Fahrrad-Versteigerung des Stolberger Fundbüros

Von: Dirk Müller
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Mit offensichtlichem Interesse oder eher einem unauffälligen „Pokerface“ werden die Fahrräder in der Tiefgarage des Rathauses vor der Versteigerung in Augenschein genommen. Foto: D. Müller

Stolberg. Des Einen Verlust kann des Anderen Gewinn sein – zum Beispiel wenn das Fundbüro der Kupferstadt nicht abgeholte Fahrräder versteigert. 21 „Drahtesel“ stehen in der Tiefgarage des Rathauses bereit, und etwa ebenso viele Interessenten nehmen die Räder unter die Lupe.

Schon während der 30-minütigen Begutachtungsphase kristallisieren sich die verschiedenen Typen der späteren Bieter heraus. Während die Kinder ganz offen mit ihrem Favoriten-Rad liebäugeln, setzt mancher Erwachsene eher ein „Pokerface“ auf und taxiert die für ihn in Frage kommenden Fahrräder ganz unauffällig aus dem Augenwinkel, denn zu viel im Vorfeld gezeigtes Interesse könnte andere Bieter aufmerksam machen und letztendlich den Preis hochtreiben.

Als Dieter Conrads vom Ordnungsamt der Kupferstadt die Auktion eröffnet, beginnt für die Kaufinteressenten nicht nur die Schnäppchenjagd, sondern auch ein Einkaufserlebnis der besonderen Art: Die für eine Versteigerung typische Spannung ist greifbar, für die Bieter heißt es trotzdem, „cool bleiben“ und demonstrativ fast unbeteiligte Gelassenheit an den Tag legen, um im Optimalfall schon beim Mindestgebot den Zuschlag zu erhalten.

Dies gelingt einem Bieter gleich beim ersten Aufruf, und ein Mountainbike für Jugendliche in gutem Zustand hat für das Mindestgebot von zehn Euro einen neuen Besitzer. Bezahlt werden die Fahrräder in bar, Anspruch auf Gewährleistung gibt es nicht. Ein Kindermountainbike kommt für sieben Euro unter den Hammer, doch bei manchen Auktionsobjekten schaukeln die Bieter sich auch hoch, und Conrads setzt mehrfach „zum Ersten, zum Zweiten…“ an, bevor es endgültig heißt „… und zum Dritten“.

Ein Damenrad etwa startet bei 20 Euro und erreicht den Endpreis von 35 Euro. Bei einem qualitativ hochwertigen Mountainbike für Jugendliche mit Startgebot fünf Euro endet die Versteigerung erst bei 29 Euro, ein ähnliches wird für zehn Euro aufgerufen und erreicht das finale Gebot von 32 Euro.

Für die meisten Bieter verläuft die Auktion spannend und unterm Strich mit günstigem Ergebnis, da die erstandenen Räder auf dem Gebrauchtmarkt wesentlich höher gehandelt werden.

Das Fundbüro hingegen bleibt auf zehn Fahrrädern sitzen, die trotz niedrigem Startgebot keine Abnehmer finden. „Die Räder in gutem Zustand versuchen wir, bei der der nächsten Versteigerung noch einmal anzubieten“, beschreibt Conrads. „Die Fälle, die aussichtslos erscheinen, führen wir dem städtischen Bauhof zur Verwertung zu.“

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