Exerzitien: Zeit der Stille und des Hörens

Von: mlo
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Stolberg. Zu erfahren, dass Gott nicht nur in der Kirche oder in einer frommen Umgebung zu finden ist, dazu möchte das Team der „Exerzitien im Alltag“ auch in diesem Jahr einladen.

Der geistliche Weg zum Einssein mit Gott geht über die Begegnung mit der eigenen Realität. Das wusste schon die Bibel, die uns als Vorbilder des Glaubens nie perfekte und fehlerlose Menschen vor Augen geführt hat , sondern Menschen, die eine Schuld auf sich geladen haben und aus der Tiefe heraus zu Gott geschrien haben. Gerade Schwierigkeiten, die uns treffen, oder auch Versagen und Scheitern haben ihren Sinn.

Die Spiritualität von unten richtet sich an der Gestalt Jesu aus. Dazu sind Zeiten der Stille und des Hörens genau so wichtig wie das Gebet und die Schriftbetrachtung.

„Exerzitien im Alltag“ sind ein geistlicher Übungsweg für ein menschenfreundliches Leben. In Zeiten von Not und Bedrängnis gilt es, den Alltag unter den Füßen nicht zu verlieren, sondern Trost zu finden. Dazu bedarf es der Gemeinschaft, die zum Glauben anstiftet, den Menschen mitnimmt und aushält, denn nach Ignatius von Loyola, den Gottesfreund und Menschenkenner, „sättigt und befriedigt nicht das Vielwissen die Seele, wohl aber das Verspüren und Verkosten der Dinge von innen her“.

Täglich eine halbe Stunde

Nicht mehr fragen, was ich vom Leben will, sondern zu erfüllen, was das Leben im Augenblick von mir erfordert und dies zum Ausdruck bringen, ist wichtig. Sich täglich etwa eine halbe Stunde Zeit nehmen für die Betrachtung und zehn Minuten für einen Tagesrückblick zum jeweiligen Wochenthema sind notwendig, um eine Antwort auf die Sehnsucht nach wirklich tragender Glaubenserfahrung zu finden.

Alle Dimensionen des Menschen werden dabei angesprochen: Denken, Fantasie, Bilder, Ideen, Gefühle, Wahrnehmung, Leib und Geist. Exerzitien bewirken, dass jeder Einzelne mehr Klarheit fürs eigene Leben erhält. Es ist ein schrittweises Hineinwachsen in das Gesetz der Liebe Gottes, das sich nur nach und nach erschließen lässt, wenn der Teilnehmer bereit ist, öfter und nachhaltiger in sein Inneres zu gehen.

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