Facettenreiche Ausstellung in Birgit Engelens Atelier

Letzte Aktualisierung:

Stolberg. Faszinierende Objekte und Skulpturen, Fotografie, Assemblagen und Malerei locken bald in Birgit Engelens Skulpturengarten und Atelierhaus am Hammerberg 13.

Zur großen Kupferstädter Kunstausfahrt „Art Tour de Stolberg“ und am Folgewochenende (siehe Infokasten) präsentiert Engelen eigene Werke und die Exponate von vier Gastkünstlern in einer sehr facettenreichen Ausstellung.

Zum Beispiel die „Filigranart“ von Anke Wolf. Ihre feinen Metallarbeiten begegnen den Besuchern der Ausstellung in Form von Skulpturen und Rauminstallationen, die sich mit Perspektive und Lichteinfall derart wandeln, das jedes einzelne Werk auf verschiedene Arten wahrgenommen werden kann. Wolfs Exponate aus Edel- oder feinem Eisenstahl sind verflochten und verwoben; die Künstlerin schafft aus dem vermeintlich kalten Material organische Strukturen, die wie von der Natur geformt wirken.

Die Arbeiten erinnern an Morgentau, einen Wasserfall oder an Zöpfe, wobei der Betrachter frei in der Assoziation ist, die er mit Wolfs „Raumzeichnungen“ verbindet.

Dirk Schultes Objekte, Assemblagen und Objektkästen tragen Namen wie „Hausaltar für Halbnomaden“, „Mana (transportables Schamanenkraftwerk)“ oder „Die letzten Rufer“. Die Titel seiner Arbeiten korrespondieren dabei nicht nur mit den Werken, „sie sind Teil meiner Kunst“, beschreibt er.

Schulte verwendet Fundstücke und Naturmaterialien, kombiniert sie mit teils mit metallischem und technischem, schafft Kunstwerke mit subtilen Anspielungen, die gesellschaftspolitische und philosophische Botschaften transportieren. Der Aachener Künstler verwendet unter anderem Holz, Filz, Fasern oder Tierfelle in seinen Werken oder auch Torf wie bei „Kurze Briefe aus dem Erdinnern“, in „E. S. (keine Freiheit ohne Subversion“) blicken die Augen Edward Snowdens den Betrachter an.

Die Blicke der Betrachter auf sich ziehen wird auch die fotografische Kunst von Agnes Bläsen-Jansen, die ansprechend die Grenze zwischen Malerei und Fotografie aufbricht. Ihre großformatigen Naturmotive sind von kunstvoller Farbgebung und spielen zum Teil mit der Unschärfe.

Farbintensiv wie bei einem Blütenmeer und dem sphärischen Blick in einen Wald oder auch mit gezielt spärlicher farblicher Akzentuierung schafft Bläsen-Jansen Werke mit großer Strahlkraft. Carmen Kahn steuert zu der Ausstellung Radierungen und Skulpturen bei, die in Mischtechnik aus Draht und Pappmaché entstehen. Resultat ist eine faszinierende Formsprache, die zu vielfältigen Deutungen und Assoziationen anregt. Kahns Exponate wirken organisch, können den Betrachter an Tiere, Pflanzen oder Skelette von Lebewesen erinnern – auch wenn der Ausgangspunkt ihres künstlerischen Schaffens „einfach nur“ ein Stuhl war.

Gastgeberin Birgit Engelen zeigt zur Art Tour de Stolberg und an dem darauf folgenden Wochenende ihre neue Serie „Artigkeiten“. In mannigfaltigen Variationen nimmt sie sich des Themas „Wald“ an.

Vom fokussierten Bildausschnitt auf eine Baumrinde bis hin zu annähernd panoramahaften Perspektiven wie bei dem Motiv eines Weihers im Wald experimentiert Engelen dabei kunstvoll mit der Farbgebung. „Ich lote aus, wie weit ich gehen kann“, sagt die freischaffende Künstlerin und Grafikdesignerin. Sie verfremdet die Farben teils leicht, lässt ihre Naturmotive aber auch als bunte Pop-Art erscheinen, wobei ihre Werke den Charakter und den Zauber des Waldes in jeder Verfremdungsstufe zum Ausdruck bringen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert