Stolberg - Erwerbslosenberatung: Auch in neuen Räumen offenes Ohr

Erwerbslosenberatung: Auch in neuen Räumen offenes Ohr

Von: Dirk Müller
Letzte Aktualisierung:
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Erika Lieber von der KAB-Erwerbslosenberatung (v. r.) sowie Christel Willemsen und Christiane Müller von der „Netzwerkstatt Familie“ tauschen sich über ihre soziale Arbeit aus. Foto: D. Müller

Stolberg. Kaffee, Tee und kühle Getränke stehen ebenso bereit wie Gebäck, doch es sind die Gespräche, die im Mittelpunkt stehen. Beim „Hartz IV Café“ tauschen Menschen ohne Arbeit sich aus und erhalten von Erika Lieber wichtige Informationen sowie individuelle Beratung und Hilfe.

Das „Hartz IV Café“ und die regelmäßige Erwerbslosenberatung ist für Betroffene eine feste Institution in Stolberg. Daran ändert es auch nichts, dass Erika Lieber umgezogen und das Angebot nicht mehr im Rolandshaus beheimatet ist.

An der Zweifaller Straße 17-19 ist die Erwerbslosenberatungsstelle der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) des Diözesanverbandes Aachen weiterhin aktiv. In den Räumen der „Netzwerkstatt Familie“. „An meiner Tätigkeit hat sich nichts geändert, aber es bringt Vorteile, nicht mehr alleine im Rolandshaus zu sitzen, sondern in den schönen neuen Räumen mit Kolleginnen vernetzt zu sein“, beschreibt Lieber.

Seit acht Jahren leiten die diplomierten Sozialpädagoginnen Christel Willemsen und Christiane Müller die „Netzwerkstatt Familie“ in Stolberg mit dem Ziel, bestehende Familiensysteme zu erhalten und zu stärken und Hilfen kurzfristig anzubieten.

Deshalb seien für Lieber und die Erwerbslosenberatung der KAB jetzt Synergieeffekte möglich. „In der sozialen Arbeit haben wir es selten nur mit einem Problem zu tun“, sagt Lieber, dass es von Nutzen sei, nun die Erfahrungen und Fähigkeiten der Sozialpädagoginnen in die Hilfe für Menschen ohne Arbeit einfließen zu lassen.

Umgekehrt sei die „Netzwerkstatt Familie“ froh, Erika Lieber von der KAB im Haus zu haben, erklärt Willemsen: „In unserem Tätigkeitsfeld spielt auch ,Behördenkram‘ wie Bescheide, Rechten und Pflichten eine Rolle, und es ist für uns sehr gut, jetzt auf kurzem Weg einen Profi fragen zu können.“

Denn Hilfe bei Antragsstellungen sowie Bescheide erklären und prüfen gehören zu Liebers Kernaufgaben bei der Erwerbslosenberatung. Da viele Menschen nicht um ihre Rechte wüssten, sei professionelle und individuelle Beratung für sie enorm wichtig.

„In der Praxis gibt es für die Betroffenen viele Hürden“, sagt Lieber. „Und viele Probleme. Es wird zum Beispiel für Menschen ohne Arbeit immer schwieriger, Wohnungen zu finden, bei denen Größe und Preis passen. Und bei den geringen Bezügen von Arbeitslosengeld II gilt: Die Schuldenfalle ist immer nah.“

Rechnungen für Telefon und Internet oder eine defekte Waschmaschine könnten schnell zu Zahlungsunfähigkeit führen. „Außerdem ist Energiearmut inzwischen leider ein Thema.“ Steigende Energiekosten und höhere Stromnachzahlungen würden immer öfter in Verschuldung enden. Umso mehr begrüßt Lieber, dass jetzt in Stolberg regelmäßig Beratung und Unterstützung bei Zahlungsproblemen hinsichtlich der Energiekosten angeboten wird.

Eine Wohnung zu finden und die Stromkosten zu zahlen, sind auch heute Themen beim „Hartz IV Café“. Die Gäste erhalten wertvolle Informationen von Erika Lieber, nutzen die Runde aber auch, um sich Luft zu machen und auf ihre schwierigen Lebensbedingungen hinzuweisen. Wofür Lieber vollstes Verständnis hat, jedoch auch mahnt, dass „Konkurrenzdenken unter Benachteiligten ist überhaupt nicht angebracht ist.

Menschen in finanzieller Randlage wie Hartz-IV-Empfänger, Aussiedler oder Flüchtlinge sollten nicht gegeneinander Stimmung machen, denn es geht darum, dem Staat zu zeigen, dass es durchaus Leute gibt, die mehr Hilfe benötigen

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