Erste „Nationalpark-Schule“ soll zertifiziert werden

Von: Michael Grobusch
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Theo Rüttgers vom Forsthaus in Zweifall hat mit den Grundschülern in dieser Woche unweit des Parkplatzes im Solchbachtal Bäume gepflanzt. Sie wurden von der Deutschen Umweltstiftung zur Verfügung gestellt. Foto: M. Grobusch

Stolberg-Zweifall. Manchmal, so heißt es, sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. So oder so ähnlich muss es wohl in der Vergangenheit auch in der Grundschule Zweifall gewesen sein. Die liegt herrlich idyllisch mitten in der Natur und gesäumt vom Hasselbach. „Und dennoch haben wir viel zu wenig im Wald gemacht“, stellt Ute Esser im Rückblick selbstkritisch fest.

Die Zeiten sind allerdings vorbei. Gemeinsam mit ihrem Kollegium hat sich die Schulleiterin für ein Projekt entschieden, das die Kinder regelmäßig und vielfältig mit dem Thema Natur anspricht: „Alle zwei Jahre gibt es die Möglichkeit, sich als Nationalpark-Schule zertifizieren zu lassen. Und genau dafür haben wir uns entschieden“, berichtet Esser.

Die Schule beschreitet damit einen für Stolberg neuen Weg – wenngleich sie nicht direkt am und erst recht nicht im Nationalpark Eifel liegt. Doch das ist zweitrangig. „Es geht vielmehr darum, den Nationalpark-Gedanken auf das Schulleben zu übertragen“, so die Leiterin. Das dokumentiert sich in vielen Aktionen, die die acht Lehrerinnen mit ihren Schülern machen, und soll auch in das Schulprogramm aufgenommen werden.

In der Praxis bedeutet das beispielsweise, dass die Klassen mindestens sieben Mal pro Jahr in den Wald gehen. Kurz vor den Ferien ist unter anderem die 2 B an der Reihe. Gemeinsam mit Theo Rüttgers pflanzen die Mädchen und Jungen unweit des Parkplatzes im Solchbachtal Bäume. „Wie heißt der Samen der Buche“, fragt Rüttgers in die neugierige Runde. Und fasst schon im Chor antworten die Kinder: „Buchecker“. Die kann man sogar essen, erklärt der Mitarbeiter des Forthauses in Zweifall und verteilt in der Runde dann junge Buchen und Ahornbäume, die die Kinder einsetzen. 140 Stück hat die Deutsche Umweltstiftung zur Verfügung gestellt, einige werden auch ihren Platz auf dem Schulgelände finden.

Genauso wie die Nationalpark-Ecke. Sie gehört zum festen und dauerhaften Bestandteil des Projektes und entsteht gerade im Eingangsbereich der Schule. Auch Kunst steht auf dem Programm. Pia Güntner gestaltet unter dem Motto „Der Natur auf der Spur“ unter anderem großformatige Bilder aus Ästen und Stöcken.

Wer Genaueres zu den von der Kunstpädagogin genutzten Materialien wissen möchte, kann auf die Wald-Kartei zurückgreifen. Sie bereichert den Lehrmittel-Fundus der Schule und ist zugleich Teil der Dokumentationen, die das Bewerbungsverfahren vorsehen.

Das gilt auch für Präsentationen und Ausstellungen, die stattfinden sollen – und werden. Etwa am 13. April. Zum Abschluss der Projektwoche, die unmittelbar nach den Osterferien beginnt, zeigen die Grundschüler an diesem Tag von 9 bis 13 Uhr jedem Interessierten, was sie alles an Wissenswertem zum Thema Wald und Natur zusammengetragen haben.

Dass am Ende der Bewerbung die Vergabe des Zertifikats stehen wird, davon ist Ute Esser überzeugt. „Es handelt sich nicht um einen Wettbewerb. Vielmehr geht es darum, die vom Förderkreis des Nationalparks festgelegten Kriterien zu erfüllen.“ Und da ist die Grundschule in Zweifall derzeit ganz sicher auf einem sehr guten Weg.

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