Stolberg - EWV setzt mit „Green” auf Stolberg und erneuerbare Energien

EWV setzt mit „Green” auf Stolberg und erneuerbare Energien

Von: Jürgen Lange
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Setzt auf eine regenerative un
Setzt auf eine regenerative und klimafreundliche Energiepolitik in der Region: EWV-Vertriebsleiter Axel Kahl. Foto: J. Lange

Stolberg. Die Idee ist schon etwas älter. Geboren wurde sie vor dem Hintergrund des Gesetzes für erneuerbare Energie und der Debatte, die die EWV bei ihrer Beteiligung an der „Green Gecco GmbH” im vergangenen Jahr mit den politischen Gremien ihrer Gesellschafter führte. Denn „Green Gecco” operiert überregional und international.

„Es lag für uns auf der Hand, dass gerade wir als regionales Versorungsunternehmen uns in unserer Region verstärkt auf dem Feld der erneuerbaren Energien engagieren wollen”, sagt Axel Kahl.

Erste Projekte laufen

Dabei konnte der Vertriebsleiter der Stolberger EWV schon auf erste Projekte auf diesem Markt der von der Natur angebotenen Energieversorgung verweisen. Eine Reihe von Photovoltaik-Projekten hat das Versorgungsunternehmen bereits in Zusammenarbeit mit Kommunen gestartet. Im Portfolio sind neben umfangreichen Beratungsleistungen zur Energieeinsparung auch ein umfangreicher Service für Kunden rund um den Einsatz regenerativer Energie in den eigenen vier Wänden - von der Planung bis hin zur Ausführung.

„Aber es fehlte unserem Engagement auf diesem Feld noch die eigene Identität”, gesteht Kahl ein. Jetzt erhält die grüne Seite der EWV nicht nur ein eigenes Gesicht, sondern sie wird auch mit wehenden Fahnen ihr Engagement auf dem Markt regenerativer Energie verstärken. „Green” heißt die „Gesellschaft für regionale und erneuerbare Energie”, die die EWV derzeit in Zusammenarbeit mit fast allen Kommunen in ihrem Verbreitungsgebiet gründet. Jüngst haben Aldenhoven und Simmerath ihren Beitritt beschlosen; am kommenden Dienstag berät in Stolberg der Hauptausschuss und am 17. Mai entscheidet der Stadtrat. Für das klamme Stadtsäckel geht es um eine Einlage von 750 Euro mit der drei Prozent der Gesellschaftsanteile erworben werden. Insgesamt sollen 19 Kommunen 63 Prozent der Gesellschaft mit einer Eigenkapitaldecke von 25.000 Euro halten.

Als Partner vom Fach sind die Rheinland Westfalen Energiepartner GmbH (10 Prozent) und die WAP Wäreme-, Energie- und Prozesstechnik GmbH aus Hückelhoven (1,5 Prozent) mit im Boot, während die EWV als Betriebsführer selbst „bis zu 25,5 Prozent”, so Kahl, trägt: „Green ist offen für weitere kommunale Gesellschafter”, wirbt der Vertriebsleiter. Bislang zieren sich noch Würselen sowie Gangelt, Waldfeucht und Heinsberg, weil sie Partnerschaften mit anderen Versorgern eingegangen seien.

Der kommunalen Verwurzelung von „Green” kommt dabei gleich mehrere Bedeutungen zu. Einerseits möchte die EWV die Städte, Gemeinden und Kreise an der Wertschöpfung beteiligt sehen. „In etwa ein bis zwei Jahren” rechnet Kahl bereits mit den ersten ausgeschütteten Gewinnanteilen. Zum anderen lege die EWV besonders großen Wert auf Akzeptanz und ein in der kommunalen Familie abgestimmtes Engagement. Heiße Diskussionen, wie sie zwischen Roetgen und Aachen derzeit um den Bau eines Windparks geführt werden, möchte Axel Kahl mittels „Green” erst gar nicht aufkommen lassen.

Nach den Ereignissen in Japan erwartet die EWV aber auch eine steigende Bereitschaft in der Bevölkerung, auch Schattenseiten der Technik für erneuerbare Energie zu akzeptieren. „Sicherlich haben Windräder, Biomasse-Anlagen und freistehende Photovoltaik-Parks auch ihre Nachteile”, gibt Kahl zu. Aber an ihnen wird man nicht vorbeikommen, wenn der 23-prozentige Anteil von Kernenergie in Deutschland nicht durch klimafeindliche Kohlekraftwerke ersetzt werden soll.

„Unsere Region bietet ein großes Potenzial für den Einsatz erneuerbarer Energie”, will Kahl mit „Green” den lokalen und regionalen Klimaschutz nicht nur durch eine Vielfalt eigener Projekte forcieren, sondern sich auch an Vorhaben anderer Investoren beteiligen. „Es geht auch darum, dass wir als regionaler Energieversorger, aber insbesondere auch die Kommunen eine Vorreiterrolle einnehmen müssen”. Die Bündelung kommunaler und regionaler Interessen, Ideen und Kräfte verspreche auf diesem Feld Erfolg.

Das ist breit gestreut, reicht von Großprojekten für die Ressourcen Wind, Biogas und Photovoltaik über die Nutzung kommunaler Dach- und Brachflächen sowie die Zusammenarbeit bei der Versorgung und Nutzung von Potenzialen bei Gewerbe und Industrie und reicht bis zu individuellen Anlagen für die Privatkunden. Denen werden darüber hinaus auch finanzielle Beteiligungsmodelle an „Green” angeboten. Mit ihnen sollen Bürger angesprochen werden, die entweder am finanziellen Erfolg der neuen Gesellschaft partizipieren wollen und / oder ihr „grünes Gewissen” beruhigen wollen, in dem sie sich aus ideellen Gründen am Ausbau regenerativer Ideen beteiligen und ihn forcieren wollen.

Dabei steht „Green” den Wünschen und Anregungen der kommunalen Gesellschafter ebenso offen gegenüber wie sie neue Projekte entwickeln und realisieren will. Dazu stellt die EWV derzeit zusätzliches Personal ein.
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