicklung investiert, meinte der IG-Metall-Geschäftsführer und nahm die Betriebe in die Pflicht: Die Investitionen des Staates seien in NRW zwar überdurchschnittlich, aber „die Unternehmen in unserem Bundesland unternehmen nicht genug. Das muss sich ändern!“

Peter Alt von der IG BCE plädierte für eine Erhöhung des Rentenniveaus: „Es kann nicht sein, dass jemand, der 45 Jahre lang in die Rentenversicherung eingezahlt hat, im Ruhestand auf staatliche Zusatzleistungen angewiesen ist.“ Gerade im derzeitigen Wahlkampf stelle er eine „Verrohung im Umgang miteinander“ besonders im Internet fest, zu der auch die AfD beigetragen habe, meinte Alt und hob den Wert von Weltoffenheit, Toleranz und Meinungsfreiheit hervor. „1200 Betriebsräte mit Migrationshintergrund und 99 Nationen machen die IG BCE zu einer bunten Gewerkschaft“, führte Alt aus.

Der Landtagsabgeordnete, Stefan Kämmerling (SPD), erläuterte Pläne seiner Partei, wie die Einführung eines Tickets, mit dem Auszubildende und Studierende vergünstigt Busse und Bahnen nutzen können, oder die Abschaffung der Elternbeiträge für Kernzeiten der Kindertagesstätten. Zum derzeit viel diskutierten Thema der inneren Sicherheit sagte Kämmerling: „Als wir 2010 in NRW die Regierungsverantwortung übernommen haben, wurden gerade noch 1000 Polizisten im Land ausgebildet. Wir haben die Einstellungen auf 2000 verdoppelt und erhöhen jetzt nochmals auf 2300.“

Reformbedarf bei der EU

Auf dem Stolberger Kaiserplatz kritisierte Claudia Moll (SPD) als Kandidatin für den Bundestag deutlich Leiharbeit und prekäre Beschäftigungsverhältnisse und sagte: „Es ist wichtig, dass wir gemeinsam mit den Gewerkschaften für Respekt gegenüber den Arbeitnehmern kämpfen, denn es sind die Arbeiter, die für den Wohlstand in der BRD sorgen.“

Das Mitglied des EU-Parlaments, Arndt Kohn, räumte einen Reformbedarf der Europäischen Union ein, wobei der Sozialdemokrat betonte: „Populisten und Nationalisten bieten nur vermeintliche Lösungen an, die jedoch in die Mottenkiste der Geschichte gehören.“

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