Stolberg - „Europa“-Projektkurs: Filmarbeiten im Zeichen der Verständigung

„Europa“-Projektkurs: Filmarbeiten im Zeichen der Verständigung

Von: Xenia El Mourabit
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Zwar unter Anleitung, aber dennoch weitgehend selbstständig haben die Projektschüler des Goethe-Gymnasiums ihre Kurzfilme gedreht. Foto: X. El Mourabit

Stolberg. „Wie ist das, wenn ich mich verspreche? Filmen wir dann neu?“, fragt Florian Sauer, Schüler des Projektkurses „Europa – Erinnern, Erleben, Gestalten“ am Goethe-Gymnasiums. Ein bisschen Aufregung gehört dazu, wenn man das erste Mal vor der Kamera steht.

 Doch Georg Wessel, Kameramann und Inhaber des „Studio Planet Nippes“ aus Köln, kann ihn beruhigen: „Ja klar, wir drehen dann noch einmal.“

Im Rahmen des Projektkurses machen die Schüler Kurzfilme zum Thema Erinnerungskultur an Krieg. „Wir wollen herausfinden, wie die Vergangenheit das Jetzt beeinflusst“, erklärt die 17-jährige Pia Hilgert. Immer mit der Intention: „Es darf keinen Krieg geben!“ Unterstützt wird der Projektkurs vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Die Kosten für die fachkundige Begleitung beim Filmen übernimmt der LVR.

„Vor einigen Monaten haben die Schüler einen Workshop bei uns gemacht“, erzählt die Tonassistentin Nani Göbel. Der sorgte dafür, dass „die Jugendlichen jetzt viel selbst machen können, wir begleiten sie nur“, wie ihr Kollege, Kamera-Assistent Björn Machel, ergänzt. Und so filmt der Schüler Kevin Thiefes zwar unter Anleitung, aber weitgehend eigenständig alle Szenen: in der Schule, der städtischen Bücherei, am Waldfriedhof und in der Innenstadt. Blende und ISO-Zahlen müssen eingestellt werden, mal filmt er nah, mal in die Totale.

Philipp Pletsch, Politik- und Geschichtslehrer am Goethe-Gymnasium, betreut den Kurs. Ihm gefällt, „dass das Projekt so handlungsorientiert ist. Im Vordergrund steht, ein eigenes Produkt herzustellen. Die Recherche, die Ideen, das alles kommt von den Schülern selbst.“

Die sind ebenfalls sehr angetan. „Ich wusste vorher schon viele Sachen, aber durch das intensive Befassen mit dem Thema während des Projektes versteht man jetzt noch viel besser und mehr“, beschreibt Charlotte Zeller, was sie durch das Projekt gewonnen hat. Er habe viel über Erinnerungen gelernt, wie diese sich im Laufe der Zeit verändern und weitergegeben werden, auch die Sicht auf die Ereignisse verändere sich im Laufe der Zeit, so ihr Mitschüler Henning Heister. Neben den fachlichen Eindrücken, die die Schüler gewinnen, haben sie aber auch gelernt, „wie man mit Leuten von der Stadtverwaltung redet und wie man Filmrechte bekommt. Wir mussten alles aufeinander abstimmen“, erzählt Charlotte Zeller. Und Pia Hilgert verrät: „Da steckt echt Arbeit hinter!“

Das lässt sich schon daran festmachen, dass für eine Szene, die später nur wenige Minuten dauert, oftmals eine Stunde lang gedreht werden muss. Trotz angespannter Drehmomente, in denen sich jeder konzentrieren muss, ist die Stimmung beim Filmen ausgelassen. Jeder Versprecher sorgt für ein Lachen. Spontan wird eine Szene mit einem jungen Passanten gedreht, alle können ihre Ideen mit einfließen lassen.

„Unter dem Motto ‚Freies Arbeiten mit freiem Denken‘ konnten wir bei Exkursionen und im Unterricht viele Anregungen für unseren Film finden und eigene Ideen entwickeln“, berichtet Michael Rogocki. „Unser Film beschäftigt sich generell mit der Frage ‚Wie verändert sich die Erinnerung in und mit der Zeit?‘. Dabei sind die Befragungen der Passanten im direkten Gegensatz zu dem Wissen von unserem Experten Florian“, erklärt sein Teamkollege Fynn Weber.

Die Filme der Schüler stehen, passend zum Thema des Projektkurses, „im Zeichen der europäischen Völkerverständigung“, meint Pia Hilgert. Und sie hofft, zu dieser einen kleinen Teil beitragen zu können.

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