Falkenbaby nach Absturz Leben gerettet

Von: oha
Letzte Aktualisierung:
7999021.jpg
Der kleine Falke, der aus dem Nest im Turm der Stolberger Burg gefallen ist, ist erst einige Tage alt und kann noch nicht fliegen. Foto: O. Hansen
7997169.jpg
So segelt ein ausgewachsener Turmfalke durch die Lüfte.

Stolberg. Ein junger Turmfalke ist am Wochenende aus seinem Nest hoch oben unter dem Turmdach der Stolberger Burg gefallen. Eine Schulklasse kümmerte sich um den Vogel, der noch nicht fliegen konnte.

Das Jungtier überlebte den Sturz aus großer Höhe unverletzt. Der Vogel hüpfte über den Burghof. Er breitete ständig seine Flügel aus, doch zum Fliegen reichte es noch nicht. Die Schüler hatten dennoch ihre liebe Mühe, das Tier einzufangen. Als es schließlich geschafft war, gaben sie den jungen Falken bei Burgpächter Theo Keulen ab, der den Falken in einer Brotkiste mit Deckel unterbrachte.

„Jedes Jahr brüten zwei bis drei Pärchen von Turmfalken in den Mauerspalten des Burgturms“, hat Keulen beobachtet. Dass eines der Jungtiere aus dem Nest fällt, ist allerdings bislang noch nicht passiert. Keulen fütterte den Falkennachwuchs mit einem Stück Rinderfilet. Der Vogel nahm das Stück Fleisch auch brav in seinen Schnabel, schluckte es allerdings nicht herunter. Was nun? Rettung bot der Aachener Tierpark Drimborner Wäldchen an, der eine Greifvogelstation betreibt. Im Auto wurde das Tier von Stolberg nach Aachen gebracht. Während der Fahrt verhielt sich der junge Falke ruhig.

Im Tierpark nahm Nadine Fiebrandt den Falken in Empfang. Ihr ist klar, wieso der Vogel ungeplant auf der Erde landete: „Die jungen Falken machen Flugübungen im Nest und breiten dabei ihre Flügel aus. Dann mus wohl eine Windbö gekommen sein, die den Vogel erfasst hat.“ Obwohl er noch nicht fliegen konnte, beförderte der Wind den Falken aus seinem Nest und zu Boden. „Wenn der Falke noch nicht fliegen kann, kommt er auch nicht vom Boden hoch. Die Flugbemühungen bringen ihn nur wenige Meter weit“, sagt Nadine Fiebrandt. „Er muss erst noch das Fliegen lernen.“ Anschließend schaue sich der Jungvogel bei seinen Eltern ab, wie sie rüttelnd in der Luft stehen und den Boden beobachten. Dann lerne er auch das Jagen von seinen Eltern. Mit den Krallen die Beute festzuhalten und mit dem Schnabel Stücke heraus zu hacken. Dem Tier nur Filet aus der Burgküche vor den Schnabel zu halten, bringe nichts. Fiebrandt: „Den Schluckreflex des Vogels muss man auslösen, indem man das Futter tief in seinen Schlund drückt.“

Wenn der junge Gast aus Stolberg im Tierpark hoch gepäppelt wurde, wird er wieder ausgewildert. Allerdings nicht unbedingt in Stolberg. „Dort gibt es ja schon zwei Brutpaare“, sagt Nadine Fiebrandt. „Wenn jetzt zu viele junge Falken hinzu kommen, wird die Futterkonkurrenz zu groß.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert