Stolberg - Erster Konzertausfall seit dem Krieg

Erster Konzertausfall seit dem Krieg

Von: Toni Dörflinger
Letzte Aktualisierung:

Stolberg. Ausnahme-Weihnachten 2010: Den Schneemassen und der damit verbundenen teilweisen Unpassierbarkeit von Straßen, Wegen und Treppenanlagen fiel das geplante Heiligabend-Konzert auf dem oberen Burghof zum Opfer. „Zu gefährlich für Besucher und Akteure”, urteilten Karl Schäfer und Ferdi Gatzweiler unisono.

Der Musikzugführer und der Bürgermeister hatten entschieden, das Konzert, das in diesem Jahr zum 53. Mal stattfinden sollte, erstmals nach Kriegsende ausfallen zu lassen.

„Beim mir zu Hause stand nach der Absage das Telefon nicht mehr still”, sagte Schäfer, der den städtischen Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr leitet. „Etliche wollten trotz der Schneemassen den Weg zu Fuß wagen, um aufs Burggelände zu gelangen”, so der Orchesterleiter, der für die Heiligabend-Aufführung, die als Open-Air-Veranstaltung immer zur Mittagszeit stattfindet, ein abwechslungsreiches Programm geplant hatte.

„Die Entscheidung, das Konzert abzusagen, ist mir nicht leicht gefallen. Aber einige unserer Akteure sind unter anderem in Kohlscheid, Dürwiß und Eschweiler beheimatet. Den Weg nach Stolberg wollte ich ihnen angesichts der extremen Straßenverhältnisse nicht zumuten.” Ein Hin- und Rücktransport der Musiker mit Hilfe der Feuerwehr kam auch nicht in Frage, da die Einsatzfahrzeuge für Notfälle gebraucht werden. Außerdem leiden beim Dauerschneefall die Instrumente.

„Wir hatten schon überlegt, das Konzert in den Rittersaal zu verlegen”, sagte Gatzweiler, der sich ebenso wie Schäfer für eine Absage entschied, da nicht nur die Zuwege, sondern auch das Burggelände selbst schwer erreichbar geworden war. Bürgermeister und Orchesterleiter versprachen aber, das Konzert zu wiederholen. Geplant ist, so Schäfer, es in den Jahresbeginn zu verlegen.

Begründet hatte die Tradition, am Heiligen Abend auf der Burg ein Konzert aufzuführen und so die Stolberger auf Weihnachten einzustimmen, in den 1930er Jahren Peter Bonaventura. Allerdings war damals der Aufführungsort für das Weihnachtskonzert nicht der obere Burghof, sondern die oberste Plattform des großen Burgturmes. Dementsprechend wurde die Aufführung damals als „Turmblasen” bezeichnet.

Einige Stolberger mussten auf das Weihnachtskonzert aber nicht verzichten. Bereits Mitte Dezember kamen die Bewohner des Büsbacher Marienheimes, der Venwegener Einrichtung „Maria im Venn” und des Hauses Lucia am Halsbrech in den Genuss, die Akteure vom städtischen Musikzug zu hören.
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