Erste Große und Komitee suchen den Prinzen gemeinsam

Von: Kolja Linden
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Erfolgreicher Prinz: Michael I. Bartz wurde vergangenes Jahr erst im November vorgestellt, hatte aber ein fertiges Konzept in der Tasche. Foto: K. Linden

Stolberg. Die spannendste Frage für Stolbergs Karnevalisten soll in diesem Jahr nicht erst im November beantwortet werden: Wer wird Prinz in der Session 2010/11? Um es vorweg zu nehmen: Noch gibt es keine Antwort, die Suche nach einem geeigneten Kandidaten läuft.

Nur so viel ist klar: Einen „Fünf-vor-Zwölften” soll es in Zukunft nicht mehr geben. „Wir haben derzeit, offen gesagt, keinen Prinzen”, sagt Andreas Smyra, Präsident der KG Erste Große, der gleich hinzufügt, dass dies auch für die anderen elf Gesellschaften des Karnevalskomitees der Stadt Stolberg gelte.

„Aber die Fünf-vor-Zwölf-Prinzen haben ihre Nachteile”, ergänzt Smyra. Die Vorbereitungszeit auf die Session sei einfach zu kurz, um ein wirklich brauchbares Programm auf die Beine zu stellen. „Wir tun uns keinen Gefallen damit, Tollitäten auf die Bühnen zu schicken, die überhaupt keine Vorbereitung hatten”, sagt Smyra, der einen Diskussions- und Denkprozess in den Gesellschaften in Gang setzen will - und damit auch noch ein ganz anderes Ziel verfolgt.

Die Findung, Begleitung und Finanzierung eines Prinzen sei immer ein großes Thema bei der Ersten Großen, aber auch in Stolberg allgemein. „Das Komitee hat immer darauf gedrängt, dass der Prinz ein Komiteeprinz ist, hat sich aber aus der Finanzierung herausgehalten”, kritisiert Smyra und erklärt, dass sich das ändern müsse. „Wir sind in Zukunft nicht in der Lage, das alleine zu stemmen”, so der Präsident.

Der neue Vorstand der Ersten Großen habe viel Freude an seinen Aufgaben. „Wir sind jetzt komplett und freuen uns dass wir mit der Arbeit beginnen können”, sagt Smyra und denkt vor allem an die Organisation vieler Veranstaltungen der Gesellschaft. „Dabei sind wir sehr erfolgreich.”

Doch die KG leide, wie andere Gesellschaften auch, unter Nachwuchsmangel, man werde immer älter. Auch die Suche nach Sponsoren sei nicht einfacher geworden. „Der Status wird sich nicht aufrecht erhalten lassen”, erklärt Smyra frei heraus. Deshalb sei man bereits in Gesprächen mit dem Karnevalskomitee.

Dies bestätigt auch Josef Behlau, Präsident des Komitees. „Wir sind einige Schritte weiter als vorige Session”, sagt Behlau. „Ich habe die Hoffnung, dass wir während der Sommerpause den Meinungsbildungsprozess abgeschlossen haben.”

Nächste Woche ist Vorstandssitzung des Komitees, dann wird auch das Thema Prinzenfindung, -begleitung und -finanzierung auf der Tagesordnung stehen. Und auch ein Gremium gibt es schon, dass sich mit der Frage beschäftigt. Darin sitzen laut Andreas Smyra nur die Präsidenten der Komiteegesellschaften, die überlegen, wie es weitergehen kann.

„Das Komitee will vermehrt Verantwortung übernehmen”, hat Andreas Smyra bereits Signale in dieser Richtung empfangen. Es gebe eine „vorsichtige Mehrheit” unter den Vereinen, dies zu tun. Oft scheitere es aber am Finanziellen.

Mehrere Tausend Euro koste es, den Prinzen eine Session lang auszustatten und zu begleiten. Genaue Zahlen will der Vorstand in der Öffentlichkeit lieber nicht lesen. Hinzu komme die hohe zeitliche Belastung durch 50 bis 60 Termine. „Von Januar bis Aschermittwoch ist jedes Wochenende komplett zu”, sagt Smyra.

Josef Behlau hält sich in Bezug auf mögliche Übereinkünfte zwischen Komitee und KG Erste Große noch zurück. „Wenn es eine gemeinsame Finanzierung geben kann, dann kann das nur aus der Gemeinschaft des Komitees kommen”, so der Präsident.

Zumindest sind die Verständigungsschwierigkeiten und Irritationen, die es zuletzt zwischen beiden Seiten gegeben hatte, weitgehend ausgeräumt. „Sonst würden wir nicht mit der Ersten Großen an einem Tisch sitzen”, sagt der Komiteepräsident, dass das Verhältnis besser geworden sei.

Noch in diesem Januar hatte es zwischenzeitlich eine Funkstille gegeben, nachdem mehrere Komiteegesellschaften sich bei der Einladung zur Proklamation von Prinz Michael I. (Bartz) übergangen gefühlt hatten. Einige Gesellschaften waren der Veranstaltung daraufhin fern geblieben.

Selbstverständlich sei für ihn, Behlau, nun, dass sich beide Seiten aufeinnader zu bewegten. Was er dabei von der KG Erste Große erwarte, wollte er auf Anfrage allerdings nicht sagen.

Anfang September treffen sich die Mitglieder des Komitees zur Jahreshauptversammlung, „dann wollen wir einen Weg präsentieren, wie es zukünftig ablaufen kann”, verweist Behlau auf ausstehende Gespräche.

Kurz darauf sollte es aber auch einen Prinzen geben, denn sonst stünde Stolberg womöglich zum ersten Mal nach vielen Jahren ganz ohne Tollität da.

Der neue Vorstand der KG Erste Große

Auf ihrer Jahreshauptversammlung haben die Mitglieder der KG Erste Große einen neuen Vorstand gewählt.

Präsident ist nun Andreas Smyra, der diese Tätigkeit nach dem Rücktritt von Uwe Jungen bereits ein Jahr lang kommissarisch übernommen hatte. Sein Vize ist Dirk Stock, Schatzmeister Rolf Meyer und Schriftführer Walter Beißel.

Neu im Vorstand sind die Formationsführer, Stadtkommandant Dr. Rüdiger Fröschen (Prinzengarde) und Oberehrenhut Holger Schulz (Ehrenhüte).

Aufgaben des Vorstandes sind unter anderem die Organisation der Veranstaltungen wie Gala- und Damensitzung, Kinderfest, Fest der älteren Mitbürger und natürlich der Tollitätsveranstaltungen.

Verschrieben hat sich die Erste Große auf ihrer Mitgliederversammlung auch der Nachwuchsförderung, die intensiviert werden soll.

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