Stolberg - EWV-Energiespartag: Mit modernen Geräten Strom sparen

EWV-Energiespartag: Mit modernen Geräten Strom sparen

Von: Lukas Franzen
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Henriette Quartz liefert sich einen Wettstreit auf der Rennbahn gegen einen EWV-Mitarbeiter. Die Energie für die Autos musste per Fahrrad erzeugt werden. Foto: L. Franzen

Stolberg. Keine Frage. Franz-Josef Plum und sein Kollege Normen Windmüller haben beim EWV-Energiespartag mit Abstand den schönsten Ausblick. Bis zu 16 Meter befördern die beiden den orangefarbenen Hubsteiger auf dem Willy-Brand-Platz in die Höhe. Rund 100 schwindelfreie Gäste, meint Plum, habe er in fünf Stunden die Stadt von oben gezeigt – bei insgesamt 800 bis 900 Besuchern, so die Schätzungen des Energie- und Wasserversorgers, kein schlechter Schnitt.

Die Sonne spielt an diesem Samstag nicht immer mit. Ob die Solarzellen auf dem Musterdach, das auf dem Außengelände aufgebaut worden ist, an diesem Samstag die Energieversorgung eines Haushalts hätten decken können, ist fraglich. Dafür bleiben viele andere Fragen rund um das diesjährige Schwerpunktthema Photovoltaik nicht unbeantwortet. „Photovoltaik für alle“ heißt eine von insgesamt fünf Expertenrunden, bei der Gebäudetechniker Karl-Josef Schmitz und Michael Stefan von „altbau plus e.V.“ der EWV-Pressesprecherin Michaela Humphries – und schließlich auch den Besuchern – Rede und Antwort stehen.

Was ist etwa der Unterschied zwischen Photovoltaik und Solarthermie? Wie wird überhaupt aus Sonne Strom? Lässt sich eine Photovoltaikanlage trotz Störflächen auf dem Dach problemlos montieren? Neben diesen technischen Fragen gehen die Experten natürlich denn auch auf Themen wie Finanzierung und die konkrete Nutzung der Anlagen ein.

„Wenn ich einen Kredit für eine Photovoltaikanlage aufnehmen muss, kann es 25 bis 30 Jahre dauern, bis sich eine Anlage rechnet“, schätzt Stefan. Anders sehe es hingegen aus, wenn man über genügend Bargeld verfüge. Angesichts anhaltender Niedrigzinsen für seine Ersparnisse lohne sich die Anschaffung momentan umso mehr.

Information und Interaktivität, dieses Konzepts verfolgt die EWV auch bei ihrem achten Energiespartag konsequent. Während Klaudia Patzke die Eltern etwa durch die Ausstellung „Energiesparen im Alltag“ führt und ihnen besonders sparsame Wäschetrockner, Spülmaschinen mit weniger als zehn Liter Wasserverbrauch oder einen Kühlschrank mit einem Jahresverbrauch von nur 170 Kilowattstunden anpreist, powern sich viele Kinder in der benachbarten Bastel- und Schminkecke oder gemeinsam mit Maskottchen „Power Paul“ aus.

Ein Highlight für alle Altersklassen stellt derweil eine Fahrt – oder besser gesagt ein Fahrversuch – mit dem so genannten „Solowheel“ dar. Der mit einem kleinen E-Motor betriebene Fun-Sport-Flitzer, der wie ein Segway betrieben wird, wird so schnell wohl nicht zum klassischen Fortbewegungsmittel aufsteigen. Das weiß auch Mohammad Muslieh, der gemeinsam mit Niklas Groß-Hardt den Balanceakt auf dem Elektro-Einrad beaufsichtigt.

Klassisch auf zwei Rädern wird hingegen im EWV-Zelt gestrampelt – und damit Strom erzeugt. Hier hat der Energieversorger zwei Trimmräder und eine große Autorennbahn aufgebaut. Das Prinzip: Wer kräftiger strampelt, hat am Ende auch die Nase mit dem Rennauto vorne. Und obwohl Franz-Josef Quartz bereits langjähriger Kunde ist, lässt der jüngere Herausforderer von der EWV seiner Frau Henriette am Ende keine Chance.

Thema Licht

Direkt neben der Rennbahn dreht sich alles um die Themen Lampen und Licht. Seit dem 1. September seien alle Hersteller verpflichtet, ihre Kunden auf der Verpackung über Lebensdauer, Lichtfarbe, Verbrauch und Leistung zu informieren, erzählt Peter Nienhaus vom Hersteller Osram-Siteco. „Früher hat man eine 60 Watt Glühlampe gekauft. Da wusste man, wo man dran war. Heute werden die Kunden mit vielen Begriffen konfrontiert, die sie nicht einordnen können.“

LED, Halogen oder Kompaktleuchtstofflampe, besser als „Energiesparlampe“ bekannt? In Nienhaus‘ Test schneidet die LED-Lampe mit 20 000 Stunden Lebensdauer und 85 Prozent Energieersparnis gegenüber einer Halogenlampe am besten ab.

Ressourcen schonen und die Umwelt weniger belasten – dieses Thema ist nicht nur bei kleineren Haushaltsanschaffungen wie die einer Lampe, sondern mittlerweile auch beim Autokauf von Interesse. So wirbt Thomas Henseler von einem Aachener Autohaus für den neusten BMW i3 – ein Modell, welches mit einer Reichweite von 130 bis 160 Kilometern vor allem für den Stadtverkehr konzipiert worden ist.

Der rein elektrisch betriebene Wagen sei aus nachhaltigen Materialien gefertigt und zu 98 Prozent recyclebar, so Henseler. In Aachen gebe es mittlerweile bis zu 120 Aufladestationen für Elektrofahrzeuge. Und auch über die heimische Steckdose ließe sich das Fahrzeug aufladen. „Uns ist es wichtig zu zeigen, dass sich E-Mobilität und Komfort nicht ausschließen“, erklärt Michaela Humphries, warum Elektro- und Erdgasfahrzeuge das zweite große Schwerpunktthema in diesem Jahr gewesen sind.

Neues Kundenzentrum

Am wichtigsten sei jedoch immer noch das persönliche Gespräch mit den Kunden, ergänzt die Pressesprecherin. Und das gilt in diesem Jahr erstmals nicht nur für die Privatkunden, die sich im seit April geöffneten EWV-Kundenzentrum beraten lassen, sondern auch für die gewerblichen, von denen sich allerdings nur einige wenige an den Informationsstand von Yvonne Schröder verirren.

„Vielleicht war das Angebot für die Unternehmen nicht publik genug und wir müssen sie noch gezielter ansprechen“, bemerkt Schröder selbstkritisch. „Das war ein erster Versuch.“ Ob und wie die EWV ihre über 8000 Gewerbekunden noch besser ansprechen kann, wird womöglich der neunte Energiespartag im nächsten Jahr beweisen.

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