Stolberg - Euregiobahn fährt nicht vor 2019 nach Breinig

Euregiobahn fährt nicht vor 2019 nach Breinig

Von: Jürgen Lange
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Die erforderliche Sanierung des Rüstbach-Viadukts treibt die Kosten für die Reaktivierung der Strecke für die Euregiobahn nach Breinig in die Höhe. Noch höher ist der Aufwand für eine Inbetriebnahme der Gleise bis zur Bundesgrenze, wozu das Viadukt Schlauser Mühle restauriert werden müsste. Bereits im Vorgriff saniert hat die Stolberger EVS die drei Bahnübergänge, hier Auf der Heide, in Breinig, Foto: J. Lange
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Die erforderliche Sanierung des Rüstbach-Viadukts (großes Bild) treibt die Kosten für die Reaktivierung der Strecke für die Euregiobahn nach Breinig in die Höhe. Noch höher ist der Aufwand für eine Inbetriebnahme der Gleise bis zur Bundesgrenze, wozu das Viadukt Schlauser Mühle (1) restauriert werden müsste. Bereits im Vorgriff saniert hat die Stolberger EVS die drei Bahnübergänge, hier Auf der Heide (2), in Breinig, Foto: J. Lange

Stolberg. Die Vision, mit der Euregiobahn von Breinig oder gar von Walheim aus in Richtung Stolberger Hauptbahnhof und weiter darüber hinaus nach Aachen oder Köln fahren zu können, wird mindestens weitere fünf Jahre ein Traum bleiben.

Der Zweckverband Nahverkehr Rheinland (NVR) hat die Anträge der EVS auf eine Bezuschussung der Reaktivierung der Strecke nicht beschieden, bestätigte der Vorsitzende des Aufsichtsrats des Aachener Verkehrsverbundes (AVV), Axel Wirtz (MdL), auf Anfrage. „Die Projekte werden jetzt für die nächste Förderperiode ab 2019 zur Entscheidung vorgelegt“, erklärte Wirtz, der Mitglied der Verbandsversammlung des NVR ist.

Schon seit Jahren bemüht sich die Stolberger Euregio-Verkehrsschienennetz GmbH (EVS), die Voraussetzungen für eine Verlängerung der Regionalbahn 20 über den Haltepunkt Stolberg-Altstadt nach Breinig zu schaffen. Zwei Voraussetzungen sind dafür erforderlich, so EVS-Geschäftsführer Thomas Fürpeil. Einerseits ist die Elektrifizierung der Euregiobahn-Strecken angestrebt, damit mit moderneren Triebwagen engere Taktzeiten gefahren werden können. Diese wird frühestens für 2016 erwartet und hängt ab von der Förderung der Investition durch das Land. „Wir können derzeit nur hoffen, dass diese wichtige Maßnahme jetzt nicht den Folgen der Haushaltssperre des Landes zum Opfer fällt“, appelliert Wirtz.

Andererseits muss die Infrastruktur für den rund fünf Kilometer langen Abschnitt hergerichtet werden, um einen Öffentlichen Personennahverkehr auf der Schiene gewährleisten zu können. Mit rund 2,95 Millionen Euro sind die Kosten dafür angesetzt. Den dicksten Happen verschlingt die Sanierung des Rüstbach-Viaduktes. Das ist bis dato lediglich so provisorisch hergerichtet, dass in Langsamfahrt der Güterverkehr zur Umladestation in der Rüst passieren darf und Sonderfahrten nach Breinig gelegentlich stattfinden können. Eine reguläre Personenbeförderung ist unter diesen Bedingungen aber nicht machbar.

Vergleichbares gilt für den weiteren Abschnitt von Breinig bis zur Bundesgrenze. Dort ist es das große Viadukt an der Schlauser Mühle, das die Investitionskosten in die Höhe treibt: Mit weiteren mehr als 42,2 Millionen Euro für die gut acht Kilometer hält der NVR die Realisierung wegen des Aufwandes derzeit für nicht machbar. Begrüßen würde allerdings die IHK Aachen eine Reaktivierung und Durchbindung bis nach Eupen, „denn die grenzüberschreitende Verbindungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln in der Euregio sind ausbaufähig“, erklärte Hauptgeschäftsführer Michael F. Bayer. Dies sei eine zwingende Voraussetzung für ein Zusammenwachsen eines gemeinsamen Ausbildungs- und Arbeitsmarktes in der Region. Weniger (gern) öffentlich gesprochen wird derzeit über ein Potenzial, das dem NVR noch eine Notiz wert ist: „Die geplante Verbindung ermöglicht eine Erweiterung des Regionalangebotes und ermöglicht eine Entlastung der Ausbaustrecke Düren – Aachen – Lüttich“. Gedacht wird dabei auch an eine mögliche Ausweichstrecke für den überregionalen Güterverkehr. Weil dies alles angesichts der Finanzen Zukunftsmusik ist, wird der Ausbau des Abschnitts zwischen Altstadt und Breinig gesondert betrachtet, weil „bereits gelegentlich Sonderverkehr stattfindet und die Investitionskosten überschaubar sind“.

Gleise sind vorzuhalten

Für die Verbandsversammlung des NVR waren die beiden Projekte nicht bewertet worden, „weil Maßnahmen anderer Infrastrukturträger vorrangig und längerfristig angemeldet waren sowie die Finanzmittel nun einmal endlich sind“, erläuterte Wirtz. Allerdings habe der AVV nachhaltig auf die Bedeutung des Anschlusses von Breinig an das „Erfolgsmodell Euregiobahn“ aufmerksam gemacht. „Es steht weiter auf der Agenda“, blickt Wirtz nun auf die Förderperiode ab 2019. Und: Die Gleisstrecke bis zur Bundesgrenze bleibt erhalten und ist auch aufgrund einer Auflage des Eisenbahnbundesamtes „als betriebsfähig vorzuhalten“.

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