Stolberg - Exponate von Vater und Tochter: Ausstellungsreihe Artibus beginnt

Exponate von Vater und Tochter: Ausstellungsreihe Artibus beginnt

Von: Dirk Müller
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Professor Wolfgang Binding und seine Tochter Stephanie Binding gestalten den sehenswerten Auftakt der Artibus-Reihe mit einer facettenreichen und qualitativ hochwertigen Ausstellung. Foto: D. Müller

Stolberg. Den Auftakt der Artibus-Ausstellungsreihe in der Burg-Galerie gestalten ab kommenden Sonntag Vater und Tochter mit einer sehenswerten Schau. Professor Wolfgang Binding ist ein Künstler mit internationalem Renommee, der seine bildhauerischen Spuren von New York, wo seine Ziegen-Großplastik im Guggenheim-Museum zu sehen ist, bis Stolberg, wo seine „Eselsreiterin“ aus Bronze seit 1987 den Rathausvorplatz ziert, hinterlassen hat.

Seine Tochter Stephanie Binding demonstriert bei der Artibus-Schau eindrucksvoll, dass sie nur sprichwörtlich in die Fußstapfen ihres Vaters tritt, künstlerisch allerdings ganz eigene Wege geht.

Professor Wolfgang Binding absolvierte nach seinem Abitur eine Lehre zum Bildhauer und Steinmetz an der Kölner Dombauhütte und besuchte im Anschluss die Kunstakademie Düsseldorf. Er erhielt den Poensgen-Preis der Akademie, wurde Meisterschüler und mit dem Förderpreis für Bildhauerei der Stadt Köln ausgezeichnet.

Wolfgang Binding vertiefte dann seine Studien in zwei Auslandsjahren an den Universitäten in Alexandria und Kairo. Nach der Rückkehr folgte eine Anstellung an der RWTH Aachen, 1973 habilitierte Binding, 1975 führte eine Gastprofessur ihn für zwei Jahre an die Northern Michigan University in den USA, anschließend hatte er bis 1993 an der RWTH eine Professur für Bildhauerei inne.

Seit seiner Emeritierung lebt und arbeitet Wolfgang Binding als freischaffender Künstler im belgischen Eynatten. Er zeigt in der Burg-Galerie sowohl einige Tierzeichnungen als auch seine Skulpturen. Darunter zwei Kinder sowie einen Hirtenjungen mit geschulterter Ziege. Alle anderen Plastiken widmen sich dem Tierreich. Kleinformatige Ensembles wie eine Pferdegruppe oder eine Kuhherde treffen auf größere Exponate wie Wildschweine, Esel, Enten und Pelikane bis hin zu Fuchs und Ziege in Lebensgröße.

Aus Wolfgang Bindings expressiven Bronzeskulpturen spricht seine Liebe zu allen Lebewesen. Der Künstler thematisiert lebende Tiere in natürlichen Bewegungen oder Situationen, schafft dabei oft Oberflächen, die unregelmäßig und wie organisch gewachsen erscheinen. So verleiht er seinen Plastiken noch mehr Leben und den Tieren einzigartigen Charakter. Wolfgang Bindings Tiere sind mehr als Kunstobjekte – jedes seiner Motive ist eine Persönlichkeit.

Stephanie Binding studierte Bildhauerei in Bremen, Grafik und drucktechnische Grafik in Wien. In Einzelausstellungen zeigte sie ihre Werke unter anderem in Köln, Salzburg und Karlsruhe. Bei der Artibus-Ausstellung in der Kupferstadt ist ausschließlich ihr zweidimensionales Schaffen zu sehen, das allerdings durch ihre Bildhauerei beeinflusst ist: Auch auf Papier und Leinwand bestechen Stephanie Bindings Werke durch ein enormes Gefühl für Räumlichkeit. Die Künstlerin gibt in der Burg-Galerie einen Einblick in die große Vielfältigkeit ihres Schaffens. Radierungen, Drucke, Zeichnungen und Malerei sind in verschiedenen Formaten zu sehen.

So unterschiedlich die Exponate auch sind, ist ihnen allen eine starke Anziehungskraft gemein. Ansichten von Städten, Straßen und Bauwerken faszinieren durch die gewählten Perspektiven und ihre kunstvollen Kompositionen, Strukturen bannen die Blicke des Betrachters. Abwechslungsreich wie die verwendeten Techniken ist auch die Motivwahl von Stephanie Binding.

In farbigen Zeichnungen bringt sie Menschen ins Gespräch, in großformatiger Acrylmalerei setzt sie Fußball spielende Jugendliche in Szene. Korrespondierend mit der Vielfalt von Techniken und Motiven ist die Bandbreite ihres Ausdrucks.

Bei der Vater-Tochter-Ausstellung in der Burg-Galerie wird die künstlerische Gemeinsamkeit der Bindings deutlich: Beide schaffen Werke von doppelter Qualität – bereits die äußere Erscheinung der Exponate ist sehr ansprechend, und allesamt entfalten sie zudem eine innere Wirkung, treten mit dem Betrachter in individuellen Dialog.

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