Erste eigene Schulklasse für Flüchtlinge

Von: Sonja Essers
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Am Ritzefeld-Gymnasium sitzen Schüler und Lehrer an einem Tisch und freuen sich auf das bevorstehende Projekt: Schülersprecher Luca Offermann, Lehrerin Susanne Körfer, Schülersprecherin Pia Kraushaar, Lehrerin Anne Hommelsheim und Schüler Leon Grot, der für die Programmierung der Internetseite „Stolberg hilft“ zuständig ist (von links). Foto: S. Essers
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Stolberg. Schülern neue Perspektiven geben, ihnen Sicherheit bieten und im Umgang voneinander profitieren: Diese Ziele hat sich das Ritzefeld-Gymnasium für sein neues Projekt gesetzt. Als erstes Gymnasium in der Kupferstadt richtet die Schule ab Februar eine internationale Flüchtlingsklasse ein. Entstanden sei die Idee dazu bereits vor den Sommerferien.

„Es gab noch freie Räume und auch genügend Kollegen, die bereit waren, sich in das Projekt einzubringen“, sagen die Lehrerinnen Anne Hommelsheim und Susanne Körfer. Gemeinsam mit drei weiteren Kollegen werden sie sich vorrangig um die Förderklasse, die zum zweiten Schulhalbjahr startet, kümmern.

Wie viele Kinder zu ihnen kommen werden und aus welchen Ländern diese stammen, wissen die beiden Pädagoginnen noch nicht. Trotzdem versuchen sie, sich so gut wie eben möglich, auf die Aufgabe vorzubereiten. Dazu zählen vor allem Gespräche mit Kollegen des Aachener Couven-Gymnasiums sowie des Städtischen Gymnasiums in Eschweiler. Schließlich sind dort bereits internationale Förderklassen initiiert und erfolgreich.

Internationale Förderklassen wurden bisher jedoch nicht nur in Aachen und Eschweiler eingerichtet. Auch in der Kupferstadt ist dieses Thema nicht neu. Die einzigen Schulen, an denen es eine solche Klasse bisher allerdings gibt, sind das Berufskolleg sowie die Hauptschule Kogelhäuserstraße. „Das Projekt lebt davon, dass man sich untereinander austauscht“, sagt Hommelsheim. „Schließlich sind bisher noch kaum Erfahrungen auf diesem Gebiet gesammelt worden.“

Doch nicht nur das Lehrerkollegium um Schulleiter Armin Ochse war von der Idee angetan. Auch in der Schülerschaft sei großes Interesse am Engagement vorhanden, wie Schülersprecherin Pia Kraushaar zu berichten weiß: „Es ist unglaublich, wie groß die Bereitschaft ist. Viele Schüler würden auch jetzt schon gerne helfen, wissen aber nicht wie.“ Das werde sich jedoch bald ändern.

18 Schüler kann das Gymnasium in der Förderklasse aufnehmen. Sie sollen zunächst in ihrer Klasse in Deutsch unterrichtet werden. Nach den Osterferien besuchen sie die Fächer Sport, Kunst und Musik in den Regelklassen. Nach und nach sollen die Schüler dann – ihren Leistungen entsprechend – von der Förderklasse in Regelklassen wechseln und gemeinsam mit den anderen Schülern am regulären Unterricht teilnehmen. So könne man den Schülern die Möglichkeit geben, in die Oberstufe zu kommen und das Abitur zu schaffen.

„Das ist auch eine Chance für die Stadt Stolberg und das wollen wir den Stolbergern auch vermitteln. Es ist eben keine Klasse, die einfach nur zusätzlich existiert. Ganz im Gegenteil“, sagt Körfer. Profitieren könne von dieser Möglichkeit jedoch nicht nur die Kupferstadt, sondern auch die Schüler des Ritzefeld-Gymnasiums. „Unsere Schüler stecken sehr viel Arbeit in das Projekt und erlernen dadurch Kompetenzen, die man im reinen Unterricht nur simulieren kann“, sind sich die Pädagoginnen sicher.

Über einen Kennenlern-Tag, der voraussichtlich im Januar stattfinden soll, und Patenschaften haben sich die Schüler bereits Gedanken gemacht. Und damit nicht genug. In Absprache mit der Stadt soll außerdem eine Internetseite entstehen, auf der sich die Kupferstädter nicht nur ausführlich über die Förderklasse informieren können. Auf dieser sollen auch alle Anlaufstellen angegeben sein, bei denen Sachspenden abgegeben werden können oder Hilfe gebraucht wird. Um die Programmierung und das Logo der Internetseite, die den Namen „Stolberg hilft“ tragen soll, kümmern sich die Schüler des Ritzefeld-Gymnasiums. „So kann die Kommunikation vereinfacht werden“, sagt Körfer und fügt an: „Das ist ein richtiges Gemeinschaftsprojekt, zu dem jeder seinen Teil beiträgt.“

Ihr Vorbild bei diesem Projekt? Natürlich Roland Ritzefeld, nach dem die Schule benannt wurde. Er war nicht nur katholischer Pfarrer in der Kupferstadt, sondern auch Begründer des Wohlfahrts-, Gesundheits- und höheren Bildungswesens in Stolberg. „Ritzefeld wollte die Schule für alle öffnen, und das machen wir jetzt“, sind sich Schüler und Lehrer einig.

Ehrenamtler, die sich ab Februar in das Projekt einbringen möchten, sind am Ritzefeld-Gymnasium willkommen. Sie können sich per Mail an die beiden Lehrerinnen Anne Hommelsheim und Susanne Körfer wenden. Die Email-Adresse lautet: ifk@ritzefeld-gymnasium.de.

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